Kerstin Müller-Leibold ist die Übergangsmanagerin

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Das Café Beruf, die Baunataler Ausbildungsmesse, war eine der ersten Aufgaben für die Übergangsmanagerin (Foto: Rainer Sander)

Schnittstelle Schule-Beruf wird in Baunatal verbessert
Baunatal. Wer Biografien von besonders auffälligen Jugendlichen verfolgt, sich mit jungen Straftätern beschäftigt oder Lebensläufe von Langzeitarbeitslosen studiert, wird sehr oft feststellen, dass irgendwo an den Nahtstellen zwischen den Bildungsinstanzen und pädagogischen Einrichtungen Brüche passiert sind. Statistisch lässt sich tatsächlich fast überall nachweisen, dass die Risiken zum Scheitern immer dann am größten sind, wenn der Wechsel vom Kindergarten in die Schule, von der Grundschule in die Hauptschule, Realschule oder Gymnasium oder am Ende der Wechsel von der Schule in den Beruf nicht reibungslos funktioniert. Dabei können Ursachen und Auswirkungen extrem unterschiedlich sein

Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass in einer Bildungseinrichtung bei entsprechendem Personaleinsatz niemand unterwegs den Anschluss verlieren muss. Immer dann, wenn Gewohntes aufgegeben werden muss, etwas Neues beginnt und vielleicht die Begleitung durch das Elternhaus nicht optimal sein kann, können Brüche passieren, die nur schwer zu reparieren sind.

Brüche können vermieden werden
Mit diesem Wissen sollte es nicht schwer sein, solche Brüche zu vermeiden, weil es überschaubar ist, in welcher Weise eine Hilfestellung an diesen Übergangspunkten erfolgen könnte und sollte. Aber der Wechsel vom Kindergarten zur Schule ist schon ein Wechsel von einer Kommune als zuständige Instanz zum Landkreis als Schulträger. Wer also zahlt? Und weil auch die Grundschulen andere Zuständigkeiten kennen als die weiterführenden Schulen, ist hier ebenfalls eine unterstützende Hilfestellung nicht immer einfach. Und endet die Schulpflicht beim Wechsel ins Berufsleben, sind weder Kommune noch Schulträger, sondern die Jugendhilfe zuständig. Damit entsteht wieder eine andere Kostenträgerschaft.

Baunatal hat erkannt, dass es gar nicht so schwer ist, Brüche zu vermeiden, wenn man eine lückenlose Bildungs- und Unterstützungskette aufbaut, die nicht zuerst fragt, wer das Übergangsmanagement bezahlt, sondern welchen Nutzen es für die Betroffenen und am Ende für die Gemeinschaft insgesamt hat. Wenn ein Scheitern vermieden werden kann, so ist allen gedient und für die betroffenen Jugendlichen wird der Weg in die Zukunft geebnet. Mit der Besetzung des Übergangsmanagements Schule-Beruf in der Stadt Baunatal durch Frau Kerstin Müller-Leibold, wird in der Volkswagen Stadt auch die letzte Nahtstelle geschlossen.

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Kerstin Müller-Leibold ist die neue Übergangsmanagerin Schule-Beruf in Baunatal (Foto: Rainer Sander)

Aufgaben des Übergangsmanagements Schul-Beruf
das Übergangsmanagement ist die städtische Koordinationsstelle für den Übergang von der Schule in den Beruf. Von dort aus werden Projekte zur Berufsorientierung angestoßen und gefördert, die Ausbildungsmesse mitgestaltet, die Kooperation zwischen Stadt und den Schulen unterstützt, aber auch Beziehungen zu wichtigen Baunataler Ausbildungsbetrieben, der Wirtschaftsgemeinschaft, dem Kompetenznetzwerk Maschinenbaupartner, Gewerbevereinigungen und anderen Institutionen gepflegt. Auch werden Bildungsmaßnahmen und Berufshilfemaßnahmen koordiniert, teilweise in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, den Jobcenter und der Jugendberufshilfe sowie den Kammern. Darüber hinaus werden Fördergelder für die Schaffung von Ausbildungsplätzen vermittelt. Auch bei Praktikumsplätzen für Betriebspraktika wird unterstützt.

Frau Müller-Leibold kommt mit Doppel Qualifikation die neue Aufgabe
Frau Mit Frau Müller-Leibold besetzt eine gelernte Bankkauffrau mit Studium der Wirtschaftspädagogik und dem zweiten Staatsexamen diese wichtige Funktion. Sie hat bereits als Berufseinstiegsbegleiterin und Dozentin beim Verein für Sozialpädagogik, Berufsförderung und Bildung e. V. gearbeitet und war in den letzten Jahren in der Erich-Kästner-Schule in Baunatal-Großenritte in beratender Funktion für Schüler tätig. Sie wird Sprechstunden anbieten, will die Elternarbeit intensivieren und eine stetige Begleitung in das Berufsleben gewährleisten. Ihr Arbeitsplatz ist im Stadtteilzentrum am Baunsberg, wo sie auch ansprechbar ist. Sie ist seit Anfang November in der neuen Position tätig. (rs)

 

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