4. Café Beruf der Baunataler Schulen – erfolgreiches Übergangsmanagement

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Ein starkes Team für’s Café Beruf: Bürgermeister, Stadtverwaltung und drei Schulen werden gemeinsam aktiv (Foto: Rainer Sander)

Ausbildungsmesse in der Theodor-Heuss-Schule
Baunatal. Die Reihenfolge ist klar: Geburt, Kindergarten, Schule, Beruf, Arbeit (…) Rente. Alles ganz einfach – oder? Das Schuljahr ist schon fast zu einem Drittel rum und für viele Schüler der Abschlussklassen höchste Zeit, sich um den Beruf zu kümmern? Auf dem Transparent eines Ausstellers im 4. Baunataler Café Beruf stand am vorletzten Samstag in großen Buchstaben zu lesen: „Werde, wer Du bist…“ Damit ist die Aufgabe vermutlich am besten beschrieben: Den Beruf zu finden, der Erfüllung bringt, einen Ausbildungsplatz in genau diesem Job zu bekommen und das in einer Welt, die so viele Informationen verfügbar hat, wie nie zuvor und doch von einer erstaunlichen Orientierungslosigkeit geprägt ist. Diese Welt bietet aber auch einmalige Chancen, sich so früh wie niemals früher möglich, selbst zu verwirklichen.

Vielfalt und Veränderung wie nie zuvor

Die berufliche Vielfalt nimmt zu, neue Berufe entstehen, während andere verschwinden und klassische Berufe verändern sich. Neue Ausbildungsformen entstehen, viele Betriebe suchen und die Welt der Schüler in und um Schule sowie Familie verändert sich dramatisch schnell. Schule ist anders, als vor noch vor wenigen Jahren, Jugendliche bringen veränderte Voraussetzungen mit, haben andere Erwartungen und verlassen die Schule mit mehr oder weniger guten Leistungen für das Berufsleben. Gerade entspannt sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt, weniger Schüler suchen einen Ausbildungsplatz, mehr Betriebe finden hingegen keine Lehrlinge mehr, die ihrerseits plötzlich scheinbar die große Auswahl haben. Ein Vorteil? Immer in solchen Situationen glauben wir, dass die Welt wieder in Ordnung sein müsse, wenn zuvor jahrelang Schüler keinen Ausbildungsplatz finden konnten, weil das Angebot größer war als die Nachfrage. Aber die Anforderungen für den Beruf ändern sich, schon die Bewerbung und das erste Auftreten können über eine Einstellung entscheiden. Oft sind die Vorstellungen über Berufe und Berufsbilder nicht greifbar, eher nebulös, vielleicht gibt es den unentdeckten Traumberuf, aber man weiß noch nichts über ihn…?

Drei Schulen gemeinsam – Informationen aus erster Hand

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Praxis geht vor: Anschauliches Friseurhandwerk (Foto: Rainer Sander)

Das Café Beruf drei Baunataler Schulen Theodor-Heuss-Schule (THS), Baunsbergschule und Erich-Kästner-Schule (EKS) fand am Samstag zum vierten Mal statt und sie half den Schülerinnen und Schülern dabei, sich über Berufe, Firmen oder Berufsbilder zu informieren und Orientierung zu gewinnen. 26 Betriebe hatten in der THS ihre Stände aufgebaut, informierten und ließen Schüler viel Praktisches ausprobieren. Da durften Pflastersteine verlegt, Haare frisiert und sogar Babys gewickelt werden. Die Polizei war an ihrem Doppelstand von Polizeipräsidium Nordhessen und Bundespolizei stets umlagert, aber auch die Gastronomie, die mehr bietet, als nur gutes Essen. Vor allem gab es Informationen aus erster Hand.

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Baunatal bewegt (Foto: Rainer Sander)

Schulleiter Walter Kayser begrüßte Schüler und Betreibe zum Auftakt um 10 Uhr und stellte anhand der übergreifenden Berufsmesse fest, wie stark Baunatal als Stadt zusammenwächst. Das sei wichtig für Familien, die nach Baunatal ziehen oder dort leben. Bürgermeister Manfred Schaub kündigte an, dass Tausend Schüler aus Baunatal kommen würden – mehr als in den Abgangsklassen von Hauptschule oder Realschule sind. Sie kamen gegliedert nach Jahrgängen. Nicht nur die Abgangsklassen beschäftigen sich in Baunatal mit dem Schritt ins Berufsleben, nicht auf die letzte Minute sollten Jugendliche ihre Berufswahl in Angriff nehmen, so der Bürgermeister.

Nur dabei sein reicht nicht!

Zum ersten Mal im neuen Amt war die neue Übergangsmanagerin für den Bereich Schule-Beruf, Frau Kerstin Müller-Leibold. Als Ansprechpartnerin für die Schülerinnen und Schüler aus Baunatal will sie nicht nur bei Veranstaltungen, sondern das ganze Jahr über begleitend zur Verfügung stehen. Ohne das Übergangsmanagement nützt die ganze Bildungskette nichts, weiß man in Baunatal und diese Lücke wird jetzt geschlossen. Interessant, war zu beobachten, welche Firmen stets umlagert waren und wer auch im Ansturm allein an seinem Stand verweilte. Überall dort, wo etwas los war, wie beim Gartenbau, den Maschinenbauern, Betrieben aus dem Gesundheitswesen, Gastronomie oder Friseurhandwerk, war auch Begeisterung zu spüren. Die Art der Präsentation entscheidet wohl auf beiden Seiten und eines hat das Café Beruf verdeutlicht: Junge Menschen wollen aktiv sein und sind leistungsbereit. Nur dabei sein, reicht nicht.

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