62. Bad Hersfelder Festspiele DER NAME DER ROSE

Erneut ein voller Erfolg

Nachdem im letzten Jahr in 12 Vorstellungen rund 19 000 Besucher die Inszenierungen des Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Holk Freytag gesehen haben und die Kartennachfrage nicht abbrach, wurde DER NAME DER ROSE am Freitag, den 20. Juli wieder aufgenommen.

In sechs Abend- und einer Nachtvorstellung wird bis auf eine Ausnahme das Ensemble des Vorjahres auftreten.

Der Inhalt:

Im Jahr 1327 reist der junge Novize Adson von Melk mit dem ehemaligen Inquisitor William von Baskerville in ein Benediktinerkloster in Ligurien. Die beiden Mönche sollen ein Treffen vorbereiten. Führende Franziskaner und Vertreter des Papstes wollen theologische Fragen zur Armut der Kirche zu diskutieren. Die Franziskaner, unterstützt von Kaiser Ludwig IV kämpfen für die Anerkennung der Armut Christi und kritisieren somit die Prunksucht des Papstes, der mit dem Kaiser um weltliche Macht streitet. Adson und William sollen also nicht nur einen theologischen Disput, sondern eine hochpolitische Auseinandersetzung vorbereiten.

Als wäre das nicht schwierig und heikel genug, gerate sie auch noch in einen Art Kriminalfall. Der Abt des gastgebenden Klosters bittet den für seinen Scharfsinn bekannten William von Baskerville, einen mysteriösen Todesfall im Kloster aufzuklären. William nimmt die Spur auf, kann fünf weitere Morde in nicht verhindern. Während er forscht, bekommen wir tiefe Einblicke in das Leben und Sterben im Mittelalter und in Phänomene wie Ketzerei und Inquisition.

Die Spur führt William und Adson in die Klosterbibliothek, die wie ein Labyrinth angelegt ist und von dem blinden Mönch Jorge von Burgos gehütet wird.

Der alte Mann verbirgt in der Bibliothek ein Exemplar des „Zweiten Buches der Poetik“ des Aristoteles, in dem die Komödie behandelt wird (nach der Tragödie im ersten). Jorge von Burgos hält dieses wertvolle Buch für so gefährlich, dass er es auf keinen Fall in fremden Händen sehen will. Eher will er es vernichten. Seine Begründung: „Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer den Teufel nicht mehr fürchte, brauche keinen Gott mehr: Dann können wir auch über Gott lachen.“

Über die Frage der Offenlegung der Wahrheit kommt es zur Katastrophe in der geheimnisvollen Bibliothek. Jorge von Burgos versucht William von Baskerville durch das vergiftete Buch zu töten und steckt am Ende die Bibliothek in Brand.

William muss resigniert feststellen: „Ich bin wie ein Besessener hinter einem Anschein von Ordnung hergelaufen, während ich doch hätte wissen müssen, dass es in der Welt keine Ordnung gibt.“ Ähnlich entmutigt beendet Adson seinen Bericht mit den Worten „Stat rosa pristinanomine, nominanudatenemus“ („Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen“).

Fotos:Iko Freese

 

Ein Kommentar

  • Nora B.

    Die Kulisse ist für diese Inszenierung einfach grandios.
    Schöner Bericht für mich noch mal zum Nachlesen.

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