„Biedermann und die Brandstifter“ als Schultheater

IMMENHAUSEN. Der Schauspielklassiker „Biedermann und die Brandstifter“ hat in einer Bearbeitung von Schülerinnen und Schülern der Klassen 10 um 18 Uhr in der Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen Premiere. Das erfolgreichste Stück des Schweizers Max Frisch handelt von einem Bürger namens Biedermann, der Brandstifter in sein Haus aufnimmt, obwohl sie von Anfang an erkennen
lassen, dass sie es anzünden werden.

Lange haben sich die Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtkurs „Darstellendes Spiel“ mit dem Stück beschäftigt. Das Drama von Max Frisch wurde bereist vor einem Jahr ausgewählt. „Niemand konnte ahnen, wie aktuell der Stoff wieder werden wird“, so Lehrer Marcus Leitschuh. Lange haben sich die Schülerinnen und Schüler über die Entstehung des Stückes, Verfilmungen und den Inhalt beschäftigt. Am Ende stand die Erstellung einer eigenen Fassung auf dem Lehrplan. So gibt es in der Bearbeitung gleich drei „Biedermänner“. Leitschuh: „Sie stehen für die unterschiedlichen
Reaktionstypen. Von Angst über Aggressivität bis hin zu Menschlichkeit.“

Das „Lehrstück ohne Lehre“, wie es der Autor bezeichnete, wurde seit seiner Uraufführung an zahlreichen Bühnen inszeniert sowie zum häufig behandelten Schulstoff im Deutschunterricht. Die

 © Marcus C. Leitschuh

© Marcus C. Leitschuh

Buchausgabe erreichte bereits 1982 eine Millionenauflage. Leitschuh: „Das Stück ist eine Mischung aus komischen und makabren Elementen, dass vor Augen führt, wie man sehenden Auges in eine
Katastrophe geraten kann, wenn Feigheit, Dummheit und Verblendung sich
mischen.“

Spätestens seitdem die „Montagsdemonstrationen“ in Dresden wieder mehr Zulauf haben und im Internet immer mehr Rattenfänger für Stimmung sorgen, wächst auch die Aktualität des Stückes. „Vor welchen Themen verschließen wir die Augen, welche Katastrophe wollen wir nicht als Konsequenz unseres Schweigens zulassen, das sind nur zwei Fragen, die das Stück als Botschaft für uns bereit hält“, so Theatermann Leitschuh. Im Gegensatz zu den sonst aufwändig inszenierten Stücken in Immenhausen gibt es diesmal nur zwei Spielorte, die ins rechte Licht gerückt werden. Unterstützt wird die Produktion vom Förderverein, denn alleine die sechs notwendigen Ölfässer wären so gar nicht finanzierbar gewesen. Leitschuh: „Auch wenn der Ölpreis
gerade historisch tief ist, wir haben aus Sicherheitsgründen nur Wasser im Fass.“ Brennen wir es dank ausgefeilter Bühnentechnik am Ende aber doch…

Premiere ist am Sonntag, 21. Februar 2016 um 18 Uhr in der Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen (Kampweg 24). Weitere Aufführungen sind am 23./24. Februar jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.gesamtschule-immenhausen.de

Foto (Leitschuh / nh): Probenfoto und Plakatmotiv

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