Kassel: Wohnungsmarktbericht 2017 erschienen

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„Es ist eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Stadt, dass Menschen jeden Alters, jeglicher Herkunft und unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten über guten und bezahlbaren Wohnraum verfügen“: Dies ist die zentrale Botschaft des Wohnungsmarktberichts 2017, den Stadtbaurat Christof Nolda, Anita Bodenbach, Leiterin des Bauverwaltungsamts, sowie Ralf Malz, Abteilungsleiter Wohnraumversorgung und Wohnungsbauförderung, jetzt der Öffentlichkeit vorstellten. Er enthält eine Fülle von Informationen, Fakten und Einschätzungen und dient als gesicherte Datengrundlage für ein noch zu erstellendes Wohnraumversorgungskonzept.

„Wie wir auf Dauer zufrieden in unserer Stadt wohnen können, hängt davon ab, wie die baulichen Gegebenheiten, die Häuser, die bereits stehen und diejenigen, die noch dazu kommen, in ihrem Preisniveau diesen sich verändernden Ansprüchen entsprechen. Deshalb ist es wichtig, über den Bestand unserer Wohnungen in Kassel gut Bescheid zu wissen“, erläutert Stadtbaurat Nolda. In den Bericht seien nicht nur statistische und geografische Daten der Stadtverwaltung eingeflossen; die Wohnungsbedarfsanalyse des Landes sei ebenso berücksichtigt worden wie Daten der Wohnungsbaugesellschaften. „Erst auf dieser breiten Grundlage können Aussagen zum Wohnungsbedarf abgeleitet werden“, so Nolda.

In drei Kapiteln geht der Bericht den Fragen nach: „Wie wohnt Kassel?“, „Wer wohnt in Kassel?“ und „Was kostet Wohnen in Kassel?“ Er informiert über die Vielfalt der Baustruktur, den Wohnungsbestand und die Neubautätigkeit, identifiziert potenzielle Flächen für zusätzlichen Wohnungsbau, stellt die Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung dar und beschreibt die wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Bericht umfasst in seinem neuen Format auch raumbezogene Karten, in die umfassendes Datenmaterial eingeflossen ist. „Aus ihnen lässt sich jetzt präziser und kleinräumiger ablesen, an welchen Orten wir welche Bedingungen vorfinden und in welche Richtung sich der hiesige Wohnungsmarkt bewegt“, so Stadtbaurat Nolda. Deshalb sei der aktuelle Bericht für alle Akteure des Wohnungsmarkts ein unentbehrliches Werkzeug.

In Kassel leben über 200.000 Menschen in über 100.000 Wohnungen. Aus unterschiedlichsten Gründen kommen immer mehr Menschen nach Kassel. Die Zusammensetzung der Gesellschaft ändert sich: Sie wird im Durchschnitt älter und immer mehr Menschen leben allein in einer Wohnung. Der Anstieg der Wohnbevölkerung wird zudem nicht dauerhaft anhalten; das könnte zu einem weniger angespannten Wohnungsmarkt beitragen. Auf der anderen Seite nimmt auch die Anzahl der Single-Haushalte weiter zu. Selbst bei einer abnehmenden Einwohnerzahl kann dadurch die Nachfrage nach kleineren Wohnungen steigen.

Seit 2010 steigt die Neubautätigkeit deutlich an. „Zwischen 2011 und 2015 wurden Bauanträge für über 2.000 Wohnungen gestellt, alleine im Jahr 2015 für knapp 600 Wohnungen“, berichtet Stadtbaurat Nolda. Auf der Basis des vorhandenen Wohnungsbestands von ca. 105.000 Wohnungen gehe die Wohnungsbedarfsanalyse des Landes davon aus, dass bis zum Jahr 2040 auf 120.000 Wohnungen benötigt werden. Dementsprechend müssten jährlich ca. 500 neue Wohnungen entstehen.

Stadtbaurat Nolda rechnet damit, dass kurz- bis mittelfristig Neubaupotenziale im Umfang von 2.500 Wohnungen nutzbar gemacht werden können. Langfristig stehen stadtweit Flächen für weitere 2.100 Wohnungen zur Verfügung. Zu den größeren Wohnungsbauprojekten, die derzeit mit 20 bis zu 450 Wohneinheiten im Verfahren sind, gehören die Jägerkaserne, das Wohnquartier Eichendorffschule, das Martini-Gelände, Nordshausen, Zum Feldlager, Nachverdichtung Helleböhn, Wohnpark Am Jungfernkopf, Quartier Schönfeld/ Theodor-Fliedner-Straße sowie das Salzmann-Gelände.
Auf der Grundlage des neuen Wohnungsmarktberichts wird die Stadt nun ein Wohnraumversorgungskonzept erarbeiten, das insbesondere die Frage des zukünftigen Wohnungsbedarfs in Kassel untersucht und beantwortet.

Der Wohnungsmarktbericht 2017 kann im Internet über http://www.serviceportal-kassel.de/cms05/dienstleistungen/030110/index.html angefordert werden.

PM: Stadt Kassel (HJ)

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