50 Jahre Stadt Baunatal



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Der Eintrag ins Goldene Buch -stehend v.l.: Manfred Schaub, Uwe Schmidt, Mirko Dickhaut, Michel Krug, Jo Dreiseitel, Raimund und Hannah Ley, Robert und Artur Ackermann, Bertram Hilgen, Dr. Rolf-Dieter Postlep, Dirk Wuschko; sitzend v.l.: Peter Lutze, Holger Poppenhäger (Foto: Rainer Sander)

Der Eintrag ins Goldene Buch -stehend v.l.: Manfred Schaub, Uwe Schmidt, Mirko Dickhaut, Michel Krug, Jo Dreiseitel, Raimund und Hannah Ley, Robert und Artur Ackermann, Bertram Hilgen, Dr. Rolf-Dieter Postlep, Dirk Wuschko; sitzend v.l.: Peter Lutze, Holger Poppenhäger (Foto: Rainer Sander)

Festakt: Baunatal verbindet – Baunatal feiert

Baunatal. Die Stärke etwas abzugeben, hat erst den Weg dafür geebnet, dass in einem großen Ganzen sinnvolle und weitreichende Strukturveränderungen begonnen werden konnten, so brachte es der Fußballer und Bürgermeister Manfred Schaub in seiner Festrede auf den Punkt. Aus ehemals selbständigen Gemeinden wurde am 1. Juli 1966 eine heute moderne, wohlhabende Stadt. Landrat Uwe Schmidt kann mit diesem Wohlstand entspannt umgehen: manchmal käme Neid im Kreis der Nachbargemeinden um „Goldene Wasserhähne“ in Baunatal auf, aber – und da waren sich Schaub und Schmidt einig – die Kreisumlage sorgt für einen gerechten Ausgleich. VW, die bdks (Baunataler Diakonie) und die Knallhütte für das Bier und die Märchen, sind Markenzeichen für die Stadt.

Fast alle Wünsche erfüllt

„Die meisten Bewohner der künftigen Volkswagenstadt Baunatal fühlen sich noch nicht als Städter“, so war das Resümee einer Umfrage aus dem Februar 1966, die Manfred Schaub den 600 versammelten geladenen Gästen verkündete. Die wichtigsten Wünsche damals waren ein Schwimmbad, ein Kino, ein Bürgerhaus, Sportanlagen und Jazz-Keller. Bis auf den Jazz-Keller – Musikgeschmack ändert sich halt – scheint alles zu bester Zufriedenheit erfüllt. Aber nicht nur das, aus allen Wortbeiträgen ging hervor, dass die Stadt prosperiert und sich zukunftsfähig entwickelt.

Alles ging von VW aus, wie Festredner Professor Dr. Rolf-Dieter Postlep, ehemaliger Präsident der Universität Kassel, gleich zu Beginn seiner „Chronik“ erinnerte und damit meinte er nicht nur Geld. Geboren in Wolfsburg als Sohn des damaligen Leiters des VW-Finanzwesens, war er schon pränatal in Baunatal gewesen, im Jahr 1964, bevor die „Glorreichen Sieben“ zur Stadtgründung schritten.

600 Gäste beim Festakt (Foto: Rainer Sander)

600 Gäste beim Festakt (Foto: Rainer Sander)

Die Nase vorn im Wettbewerb um Bürger

Der heutige Leiter der Akademie für Raumforschung und Landesplanung konnte beobachten, dass die Stadt früh Verständnis dafür entwickelt hat, dass es einen Wettbewerb um Bürger gibt. Das sei in Baunatal gelungen. In einer Zeit beschleunigter, multilokaler Lebensstile, die weniger Konstanz vor Ort kennzeichnet, ist Baunatal erfolgreich, weil es in der Nähe zu Kassel eine gute Arbeitsteilung zwischen den Städten entwickelt hat, die lokale Identifikation positiv ausfällt, die Verkehrsinfrastruktur in der Mitte Deutschlands mit Autobahnen, ICE und auch dem Flughafen stimmt und vor allem weil Baunatal seine soziale Kompetenz als Standortfaktor im Bildungskonzept und der Bildungskette entwickelt hat.

Die Herausforderungen der Zukunft werden vor allem innovative Städte meistern. Die Partizipation der Bürger sei in Baunatal hervorragend gelungen. Bürgerbeteiligungen fänden nicht nur bei Wahlen Ausdruck, an denen sich bei manchen nur noch 40 Prozent beteiligen und bei Bürgerversammlungen immer die 10 gleichen Querulanten kommen. Der Kinderstadtplan sei ein tolles Beispiel, wie schon Kinder an der Stadtentwicklung teilhaben. Und damit war er beim Motto der 20er Jahre für moderne Städte: „Nachhaltige Stadtentwicklung“.

Manfred Schaub: Abgeben um großes zu erreichen (Foto: Rainer Sander)

Manfred Schaub: Abgeben um großes zu erreichen (Foto: Rainer Sander)

Baunatal ist eine internationale Stadt

Baunatal sei als internationale Stadt bestens aufgestellt, Internationale Partnerschaften werden gepflegt und VW hatte schon immer eine internationale Belegschaft. Wann man’s mit der Integration der Flüchtlinge richtig macht, kommt frische Luft in die Städtelandschaft, so Postlep.

Für den richtigen Ton bei der Gestaltung der Feierstunde am Samstagmorgen sorgte das Heeresmusikkorps aus Kassel. Zu den gespielten Titeln gehörten neben der „Olympischen Fanfare“ auch „Sparkling Samba“ und „My Way“ (Frank Sinatra) mit einem herrlichen Trompetensolo. Dagegen, dass die einleitende Textzeile „Und jetzt naht das Ende und vor mir liegt der letzte Vorhang“ im aktuellen Volkswagen-Abgasskandal den Abgesang auf die Zukunft der Stadt einläuten sollte, spricht, dass der Applaus des Publikums zu stark war…!

Ehrengäste zum Tortenanschnitt

Zum Anschnitt der Geburtstagstorte, von „Alicas Bunte Tortenwelt“ aus Baunatal kreiert, versammelte Manfred Schaub viel Prominenz mit Baunataler Wurzeln um sich. Dazu gehörten, Dr. Holger Poppenhäger (Innenminister in Thüringen), Jo Dreiseitel (ehemals Jugendzentrumsleiter in Baunatal, heute Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium), Raimund Ley (Filmemacher, „Das Tagebuch der Anne Frank“ u.a.), Mirko Dickhaut (Fußballer und Trainer), Michel Krug (eine Hälfte des Hessentagspaares) und nicht zuletzt die aktuellen iTunes-Stars von Tyro, Robert und Artur Ackermann (The Moment) aus Großenritte.

Vor dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, konnte Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze den beliebten Satz sagen: „das Buffet ist eröffnet!“ Die Bürger, so Lutze mit Blick auf die vielen Veranstaltungen über ein ganzes Jahr, haben einen Geburtstag mitgestaltet, „an den wir uns noch lange erinnern werden!“ (rs)

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