Deutlich weniger Straftaten in Hessen

Innenminister Peter Beuth
© Innenministerium

Die Kriminalitätsbelastung in Hessen ist 2017 auf den niedrigsten Stand seit fast 40 Jahren gefallen. Zugleich wurde die höchste Aufklärungsquote seit Bestehen der Polizeilichen Kriminalstatistik 1971 gemessen. Die Bürgerinnen und Bürger leben in einem sicheren Land, so Innenminister Peter Beuth.

Genau 375.632 Straftaten wurden im letzten Jahr landesweit erfasst, das entspricht einem Rückgang von fast neun Prozent. 2016 betrug die Zahl 412.104. Gleichzeitig wurden 62,8 Prozent der Straftaten letztes Jahr aufgeklärt. 1998 wurde mit 47,4 Prozent noch weniger als die Hälfte der Fälle geklärt. Dank eines umfangreichen Maßnahmenpakets der Polizei ging der Wohnungseinbruchdiebstahl im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent zurück.

Innenminister Peter Beuth dankte anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 Landespolizeipräsident Udo Münch stellvertretend für alle Polizistinnen und Polizisten für die herausragende Arbeit. „Die Frauen und Männer der Polizei sind der Garant für ein sicheres und lebenswertes Hessen“, sagte Beuth. „Trotz der großen sicherheitspolitischen Herausforderungen durch den internationalen Terrorismus oder dem personalintensiven Schutz von Veranstaltungen und Versammlungen ist es landesweit gelungen, Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen und messbar zurückzudrängen. Der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger ist dank strategischer, konsequenter und innovativer Polizeiarbeit gewährleistet. Wir setzen sowohl auf offene wie verdeckte repressive Maßnahmen als auch auf passgenaue Präventionsarbeit mit gezielter Intervention. Unsere Bürgerinnen und Bürger leben dank dieser klugen Maßnahmen der hessischen Polizei in einem sicheren Land.“

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche um mehr als 20 Prozent ab und sank auf den niedrigsten Wert seit neun Jahren. Die Aufklärungsquote blieb dabei stabil bei rund 21 Prozent. Die Straßenkriminalität konnte dank entschlossener Polizeiarbeit in den letzten 20 Jahren messbar eingedämmt werden: Die Zahl der Fälle hat sich seitdem halbiert von 127.426 im Jahr 1998 auf 67.892 im Jahr 2017, während sich die Aufklärungsquote von 13 Prozent auf 23,6 Prozent nahezu verdoppelt.

Videoüberwachung ein Baustein für mehr Sicherheit
Neben einer starken polizeilichen Präsenz im öffentlichen Raum bildeten moderne Videoüberwachungsanlagen in den Städten und Gemeinden einen wichtigen Baustein für mehr Sicherheit auf Hessens Straßen. „Wir stärken damit nicht nur das Sicherheitsgefühl der Bürger vor Ort, sondern ermöglichen auch eine verbesserte Strafverfolgung“, sagte Beuth. In Hessen waren 2017 in 16 Städten 20 Bildaufzeichnungsanlagen mit insgesamt 148 Kameras von Polizei- bzw. Gefahrenabwehrbehörden zur Überwachung öffentlicher Straßen und Plätze in Betrieb. An den videoüberwachten Örtlichkeiten werden jährlich über 2.100 Straftaten registriert, bei denen die Aufzeichnungen für die Ermittlungen oder gar zur Klärung der Straftaten beitragen können.

Die Zahl der Übergriffe gegen Polizisten stieg weiter. Im letzten Jahr wurden 3.512 Polizeivollzugsbeamte als Opfer registriert, 44 mehr als 2016. Beuth wiederholte seine Forderung nach einer Strafverschärfung: „Ich halte nach wie vor eine Mindeststrafe von sechs Monaten für Angriffe auf Einsatzkräfte für notwendig.“

Kriminalität durch Zuwanderer: Schwerpunkt weiterhin ausländerrechtliche Verstöße
Abnehmende Zuwanderungszahlen haben sich auch stark auf die Polizeiliche Kriminalstatistik ausgewirkt. Im Kontext der Zuwanderung – dabei handelt es sich um Straftaten, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde – wurden 41.146 aufgeklärte Straftaten erfasst. Das sind 24.645 Fälle oder 37,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Maßgeblich sind dabei die Rückgänge der Verstöße gegen Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz. Hier wurden 24.355 Fälle weniger erfasst. Auch bei der Betrachtung der Gesamtzahl der Straftaten in Hessen ohne ausländerrechtliche Verstöße ist ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen um 12.117 Fälle zu verzeichnen.

Für den Bereich der politisch motivierten Kriminalität wurden für 2017 insgesamt 1.487 Straftaten gemeldet. Dies bedeutet einen Rückgang um 179 Fälle oder 10,7 Prozent.

PM Hessische Staatskanzlei (HJ)

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