Gefahren und Risiken von Internet-Terminals

Kreis Kassel. Sie sind ein neuer Trend und mittlerweile häufig in öffentlichen Räumen anzutreffen: Internet-Terminals. Im Foyer des Hotels laden die mannshohen elektronischen Geräte ein, die jüngsten Veranstaltungstipps abzurufen, im Kaufhaus bieten sie Informationen rund um das Warensortiment und im Imbiss um die Ecke stellen sie neuerdings eine leicht zugängliche Möglichkeit dar, im Internet zu surfen – zu oft ohne jegliche Kontrolle der aufgerufenen Homepages. „Gerade für Jugendliche ist es natürlich sehr reizvoll, hier genau die Spiele im Netz aufzurufen und zu spielen, die die Eltern ihnen zu Hause verbieten“, erläutert Manuel Dietrich, Gewerbeprüfer des Landkreises Kassel, die heikle Situation.

Heikel ist die Angelegenheit in mehrerlei Hinsicht: Zum einen sind sich Eltern gar nicht bewusst, dass Jugendliche immer häufiger diese Möglichkeit (aus-)nutzen, zum anderen sind die Betreiber der Imbisse oder Cafés oft unzureichend darüber informiert, dass sie in der Kontroll-Pflicht für die Nutzungen der Terminals sind. „Den Besitzern der Imbissbetriebe wird der Internet-Terminal von Dritten angeboten, ihnen wird eine Umsatzbeteiligung an den Geräten zugesagt – aber sie werden über ihre Pflichten vom Vertreiber oder Verleiher der Geräte unzureichend bis gar nicht informiert“, schildert Dietrich die aktuelle Lage. „Fakt ist aber, dass es feste Auflagen gibt wie „Aufsichtspersonal“, „Kontrolle des Internetprotokolls“ und auch „Einsatz geeigneter Filtersoftware“, so der Gewerbeprüfer und erwähnt nur nebenbei den Jugend-Medien-Staatsvertrag, der ganz klar regelt, welche Online-Inhalte verfügbar gemacht werden dürfen. Ein Verstoß gegen eben dies Regelung wird mit einer nicht unerheblichen Geldstrafe oder gar Freiheitsentzug bis zu einem Jahr geahndet. Kontrollen der Imbisse in der Region hätten leider gezeigt, dass ein mangelndes Bewusstsein für diese Pflichten vorläge, so Dietrich weiter.

Aber es gebe auch positive Beispiele. Ganz korrekt habe sich Herr Ismail Seker verhalten, der in Bad Emstal das Lokal „Klein Istanbul“ betreibe. „Solange von Seiten des Verleihers nicht sichergestellt wird, wie ich die Auflagen erfüllen kann, stelle ich das mir angebotene Gerät nicht auf“, erklärt Seker und hat den Terminal erst mal in den Keller verfrachtet. Sicher sei festzustellen, dass diese Geräte mit ihren Unterhaltungsmöglichkeiten mehr Kundschaft im Lokal halten. „Das habe ich ja auch bei den Geldspielgeräten erlebt, die ich vor einigen Jahren aufgestellt habe, aber da in Bezug auf die Internet-Terminals hier noch eine unklare Situation vorliegt, verzichte ich lieber.“

Dietrich betont im Zusammenhang mit den von Seker erwähnten Geldspielgeräten, das hier eine andere Rechtsgrundlage vorliegt. „Die Lage muss sehr differenziert betrachtet werden, was die Situation für die Imbissbetreiber nicht einfacher macht“, zeigt Dietrich Verständnis. Entscheidend für das Aufstellen von Geldspielgeräten sei wiederum, das Vorliegen einer Gaststättenerlaubnis. Aber auch dann bedarf es einer Geräte-Prüfplakette der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). „Wir raten, dass vor dem Aufstellen von solchen Geräten in Imbissen ausreichend Informationen eingeholt werden – dies ist im Sinne aller“, ruft Dietrich die Betreiber zu mehr Sensibilität auf.

Für Rückfragen steht der Gewerbeprüfdienst Montag bis Donnerstag in der Zeit von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr, freitags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr unter der Rufnummer 0561/ 1003 2167 zur Verfügung.