Ausstellung „Fassadendämmung“ im Rathaus Lohfelden

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Bürgermeister Michael Reuter (links) eröffnete die Ausstellung und erklärte die Klimaziele von Lohfelden (Foto: Rainer Sander)

Eröffnung mit Vortrag

Lohfelden. Lohfeldener Bürger – sowie Interessierte Menschen aus den Nachbarorten, waren am 4. November zur Eröffnung der Ausstellung „Fassadendämmung“ eingeladen. Um 19.30 Uhr begrüßte Bürgermeister Michael Reuter zahlreiche Gäste im Bürgerhaus und verwies auf die Selbstverpflichtung Lohfeldens, bis 2030 sehr ehrgeizige Klimaziele zu erreichen. Ein Klimaschutzkonzept wurde erstellt und dazu gehören nicht nur die großen Themen, sondern auch viele kleine Veranstaltungen und individuelle Unterstützung für Hausbesitzer und Bauherren. Auch hat die Gemeinde ein eigenes Förderprogramm eingerichtet, das mit anderen Förderungen kombiniert werden darf. Fast bis zum Weihnachtsmarkt kann die Ausstellung mit informativen Tafeln und Materialbeispielen noch im Rathaus besichtigt werden. Alles, was auf den Informationstafeln zu lesen und abgebildet ist, gibt es auch in unterschiedlichen, ausliegenden Broschüren, die das Land Hessen herausgegeben hat. Der 90 Minuten lange Vortrag „Gut gedämmt ist halb geschimmelt“ von Diplom-Ingenieur Werner Eicke-Hennig, Programmleiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“, fesselte seine Zuhörer im Anschluss. Der Referent konnte mit allerlei Legenden sehr plausibel aufräumen.

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Anhand von Materialien zeigt die Ausstellung, was in Häusern möglich ist, die vor mehr als 20 Jahren gebaut wurden (Foto: Rainer Sander)

Bereits die Bibel kannte Zusammenhang zwischen Schimmel Krankheit
Eines seiner Lieblingsthemen sind fehlende atmende Wände und Wärmedämmung als angeblicher Verursacher von Schimmel. Dabei zitierte er zu Beginn seines Vortrages erst einmal das 3. Buch Mose 14. Darin geht es um die Reinigung des Aussatzes an Menschen und Häusern, speziell um „grünliche und rötliche Grüblein“ an den Wänden, die laut Bibel an dieser Stelle in Zusammenhang mit der Lepra-Krankheit stehen. Hier verwechselt die Heilige Schrift allerdings ganz offensichtlich Ursache und Wirkung. Nicht der Schimmel ist die Ursache von Lepra – es sei denn Wissenschaftler finden das irgendwann noch heraus – sondern starke Temperaturunterschiede zwischen heißen Tagen und kalten Nächten sowie ein durch Krankheit schwitzender Mensch, der viel Feuchtigkeit produziert sorgen für Wasserniederschlag an den Wänden damit für die „Male an der Wand“. Eicke-Hennig erläuterte in seinem Vortrag mehr als anschaulich, dass bei großen Temperaturunterschieden – vor allem dann, wenn Wände unter 12 Grad Celsius kalt werden – stets Schwitzwasser entsteht, die Lebensgrundlage für den Schimmel. Fehlen sorbierende Teppiche oder Möbel, welche die Feuchtigkeit aufnehmen, entstehen die mehr oder weniger schönen, vor allem aber gesundheitsgefährdenden Flecken. Früher hat die Einscheiben-Verglasung im Grunde die Raumluft entfeuchtet, heute bleibt die Feuchtigkeit in der Raumluft. Verschiebt sich dann durch fehlende Wärmedämmung der Taupunkt in der Wand sehr stark nach innen, entsteht dort weitere Feuchtigkeit.

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Wärmedämmung richtig! (Foto: Rainer Sander)

Betonbau war 30-jähriger Lernprozess
Dies ist vor allem bei sogenannten Kältebrücken aus Beton, wie Ringankern und Fensterstürzen, besonders intensiv der Fall. Für den Referenten war der Betonbau eine 30-jährige Lernkurve und erst jetzt hätten viele Baufachleute begriffen, dass die Dämmung hier besonders wichtig ist. Und ab 60 Prozent Luftfeuchte wird es problematisch.
Wer es genau wissen will, findet in der Ausstellung jetzt die richtigen Antworten und Hinweise für eine sinnvolle, energetische Sanierung. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur für Menschen, die in Lohfelden wohnen. Die wichtigste Zielgruppe sind Eigentümer von Häusern, die vor mehr als 20 Jahren gebaut wurden. Ansprechpartnerin vor Ort kann auch Wiebke Kirchhof sein, die neue Klimaschutzmanagerin in Lohfelden. (rs)

 

 

 

 

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