Das Haus in Besitz nehmen

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Dier erste Bewohnerin Burglinde Braun (Mitte) wird von Christoph Albert, Benno Wolfgang Ecker, Schwester Viola Müller und Bürgermeister Klaus Gier (v.l.) begrüßt. (Foto: Rainer Sander)

Erste Bewohnerin im Seniorenheim in Edermünde-Giflitz

Edertal.
„Unsere Bewohner sollen ihr Haus in Besitz nehmen“, so formulierte Einrichtungsleiter Christoph Albert am Donnerstag in Giflitz den Anspruch vom „Haus Ederaue“ des internationalen Bildungswerkes e.V. (int-bsw) in dem Edertaler Ortsteil. Mit Burglinde Braun ist vergangene Woche die erste Bewohnerin eingezogen. Noch ist sie ein wenig allein, doch das ganze Team des Wohnbereichs ist zunächst einmal allein für sie da.

Zum einen erklärt die Aufforderung, das Haus in Besitz zu nehmen also, dass es jetzt losgehen kann und weitere Bewohner willkommen sind. Zum anderen sollen diese das Haus auch als ihr persönliches Zuhause in Anspruch nehmen können, in dem Familien willkommen sind, Gäste empfangen werden können und ein Wohnen mitten im Leben „wie daheim“ sein kann, auch wenn die eigentliche Wohnung – der Pflegebedürftigkeit wegen – nicht aufrechterhalten werden kann.

Helles Haus für ein neues Zuhause

Das Haus Ederaue öffnet seine Pforten (Foto: Rainer Sander)

Das Haus Ederaue öffnet seine Pforten (Foto: Rainer Sander)

Ein helles Haus ist es geworden. Freundlich mit viel Licht, farbenfroh aber nicht bunt, modern aber nicht schrill und trotzdem altersgerecht, jung aber nicht verspielt, so präsentiert sich das neue Objekt, in dem Senioren eine Zeit verbringen sollen, die sie sich verdient haben. Das Konzept sieht Wohnbereiche vor, die gemütlich gestaltet sind und einen Eindruck von Zuhause vermitteln sollen. Gegessen wird nicht in einem riesigen Speisesaal, sondern ebenfalls in den einzelnen Wohnbereichen. Eine Küche zur Vollversorgung gibt es nicht, das Essen kommt aus der zentralen Küche in Naumburg und wird in Edertal dann fertig zubereitet.

Herr Benno Wolfgang Ecker aus Iserlohn, wo die Unternehmensführung des Internationalen Sozialwerks residiert, geht davon aus, dass in zwei Monaten der erste Wohnbereich belegt sein könnte. Viele Edertaler wollen aus anderen Einrichtungen zurück in die Heimat und müssen Kündigungsfristen beachten. Vor allem aber wollen Bewohner das fertige Haus sehen das ist ab jetzt möglich. Täglich kommen bereits etwa vier Besuchstermine zustande und Zug um Zug wird dann auch neues Fachpersonal gesucht auch hier besteht noch die Möglichkeit, sich zu bewerben.

Gemütliche Gemeinschaftsräume (Foto: Rainer Sander)

Gemütliche Gemeinschaftsräume (Foto: Rainer Sander)

6 Millionen Euro für ein beeindruckendes Gebäude
6 Millionen Euro hat der Träger investiert, 300.000 Euro kommen als Zuschuss aus Mitteln der Deutschen Fernsehleute. 66 Einzelzimmer, alle mit Balkon oder Terrasse sowie eigenem Bad/WC, sind auf einer Gesamtfläche der Einrichtung von 15.500 Quadratmetern entstanden. Jeder Wohnbereich hat ein Wellness Bad, gemütliche Gemeinschaftsräume für die Freizeit aber auch kreative und therapeutische Angebote. Überdachte Terrassen laden zum Verweilen ein und ein eigener Friseursalon wird zukünftig von örtlichen Friseuren genutzt. Besonderheit ist ein Snoezelen-Raum, der mit Musik und Lichteffekten Wohlbefinden erzeugen und Erinnerungen wecken soll.

Auf der einen Seite bietet das Haus Natur pur mit einem fantastischen Ausblick, auf der anderen Seite geht es in direkt in den Ort. Die Anbindung an das Gewerbegebiet in Giflitz ermöglicht den eigenständigen Besuch von Geschäften, Bank und der Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Klaus Gier versprach, dass der Fußweg dorthin schnellstens entlang der Landesstraße gebaut wird. Für ihn ist das Haus Ederaue ein beeindruckendes Gebäude, auf das die Gemeinde schon lange gewartet habe. (rs)

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