Baunatal rüstet sich für Jahrhundert-Hochwasser



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der Luft wird die Dimension des Rückhaltebeckens sichtbar (Foto: Rainer Sander)

der Luft wird die Dimension des Rückhaltebeckens sichtbar (Foto: Rainer Sander)

Arbeiten am Rückhaltebecken Hunsrückstraße schreiten voran

Baunatal. Noch ein gutes halbes Jahr müssen die Menschen in Kirchbauna und Guntershausen warten, dann sind auch sie für das nächste Jahrhundert-Hochwasser gerüstet. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit hatten sich die Kommunen Baunatal und Schauenburg zusammengetan, um den Hochwasserschutz nachhaltig zu verbessern. Letzter Baustein in einer Kette von passiven und aktiven Schutzmaßnahmen ist das Rückhaltebecken Hunsrückstraße in Baunatal-Kirchbauna.

Mit hohem technischen Aufwand, so Bürgermeister Manfred Schaub, wird der Fluss entschleunigt. Der Wall, der im Frühjahr 2017 bis zu 100.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten soll, muss langsam wachsen, immer wieder verdichtet werden und am Ende, so erklärte Schaub, kommen die Schafe, um mit ihren kleinen Hufen auch die letzten Löcher zu zutreten.

Großes Bürgerinteresse: Manfred Schaub erläutert das Gesamtprojekt (Foto: Rainer Sander)

Großes Bürgerinteresse: Manfred Schaub erläutert das Gesamtprojekt (Foto: Rainer Sander)

Draht nach oben?

Am liebsten würde er es jetzt regnen lassen, sagte Manfred Schaub beim Baustellenspaziergang. Und prompt regnete es wenige Minuten später. Hat der Bürgermeister den Draht nach oben? Für ein Hochwasser reichte es am Donnerstag nicht, aber es kam die Frage auf, ob die Staustufen am Oberlauf der Bauna in Schauenburg nicht ausreichen würden. Leider, so Schaub, regne es nicht immer dort, wo man sich das wünscht und oft fällt in Schauenburg viel Regen, in Baunatal hingegen gar nicht oder umgekehrt. Und dann, so der Verwaltungschef, fließt das Wasser leider nicht bergauf in das vorhandene Schauenburger Rückhaltebecken.

Elfmeter gegen das Hochwasser

Der Draht nach oben reicht also doch nicht aus, um es auch noch an der richtigen Stelle regnen zu lassen. Aber wenn das 9 Meter hohe Steuerungsbauwerk fertig ist, das gerade gebaut wird, dann sind auch die Bereiche am Unterlauf der Bauna geschützt. Horst Brixel vom Bauamt der Stadt erläuterte, dass das Bauwerk noch elf Meter unter die Erde reicht. 8 Meter hoch kann am Ende die Wassersäule an dem Stauwerk sein. Das wird übrigens weitgehend automatisch gesteuert, die Mitarbeiter der Kläranlage werden als Stauwärter tätig sein. Sie sorgen dafür, dass bei Hochwasser 25 Kubikmeter pro Sekunde im Normalfall durchgelassen werden, maximal 39 Kubikmeter pro Sekunde.

Für das entstehende, imposante Bauwerk aus Damm und Steuerungsbauwerk werden 16.000 Quadratmeter Erde bewegt und die Bauna für eine Zeitlang umgeleitet.

Umgeleitet: die Bauna (Foto: Rainer Sander)

Umgeleitet: die Bauna (Foto: Rainer Sander)

Kohle geht nicht aus

5,3 Millionen Euro sind den Kommunen Schauenburg und Baunatal die aktuelle Baumaßnahme wert. Eine Menge „Kohle“. Dass im Rückhaltebecken tatsächlich auch eine größere Fläche Braunkohle gefunden wurde, hilft dabei wenig. Aber ein Großteil der Baukosten wird über Zuschüsse finanziert. 3.731.000 Euro kommen aus der Landesförderung.

Die Betonarbeiten der Seitenwände sind jetzt abgeschlossen. Wenn das Steuerungsbauwerk endgültig fertiggestellt ist, wird mit der Errichtung des Betriebsgebäudes begonnen. Danach können die Arbeiten des Gewerkes Stahl-Wasserbau und die Restarbeiten am Damm beginnen.

Fit für die Zukunft

Zum Besichtigungstermin waren etwa 50 Interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen. Schauenburg und Baunatal sind mit der Maßnahme für die Zukunft bestens gerüstet und für die vielen Freizeitsportler ergeben sich auf den absolut ebenen Wegen auf der Dammkrone neue Möglichkeiten zum Fitnesstraining. (rs)

 

 



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