Politischer Aschermittwoch mit Michael Roth

Volles Bürgerhaus in Lohfelden (Foto: Rainer Sander)

Volles Bürgerhaus in Lohfelden (Foto: Rainer Sander)

Lohfelden. Eine lange Tradition hat der politische Aschermittwoch in Deutschland, in Lohfelden sind es immerhin schon 23 Jahre. Damals war die Zeit der Ära Kohl, in der die SPD der beiden Ortsvereine Lohfelden Vollmarshausen den politischen Kehraus am Loh begann. Und viel Prominenz hat schon auf der Bürgerhausbühne gestanden. Diesmal kam der Gast aus Berlin: der Minister für Europa, Michael Roth, war eigens angereist. Er ist ein Nordhessen durch und durch, denn seine Wiege stand in Heringen, dort wo das Salz im Landkreis Hersfeld-Rotenburg aus der Erde kommt.

Nach der Eröffnung durch den SPD-Vorsitzenden Hans-Werner Eckhard und moderiert durch den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Lohfelden, Uwe Jäger, war zunächst MdL Timon Gremmels an der Reihe. Der Landtagsabgeordnete zog den Bogen von der Fastnacht zum Aschermittwoch und resümierte, dass in der Fastnacht die Fastenzeit beginnt, also der freiwillige Verzicht auf etwas. In Hessen, so Gremmels, müssen auch die Kommunen fasten, weil sie von der Landesregierung zu wenig Geld bekommen. Und weil sie das nicht freiwillig tun, ist es am Ende gar kein Fasten.

Die Garde des Frauenkarnevals tanzt (Foto: Rainer Sander)

Die Garde des Frauenkarnevals tanzt (Foto: Rainer Sander)

„Die Grünen verraten in Wiesbaden ihre Ideale…“
Getreu den Bräuchen des politischen Aschermittwoch, nämlich etwas direkter zu werden als sonst in der politischen Auseinandersetzung, griff der Landtagsabgeordnete die Grünen heftig an, die in Wiesbaden ihre Ideale verraten würden. Und im Hinblick auf die Energiewende sei es untragbar, dass beide Regierungen den Energiekonzernen Geld in den Rachen werfen, weil sie ihnen Schadensersatzforderungen ermöglichen. Aber er verloste auch eine Tagesreise nach Wiesbaden und Joachim Caspar aus Lohfelden ist der glückliche Gewinner, der dort ganz sicher nicht Fasten wird.Nur 25 Prozent Christen in Sachsen, aber die christliche Kultur ist in Gefahr? Gegen 19:30 Uhr traf der Gast aus Wiesbaden ein. Michael Roth gab sich dann kämpferisch. Lauter als geplant, regte auch er sich über den Regierungswechsel in Hessen auf, den man aber gar nicht spüre, weil die Grünen nahtlos in die Rolle der FDP gerutscht sind. Immerhin, so Roth, setze die „Tuwas-Regierung“ in Berlin der „Turnix-

Regierung“ in Wiesbaden eine Menge entgegen.
Als Europaminister griff Roth auch das Thema Einwanderung und Islam in Deutschland auf. Dass in Sachsen Menschen zu Wahrung der christlichen Kultur aus Angst vor Islamisierung auf die Straße gehen, wo in diesem Bundesland nur 25 Prozent der Bevölkerung überhaupt einer christlichen Kirche angehören und nur 0,2 Prozent Muslime sind, leuchtet dem engagierten Redner überhaupt nicht ein. Und er weiß, dass Deutschland Einwanderung braucht, um den Wohlstand zu erhalten. Es mag sein, so Roth, das in Deutschland an die 5000 Dschihadisten leben, aber deshalb dürfe man nicht 4 Millionen Muslime verunglimpfen.

In Griechenland ist das System immer noch ungerecht

An Griechenland kommt man dieser Tage nicht vorbei und der Europa-Minister erläutert, warum er auch den kompromisslosen Kurs der Bundesregierung mitträgt. Trotzdem weiß er, dass in Griechenland nicht die Leute mit den „dicken Backen“ und den „vollen Portmonees“ die Zeche zahlen, sondern die griechischen Arbeiter.

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Stolz sind die Genossen aus Berlin, dass sie die Rente mit 63, den Mindestlohn durchgesetzt haben!

Aschermittwoch8Hex, hex!

Natürlich als rote Hexe trat MDB Ulrike Gottschalck in die Bütt und präsentierte fein gereimt, eine echte Büttenrede. Auch sie ließ kein gutes Haar an Schwarz-Grün in Hessen, denn dort habe man etwas vergessen: das Geld aus Berlin für Hessens Kommunen sei irgendwo im Landeshaushalt verschwunden. Und Frau Ministerin Hinz will sie mit zum Blocksberg nehmen und ihr die Flausen mit dem K+S-Salz durch Reinhardswald und Weser austreiben. Sie tat es Gremmels gleich und verloste eine Reise: drei Tage nach Berlin fährt Margret Jäger aus Vellmar

Zu den Klängen von Manni Schmelz tanzten die Singqueens des Luft seltener Frauen Karnevals sowohl Marsch- als auch Schautänze, traten die Hummeln auf und chauffierten die Linie 18 bis nach Istanbul. Sie alle fanden Unterstützung bei den Kaufunger Putzfrauen Ännchen & Brigitte, die sich freuten in die Kommune der Millionäre zu kommen, wo man sich zur Fastnacht im Rathaus auch mal in die Arme fällt – bürgernahe Verwaltung ist eben schwer im Kommen. Bedauernswert sei, dass man von Lohfelden aus immer noch nicht mit der Straßenbahn nach Hause fahren kann, was in Kaufungen hingegen längst geht… Nun ist es wirklich vorbei, das närrische Regiment, jetzt haben die Politiker wieder das Wort… (rs)

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