3000 Buddhisten trafen sich über Ostern in den Kasseler Messehallen



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Knapp 3000 Buddhisten aus aller Welt haben sich über das Osterwochenende in der Kasseler Messehalle getroffen, um gemeinsam zu meditieren und an Vorträgen teilzunehmen. Wir besuchten an 2 Tagen die Veranstaltung und eins fiel uns besonders auf: Die perfekte Organisation und das harmonische Miteinander der Teilnehmer.

Bereits zum vierten Mal in Folge hat der Buddhistische Dachverband Diamantweg e.V. zusammen mit etlichen ehrenamtlichen Unterstützern aus den rund 150 Buddhistischen Zentren in Deutschland die Veranstaltung vom 23. bis 28. März 2016 organisiert. Die buddhistische Sichtweise und die Meditationslehren der Karma-Kagyü-Linie des tibetischen Buddhismus standen dabei im Mittelpunkt.

Auf rund 22.000 Quadratmeter in der Messehalle gestalteten vorab ausschließlich ehrenamtliche Buddhisten innerhalb von 2 Tagen liebevoll die Räumlichkeiten. So gab es neben einer Cafeteria einen großen Essensbereich, zahlreiche Sitzecken sowie Kinder- und Jugendbetreuung. Ein riesiger Indoor-Zeltplatz mit Feldbetten und Mannschaftszelten bot Übernachtungsmöglichkeiten für die Teilnehmer. Der Buddhistische Dachverband Diamantweg (BDD) e.V. vertritt mit seinen Zentren eine der größten buddhistischen Schulen in Deutschland. Schätzungsweise die Hälfte aller Buddhisten meditiert regelmäßig in den Zentren des BDD, dies entspricht mehr als 6000 Fördermitgliedern und ca. 20.000 wöchentlichen Zentrumsbesuchern.

In Deutschland sind heute viele verschiedene buddhistische Traditionen aktiv. Der Diamantweg zählt dabei zu den großen Lehrtraditionen, die Buddha vor rund 2.500 Jahren gründete. Die Buddhistischen Zentren führen die asiatische Tradition des sogenannten Laien- oder Familienbuddhismus fort und ermöglichen so jedem einen leicht verständlichen Zugang zu den Meditationen und Erklärungen und bieten buddhistische Praxis für Menschen an, die fest im Leben mit Familie, Freunden und Beruf verankert sind.

Der Laienbuddhismus ist seit dem 4. Jahrhundert historisch belegt und verbindet die buddhistische Sichtweise und Meditation mit dem Alltagsleben. Dies geschieht auf der Grundlage authentisch überlieferter Erklärungen und Meditationsübungen.

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Lama Ole Nydahl aus Dänemark

Die Zentren werden von Mitgliedern auf der Basis von Eigeninitiative und Idealismus eigenständig betrieben und sind in gemeinnützigen Vereinen organisiert. Daher sind die meisten Angebote in der Regel kostenlos.
So sind in den vergangenen 40 Jahren allein in Deutschland mehr als 150 Zentren entstanden. Diese stehen in der Tradition der Karma-Kagyü-Linie, die bereits im 11. Jahrhundert in Tibet gegründet wurde. Ihr geistiges Oberhaupt ist der 17. Karmsapa Thaye Dorje.

Buddhismus ist Weltreligion, Lebenseinstellung und praktische Übung. Dabei geht es darum, sich auf der Grundlage von Selbstverantwortung zu entwickeln, um so nützlicher für andere Menschen zu werden. So soll schon einst Buddha keineswegs generell zu Lebensentsagung und Zölibat geraten haben, sondern empfahl seine Lehre als Weg zum Glück, der grundsätzlich jeden Lebensstil bereichern kann.

Mit Lama Ole Nydahl aus Dänemark und 20 weiteren buddhistischen Diamantweg-Lehrern konnten die Teilnehmer in Kassel erfahren, wie man Buddhas Lehre in den Alltag integriert und wie man mit der über 900 Jahre alten Karma-Kagyü-Meditationspraxis zu mehr innerer Freiheit und Freude am Leben gelangt. Lama Ole Nydahl ist dabei der bekannteste westliche Lehrer des Buddhismus. Ole Nydahl und seine 2007 verstorbene Frau Hannah Nydahl wurden 1969 die ersten westlichen Schüler des 16. Karmapa, einem der bedeutendsten Meditationsmeister seiner Zeit.

Ab 1972 reisten beide in seinem Auftrag um die Welt, um den Diamantweg-Buddhismus im Westen zu lehren und buddhistische Zentren zu gründen. Bis heute besucht der mittlerweile 75-jährige Däne, der fließend Deutsch spricht, auf Einladung seiner Schüler die mehr als 650 weltweiten Zentren in über 45 Ländern und lehrt Buddhas Sichtweisen. Alle buddhistischen Zentren bieten regelmäßig angeleitete Meditationen und Vorträge an. Diese Angebote stehen allen Interessierten offen und können ohne Anmeldung oder Vorbereitung besucht werden.

Neben Guido Czeija einem Lehrer des Diamantweg, gelang es uns, den zeitlich stark eingespannten Lama Ole Nydahl für ein Interview zu gewinnen und so nähere Einblicke in die Welt des Buddhismus zu erhalten.

Weiterführende Informationen unter:

deutschlandkurs.diamantweg.de
diamatweg.de
lama-ole-nydadahl.de

© NHR Text/Foto: Yasmin Schwarze (YS), Video: H. Jacob (HJ)

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