Giftpflanzen in Kassel „steckbrieflich gesucht“

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Eine Informationsserie mit „Steckbriefen“ von Giftpflanzen startet 2015 das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel. „Vergiftungen mit schweren dauerhaften gesundheitlichen Folgen durch Pflanzen treten zwar glücklicherweise immer seltener auf, und Todesfälle sind die absolute Ausnahme. Trotzdem gibt es in der Bevölkerung immer wieder Unsicherheiten und Fragen hinsichtlich der Gefährlichkeit von bestimmten Pflanzen, insbesondere wenn diese auf Spielplätzen stehen“, so Volker Lange von der Abteilung Freiraumplanung.
Die Steckbriefe sollen passend zur jeweiligen Jahreszeit veröffentlicht werden, wenn die einzelnen Pflanzen durch ihre Hauptmerkmale am besten zu identifizieren sind. Die Verteilung gehe über das Schulbiologiezentrum an die Grundschulen und die städtischen Kitas, um dann im Unterricht Verwendung zu finden bzw. Personal und Eltern auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Im Botanischen Garten würden die Steckbriefe ausgehängt und an den Pflanzen im Freigelände Schilder angebracht. Die Informationen sollten zudem über das Internet (http://umweltportal.stadt-kassel.de) dauerhaft abrufbar sein.

Die Giftpflanzenliste des Bundesumweltministeriums enthält nach der Mitteilung des Umwelt- und Gartenamts 50 Pflanzen, die mittelschwere bis schwere Vergiftungen verursachen können. Relevant für Spielplätze, Schulhöfe und andere Orte, wo Kinder spielen und eine erhöhte Gefahr besteht, sind insbesondere vier Gehölze: „Steckbrieflich gesucht“ und nicht zulässig sind Goldregen, Pfaffenhütchen, Seidelbast und Stechpalme. Diese Pflanzen werden dort vom Umwelt- und Gartenamt grundsätzlich entfernt. Außerdem sind auch zwei Pflanzen nicht zulässig, die schwere allergische Reaktionen auslösen können – die Herkulesstaude sowie das in vergangenen Jahren verstärkt aufgetretene beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia).

Ziel der InformationsserieAllerdings sei es allerdings nicht, alle giftigen Pflanzen im öffentlichen Grün oder Gärten zu eliminieren, betonte Lange abschließend. Sie gehörten zur natürlichen Lebensumwelt und erfüllten im Ökosystem wichtigen, individuellen Aufgaben. So seien fast alle Pflanzen mit giftigen Früchten bedeutsame Nahrungsmittellieferanten für die Vogelwelt. Vor diesem Hintergrund empfehle es sich für Eltern und Kinder, die jeweiligen Pflanzen und damit auch die gegebenenfalls von ihnen ausgehende Gefahren zu kennen und richtig einschätzen zu können.
Ansprechpartner bei Fragen zu Giftpflanzen ist das Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie wenden (Tel. 0180-5-729972). Dort werden auch Pflanzen bestimmt und deren Giftigkeit geklärt. Sprechzeiten sind im Winterhalbjahr montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr. Im Sommerhalbjahr findet die Sprechzeit nur montags im Botanischen Garten statt.

Quelle: Stadt Kassel

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