Ein Blick in die Zukunft bei der Neujahrsbegrüßung in Baunatal



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Sieht das städtebauliche Konzept als Zukunftsprojekt: Bürgermeister Manfred Schaub (Foto: Rainer Sander)

Sieht das städtebauliche Konzept als Zukunftsprojekt: Bürgermeister Manfred Schaub (Foto: Rainer Sander)

Automatisches Fahren und Elektromobilität kommen

Baunatal. „Wie geht es?“ So lautet die zum Jahresbeginn die sicher meist gestellte Frage und kommt gleich nach der üblichen Begrüßungsfloskel „alles Gute zum neuen Jahr“. Dass die Antwort meist eine Frage des Standortes ist, daran ließ der Bürgermeister Ralf Poschmann von Baunatals Partnerstadt in Thüringen, Sangerhausen, in seinem Grußwort erkennen: „Baunatal ist unsere westlichste Partnerstadt und wenn ich hier bin, bin ich stets auch etwas neidisch“. Und weiter: „wenn ich hingegen in unsere Partnerstadt nach Polen fahre, dann sage ich immer „uns geht es gut!“ Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub sieht’s überwiegend ähnlich, aber dass die Stadt jetzt siebeneinhalb Millionen Euro Transferzahlungen in andere kommunale Kassen leisten muss, erscheint ihm nicht schlüssig, zumal eine Stadt mit einem großen Industrieunternehmen vor Ort auch viel an Infrastruktur leisten muss. Das müssen andere Kommunen nicht unbedingt.

Die Elektromobilität wird genauso kommen, wie das automatische Fahren, prophezeit Wolfgang Müller-Pietralla (Foto: Rainer Sander)

Die Elektromobilität wird genauso kommen, wie das automatische Fahren, prophezeit Wolfgang Müller-Pietralla (Foto: Rainer Sander)

Wie eng das Baunatal mit dem VW-Werk verbunden ist und wie viele Hoffnungen für die Zukunft mit der automobilen Produktion im Volkswagenwerk verknüpft sind, war beim Neujahrsempfang kaum zu übersehen. Auf der Bühne standen Käfer-Modelle und die wurden von den Sportakrobatinnen des KSV Baunatal gegen Ende des Neujahrsempfangs auch als Übungsgeräte benutzt. Und Baunatals Europameisterin im Pool-Billard, Nathalie Seichter zeigte, dass so eine Handvoll Käfer auch auf dem Billardtisch hervorragende Hindernisse darstellt, die von Könnern umspielt werden können.

Sportakrobatik auf dem Käfer-Dach (Foto: Rainer Sander)

Sportakrobatik auf dem Käfer-Dach (Foto: Rainer Sander)

In die automobile Zukunft geschaut

Wie es weitergeht, versuchte der Gastredner, Zukunftsforscher und Leiter der Abteilung Zukunftsentwicklung im VW-Konzern, Wolfgang Müller-Pietrella, zu erklären. Er skizzierte das Bild von der Zukunft, so wie sie sich uns vermutlich präsentieren wird. Die Zukunft der Mobilität wird intelligenter, so sein vorweggenommenes Resümee. An der Wahrheit, dass alles auf dieser Welt, was sich nicht anpasst ausstirbt, kommen wir schwer vorbei. So wird sich auch Volkswagen anpassen, wenn sich „elastische Technologien“ verbreiten und sich eine „Sensor-Wirtschaft“ aufbaut, in der sich Produkte wie ein Chamäleon nach den Bedürfnissen verwandeln.

Automatisches Fahren wird kommen, in Asien arbeitet man sogar bereits Automationen für Fußgänger. Wer demnächst bei Google etwas sucht, wird von der Suchmaschine per Auto abgeholt, während Google schon mal das billigste Geschäft ermittelt. Auch wenn viele Fragen noch offen sind, Elektroautos beziehungsweise solche, die mit Gas oder Brennstoffzelle betrieben werden, sind die Fahrzeuge der Zukunft und weil der Elektroantrieb derzeit in Baunatal gefertigt wird, wird sich dieser Standort auch in Zukunft behaupten.

Geschickt mit den Billard Queues: Nathalie Seichter (Foto: Rainer Sander)

Geschickt mit den Billard Queues: Nathalie Seichter (Foto: Rainer Sander)

Kurz zurückgeschaut und dann in die Zukunft…

Nur einen kurzen Blick zurück gönnte sich Bürgermeister Manfred Schaub. Am 26. Januar 1015 tauschten Kaiser Heinrich II und der Hersfelder Abt zwei Anwesen in Thüringen und im Dörfchen „Bunun“, dem späteren Altenbauna. Und weil sie darüber in Frankfurt eine Urkunde ausstellten, ist noch heute nachvollziehbar, dass Baunatal eigentlich 1000 Jahre alt ist und nicht erst 50. Darüber findet am kommenden Donnerstag ein Vortrag statt. Alle anderen wichtigen Termine liegen in der Zukunft. Baunatal baut und in den kommenden zwölf Monaten wird einiges fertiggestellt. Der Aquapark soll bis Ostern saniert sein, die Polizei wartet darauf, die neuen Räume beziehen zu können und im Juli soll auch das Kino- und Kulturzentrum seiner Bestimmung übergeben werden.

Landrat Uwe Schmidt warb für Anerkennung statt nur Toleranz (Foto: Rainer Sander)

Landrat Uwe Schmidt warb für Anerkennung statt nur Toleranz (Foto: Rainer Sander)

All diese Maßnahmen, viele die schon abgeschlossen sind und andere, die noch folgen sind, so Schaub, Teil einen gut durchdachten städtebaulichen Konzeptes, das in seiner Ganzheitlichkeit zu begreifen ist und Baunatal in die Zukunft führen soll.

Toleranz und Anerkennung

Die Ereignisse in Frankreich und die latente Terror-Gefahr waren auch beim Neujahrsempfang in Baunatal präsent. Landrat Uwe Schmidt bezeichnete die Morde von Paris als Angriff auf Europa. Er forderte hierzulande zugleich mehr als nur Toleranz gegenüber Fremden ein. Schon Goethe, so Schmidt, habe festgestellt, dass Toleranz nur vorübergehend helfe, sie sollte alsbald in Anerkennung übergehen. Die Flüchtlinge, die jetzt in den Landkreis Kassel kämen, seien eine gesamtdeutsche Aufgabe.

Sie sang gefühlvolle Lieder: Nicole Jukic (Foto: Rainer Sander)

Sie sang gefühlvolle Lieder: Nicole Jukic (Foto: Rainer Sander)

Das Schlusswort sprach Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze und er schloss auch mit dem Thema Mobilität ab. Neben den Zukunftsthemen Elektromobilität, virtuelle Mobilität und räumliche Mobilität fügte er noch eine vierte Dimension hinzu, nämlich die soziale Mobilität. Sie sorge für Stabilität in moralischer und emotionaler Hinsicht

 

Musikalisch umrahmt wurde die Neujahrsbegrüßung von der Bigband der Baunataler Musikschule und der Sängerin Nicole Jukic. Die Moderation hatten mit Alexandra Maus und Timo Ackermann zwei Auszubildende aus der VW-Akademie souverän übernommen.

 

 



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