Den Löwen schlafen lassen…



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 Prof. Dr. Helge Braun: der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Im Hintergrund MdL Günter Rudolph, MdB Edgar Franke, Frank Börner, MdB Bernd Siebert und Walter Pippert (Foto: Rainer Sander)

Prof. Dr. Helge Braun: der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Im Hintergrund MdL Günter Rudolph, MdB Edgar Franke, Frank Börner, MdB Bernd Siebert und Walter Pippert (Foto: Rainer Sander)

Gudensberg: Neujahrsempfang mit Staatsminister Prof. Dr. Helge Braun

Gudensberg.
Manchmal möchte man den Löwen schlafen lassen, überlegte Florence Viereck vom Duo Pata Moto. Beim Neujahrsempfang in Gudensberg waren sie und ihr musikalischer Begleiter an der Gitarre, Frank Sommerfeld, die musikalischen Künstler. „The Lion Sleeps Tonight, so hieß das Lied aber der scheint in Nordafrika und dem Nahen Osten erwacht zu sein. So waren die Flüchtlingsströme auch in der Hauptstadt des Chattengau Thema.

Schon vor den anwachsenden Flüchtlingsströmen hatte Prof. Dr. Helge Braun, Staatsminister im Bundeskanzleramt, sein Kommen zugesagt – einer der beiden Gudensberger Bundestagsabgeordneten, Bernd Siebert, hatte den Besuch möglich gemacht – und jetzt hätte sein Besuch zum Jahresbeginn nicht passender sein können. „Konfliktterminator“ wird die rechte Hand von Angela Merkel inzwischen genannt und kaum jemand ist so nah am Thema, wie er.

 Prof. Dr. Helge Braun: der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Im Hintergrund MdL Günter Rudolph, MdB Edgar Franke, Frank Börner, MdB Bernd Siebert und Walter Pippert (Foto: Rainer Sander)

Prof. Dr. Helge Braun: der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Im Hintergrund MdL Günter Rudolph, MdB Edgar Franke, Frank Börner, MdB Bernd Siebert und Walter Pippert (Foto: Rainer Sander)

„Noten statt Waffen“
„Wir schaffen das, hat seine Chefin in Berlin gesagt, „Wir schaffen das, weil wir es wollen“, hielt Bürgermeister Frank Börner in seiner Neujahrsansprache dagegen. Ganz offen, so Börner, werde von einem Stellvertreterkrieg gesprochen und Syrien sei längst ein zerstörtes Land. Man könne auch in Gudensberg zum Frieden beitragen, nämlich durch die Integration der Flüchtlinge, aber auch durch die Partnerschaftlichen kontakte. Der Männergesangverein Gleichen fährt mit Sänger Frank Börner demnächst in die Ukraine – ebenfalls eine Konfliktregion: „wir greifen zu Noten, statt zu Waffen…“

Prof. Dr. Helge Braun begann seinen Vortrag mit einem Zitat: „Glücklich ist ein Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest“, hatte Charles de Secondat, französischer Staatstheoretiker einmal gesagt. Davon kann im Moment kaum irgendwo die Rede sein. „Jetzt, wo in Syrien die Geberkonferenz beginnt, würden wir gerne die Guten gegen die Bösen unterstützen. Aber dort agieren mehr als acht Parteien und bekämpfen Sich untereinander.

Amerika spiele nicht mehr die allein führende Rolle als Ordnungsmacht, doch immerhin geben die USA vier Prozent ihres Haushaltes für Verteidigung aus, Deutschland nur zwei Prozent und da sei verständlich, dass über die Rolle Deutschland in der Welt gesprochen werde.

Bürgermeister Frank Börner (Foto: Rainer Sander)

Bürgermeister Frank Börner (Foto: Rainer Sander)

Terroristen anlocken?
Deutschland hat inzwischen in Syrien Partei ergriffen und gerne wird jetzt gefragt: „ziehen wir mit unserem Handeln die Terroristen nicht erst an? Die waren, so der Minister, in Deutschland schon lange aktiv. Erfreulicherweise wurde im Jahr 2007 verhindert, dass die Sauerland-Gruppe zeitgleich in vielen Kaufhäusern Bomben zünden konnte.
Der Minister referierte außerdem über Griechenland, die Globalisierung, TTIP und die Türkei, die wir brauchen, um illegale Einwanderung zu unterbinden. Und selbstverständlich spricht der Gast auch über die Flüchtlinge. Sind nun alles Ärzte oder alles Analphabeten? In den öffentlichen Diskussionen scheint es vordergründig um solche Fragen zu geben. Immerhin hat das Deutsche Institut für Wirtschaft DIW vorausgesagt, dass Deutschland seine Wirtschaftskratt deshalb nicht erhalten kann, weil ausreichend Fachkräfte fehlen.

Grenzen überwinden
„Uns hat es weitergebracht, Grenzen zu überwinden“, resümierte er zum Schluss. Das gelte auch 2016. Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert: formulierte die Botschaft des Neujahrsempfangs optimistisch: „neues Jahr, neues Spiel, neues Glück!“ Und es sei immer ein Zauber, der einem neuen Anfang innewohnt, so auch zu Beginn eines neuen Jahres. (rs)



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