Urkunde belegt historisches Alter von Altenbauna



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Bürgermeister Manfred Schaub, Prof. Dr. Karl Heinemeyer und Wilfried Volbers (v.l.)

Bürgermeister Manfred Schaub, Prof. Dr. Karl Heinemeyer und Wilfried Volbers (v.l.)

Urkunde belegt historisches Alter von Altenbauna
1000 Jahre Bunon – Baunatals lange Geschichte
Baunatal/Bad Hersfeld/Frankfurt. Es war vor 1000 Jahren, also auf der Hälfte der Zeit zwischen Jesus Christus und uns – heute –, als noch gar nicht alle Städte und Dörfer gegründet waren, die wir um Baunatal herum kennen. Da wurde am 26. Januar 1015 in Frankfurt am Main eine Urkunde unterzeichnet, die den Tausch von Besitztümern des letzten Ottonen-Kaisers Heinrichs II und Abt Arnold aus dem Kloster Hersfeld unterzeichnet wurde. Auf ihr steht der Name Bunon und getauscht wurden sechs Bauernstellen sowie zwei Mühlen gegen ein Gut in Thüringen.
Es war die Zeit des düsteren Mittelalters, als es noch keine Forstwirtschaft gab, die Wälder düster waren und Sümpfe in den Niederungen die Wege immer noch schwierig machten. Die Gegend war im Vergleich zu heute dünn besiedelt, Reisen war nicht ungefährlich, die Kaiser hatten noch keine Hauptstadt sondern reisten von Kaiserpfalz zu Kaiserpfalz und etwa 280 Jahre nach Beginn der Christianisierung durch Bonifatius, mussten die Kirchen ihren Einfluss oft noch „mit Nachdruck“ durchsetzen.

Das Haus von Bürgermeister Manfred Schaub auf Seite 102 der Broschüre (Foto: privat/nh)

Das Haus von Bürgermeister Manfred Schaub auf Seite 102 der Broschüre (Foto: privat/nh)

Vortrag von Prof. Dr. Karl Heinemeyer
Am 23. Januar veröffentlichte der Verein für Heimatsgeschichte und Denkmalpflege Baunatal e.V. eine neue Broschüre: „1000 Jahre Altenbauna“. Ein Vortrag des Historikers Prof. Dr. Karl Heinemeyer (Erfurt) erhellte anschaulich die Ereignisse im Jahr 1015, sowie davor und danach. Auch erklärte er den Kontext, nach dem am gleichen eine ganze Menge weiterer Gebiete den Besitzer wechselten, mitsamt der Menschen, die sie bevölkerten. Etwa 200 interessierte Bürger waren dafür am 22. Januar in den Sitzungssaal der Baunataler Stadtverordneten gekommen.
Da nur Bunon in der Urkunde genannt wird, war es – nachdem die Alternative eines gleichnamigen Ortes in Sachsen-Anhalt ausgeräumt werden konnte – eine Zeitlang umstritten, ob Kirchbauna oder Altenbauna gemeint ist. Man entschied sich unter Einbeziehung verschiedener anderer Quellen für Altenbauna, „aber sicher ist das nicht“, so Prof. Dr. Karl Heinemeyer, der einst bereits seine Diplomarbeit über die Königshöfe, die Pfalzen in Nordhessen schrieb.

In dieser Zeit wurden zwischen Kirche und Kaiser nicht nur Grundstücke getauscht. Es gab noch Leibeigene, die zwar mehr Rechte hatten als Sklaven, aber eben nicht frei waren zu tun, was sie wollten. Die konnte man noch „tauschen“ oder mitsamt des Besitzes „verkaufen“. Etwas später gingen beide Dörfer – Altenbauna und Kirchbauna – dann auch in den Besitz des Klosters in Hasungen über. Die Thüringer Landgrafen waren auch hier die Herren, bis die Hessischen Landgrafen über zwei Jahrhunderte später (1247) im nördlichen Hessen residierten. Fritzlar, Kassel und Kaufungen waren damals Orte von Bedeutung.

Eine Broschüre informiert über 1000 Jahre Dorfgeschichte (Foto/Grafik: Hans Haas/Staatsarchiv/Verlag Thiele&Schwarz/nh)

Eine Broschüre informiert über 1000 Jahre Dorfgeschichte (Foto/Grafik: Hans Haas/Staatsarchiv/Verlag Thiele&Schwarz/nh)

Broschüre zur Geschichte von Altenbauna
Die Broschüre zeigt die Entwicklung von Altenbauna bis in die heutige Zeit, dokumentiert viele Häuser und präsentiert auf Seite 102 auch das Geburtshaus von Bürgermeister Manfred Schaub. Bis Mitte der 60er Jahre hat er dort gewohnt und seit Bürgermeister Manfred Schaub betonte in seiner Ansprache, dass man in Baunatal wohlwollend auf die Geschichte zurückblicke, dass es aber gut sei, dass sich die Menschen heute mehr „tauschen“ lassen. Das sollte man mit den 28.000 Baunatalern auch nicht mehr tun, doch in der Zeit vor 1000 Jahren gab es weder Bürgerrechte, noch Demonstrationen und schon gar keine Bürgerinitiativen. Auch keine Stadtverordneten, die zur Diskussion hätten einladen können. Eine große 1000-Jahr-Feier wird es nicht geben und Baunatal bezieht seine tausendjährige Geschichte nicht auf den ganzen Ort, sondern nur auf den Stadtteil Altenbauna. In Wirklichkeit ist Altenbauna mit der Eisenzeitlichen Siedlung auf dem Baunsberg und einigen steinzeitlichen Funden ohnehin noch viel älter und war auch durchgehend besiedelt. Aber Urkunden aus jeder Zeit sind nicht zu erwarten, weil die Menschen damals noch nicht schreiben konnten. Aber wenn im Frühling die Feierlichkeiten zu 50 Jahre Stadt Baunatal beginnen, darf man ruhig einen Gedanken darauf lenken, dass die Siedlungen an sich viele Hundert Jahre älter sind. (rs)



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Ein Kommentar

  • Dr. Kurt Hans Staub

    Würden Sie mir bitte ein Exemplar -oder auch zwei- der Broschüre schicken.
    Ich bin ein Verwandter des Bürgermeisters Manfred Schaub und war als Kind und in meiner frühen Jugend oft in dem abgebildeten Haus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Kurt Hans Staub

    Dr. Kurt Hans Staub
    Heinrichstr. 213
    64287 Darmstadt

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