Großes Kino – Baunatal wird erwachsen Grundsteinlegung für Cineplex-Kino in Baunatal

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Bauherr Wolfgang Schäfer mit der „Hülse“ für den Grundstein (Foto: Rainer Sander)

Baunatal/Kassel. Ganz gleich, ob das Gründungsdatum der Gemeinde Baunatal oder die etwas spätere Stadtgründung als Maßstab dienen, Baunatal ist eine extrem junge Stadt und das selbst dann, wenn man die angestaubte Gedanken in den Reihen einiger weniger – vornehmlich oppositioneller – Stadtverordneten einbezieht. Aber wie man ohne organisches Wachstum, ohne historischen Stadtkern, ohne über Jahrzehnte entwickeltes „Wir-Gefühl“ und ohne Kulturgeschichte eine Stadt entwickelt, das wissen immer nur diejenigen, die es nie umsetzen müssen.

 

So sind Herzenswünsche wie eine Einkaufsgalerie mit Vielfalt und Klasse, ein Kino, ein Kulturzentrum und selbst so profane Dinge, wie Fast-Food-Restaurants, nicht einfach zu realisieren. Weil die Stadt weder selbst Hemden und Blusen verkaufen noch Hamburger braten kann, sind dafür Investoren notwendig. Die wiederum müssen in einem synthetischen Staatsgebilde im Zweifel mehr an die Stadt glauben, als deren eigene Bürger.

Großes Interesse trotz miesem Wetter in Baunatal (Foto: Rainer Sander)

Großes Interesse trotz miesem Wetter in Baunatal (Foto: Rainer Sander)

Schon im Sommer ist mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für das erste und vielleicht auch das einzige Kino in Baunatal gefallen und es entsteht auf einem der erlesensten Grundstücke, das die Stadt noch zu bieten hat. Die Lage: neben allen wichtigen Institutionen wie Polizei (zukünftig), Schule, Sporthalle, Tanke, Rathaus und Aldi sowie in Sichtweite zum Marktplatz, der nicht etwa im Mittelalter schon als Wochenmarkt diente, sondern auf dem selbst in den sechziger Jahren noch Kühe weideten. Heute beherbergt er immerhin drei Banken und eine Menge Geschäfte.

 

 

So nah am Rathaus entsteht das Kino… (Foto: Rainer Sander)

So nah am Rathaus entsteht das Kino… (Foto: Rainer Sander)

Kultur schafft „Wir-Gefühl“ und Identität
Im Grunde waren die zwei Jahre, in denen der KSV Baunatal 2. Bundesliga spielte, während der große KSV Hessen Kassel in der Hessenliga versauerte, wichtiger als 50 Jahre Stadtentwicklung, weil sie das Identitätsgefühl der Bürger als Baunataler besser transportiert haben, als jede andere sorgfältig geplante und designte Maßnahmen. Eine Sportmannschaft, die den (großen) Nachbarn zeigt wo der Hammer hängt, ist identitätsstiftender. Das gilt übrigens für alles Kulturelle und Gesellschaftliche. Mit dem neuen Kino, das die Familie von Wolfgang Schäfer, Betreiber des Cineplex Capitol in Kassel, jetzt baut, kommt in wenigen Monaten ein wichtiges Stück moderner Kultur mitten in die City.
Damit bekommt Baunatal ein Gesicht mit jeder Menge städtischem Flair. Man habe konstruktiv um dieses Gesicht gerungen, so schilderten in der Vergangenheit – leicht differenziert – sowohl Bauherr Schäfer, als auch Bürgermeister Manfred Schaub die unterschiedlichen und am Ende doch gemeinsamen Positionen.
In wenigen Monaten soll es soweit sein
Mit der Anspielung, dass das Wetter schon „großes Kino“ sei, sorgte Bürgermeister Manfred Schaub für entspannte Lacher bei der Grundsteinlegung für das Cineplex-Kino der Familie Schäfer in Baunatal. Es wird mehr als ein Kino. Der Name Kino- und Kulturzentrum beschreibt, um was es geht. Bereits die Planung war nicht nur öffentlichkeitswirksam, sondern auch tatsächlich von öffentlichem Interesse, der erste Spatenstich wurde mit Spannung beobachtet, genauso wie die ersten Bauarbeiten danach.

So wird das Kino aussehen – präsentiert im Sommer beim Ersten Spatenstich (Archivfoto: Rainer Sander)

So wird das Kino aussehen – präsentiert im Sommer beim Ersten Spatenstich (Archivfoto: Rainer Sander)

Das Stadtoberhaupt verriet bei regnerischem, kaltem und stürmischem Wetter mit nur wenigen Worten, um was es geht. Ein wichtiger Frequenzbringer für die Innenstadt wird das neue Kino ganz sicher werden, und es bedarf keiner Propheten dafür, dass ein Kino in der Innenstadt auch für eine Belebung des Umfeldes sorgen wird. In Baunatals Innenstadt werden alle davon profitieren. Dass vor allem jüngere Menschen mit Begeisterung auf das Kino warten, ist für Manfred Schaub leicht nachvollziehbar, dass er die gleiche Begeisterung auch in Gesprächen mit Senioren zu spüren bekam, war indes weniger einkalkuliert. So darf erwartet werden, dass dieses neue Gebäude hält, was es verspricht, nämlich ein Anziehungspunkt inmitten eines modernen und offenen Stadtbildes zu werden.
Noch, so Bauherr Wolfgang Schäfer bei der Grundsteinlegung, gibt es nicht viel zu sehen. Auch wenn sich die ersten Mauerabschnitte bereits über die Bodenplatte erheben, die Ausmaße sind in der Tat noch nicht erkennbar. Bis zum März – einen milden Winter vorausgesetzt – soll sich das ändern und wenn alles auch danach noch glatt läuft, könnte der Kino- und Kultur-Spaß schon mitten im Hochsommer Realität werden.
Selbstverständlich wurde mit dem Grundstein auch eine Hülse eingemauert und diese beinhaltet eine Zeitung von heute und eine aus dieser Woche, aber auch den Bauplan, den Finanzierungsplan und alles, was es über diesen Bau zu sagen gibt. (rs)

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