Windpark Rohrberg: Spatenstich markiert Baubeginn

Foto: Städtische Werke AG / Andreas Fischer

Foto: Städtische Werke AG / Andreas Fischer

Sauberer Strom für 15.000 Haushalte – Baustellenfest im Sommer

Hessisch Lichtenau, Kassel, 24. April 2015. Der offizielle Spatenstich markierte am heutigen Freitag, 24. April, den Beginn der Bauarbeiten für den Windpark Rohrberg bei Hessisch-Lichtenau im Werra-Meißner-Kreis. Unter Projektleitung des Kasseler Energieversorgers Städtische Werke AG werden hier voraussichtlich zum Jahresende fünf Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 15 Megawatt (MW) entstehen. Die Investition bezifferte Städtische Werke-Vorstand Dr. Thorsten Ebert vor den geladenen Gästen, darunter Vertreter der Anrainerkommunen und von Bürger-Energiegenossenschaften, auf rund 30 Millionen Euro. Mit dem kalkulierten Stromertrag von jährlich etwa 44 Gigawattstunden (GWh) könnten voraussichtlich 15.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden, so Dr. Ebert. Dies entspräche mehr als der Zahl aller Haushalte der Stadt Hessisch Lichtenau.

„Hier auf dem Rohrberg nimmt die große Energiewende konkrete Gestalt an und Nordhessen leistet seinen Beitrag dazu. Für unsere Region ist Windkraft ein sehr wichtiger Bestandteil der Erneuerbaren Energien“, betonte Dr. Ebert „weil in Nordhessen geeignete Flächen für Wasserkraftanlagen fehlen und sich auch die Sonne andernorts häufiger blicken lässt. Was wir haben ist Wind, und wir haben sehr gute Standorte, um ihn nutzbar zu machen.“

Windkraft biete zudem den Vorteil, dass die Anlagen bei geringem Platzbedarf hohe Stromerträge erwirtschafteten, kurzum: „Sie bieten höchste Effektivität bei der Produktion von sauberem Strom.“ Der Windpark auf dem Rohrberg entstünde darüber hinaus nicht in unberührter Natur, sondern auf Flächen, auf denen im Jahr 2007 der Orkan Kyrill gewütet und enorme Schäden verursacht habe. Dies gelte auch für die zwei Windparks, in im Stiftswald und auf dem Kreuzstein geplant seien.

Dr. Ebert kündigte bei dem Spatenstich zugleich ein großes Baustellenfest im Sommer für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden an.

Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig verwies bei dem Spatenstich auf die mehrheitliche Akzeptanz für das Projekt in der Bevölkerung: „Für den Wirtschaftsstandort Hessisch Lichtenau mit drei Autobahnauf- und -abfahrten ist ein Windpark in direkter Nähe eine positive Ergänzung. Beide wichtige Infrastrukturprojekte finden unter unseren Bürgern Zustimmung.“

Als „wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes im Werra-Meißner-Kreis“ bezeichnete Vizelandrat Dr. Rainer Wallmann den Windpark Rohrberg. „Wir tragen als Gesellschaft Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen und ärmeren Ländern und müssen daher unseren Teil zum Klimaschutz und zur möglichst umweltfreundlichen Bereitstellung von Energie, auch durch Windkraft, leisten. Von Investitionen in solche Projekte profitieren unsere Kommunen und Regionen auch wirtschaftlich, weil Kompetenzen und Investitionen weitgehend vor Ort bleiben.

Hintergrundinformationen:
Auf dem 536 m hohen Rohrberg bei Hirschhagen, einem Stadtteil von Hessisch Lichtenau, entsteht der zweite Windpark des Projektierers Städtische Werke AG. Der erste mit zwei Standorten und insgesamt sieben Anlagen wurde im Dezember 2013 und im Februar 2014 in den Gemeinden Söhrewald und Niestetal in Betrieb genommen. Der Windpark Söhrewald/Niestetal versorgt mit seiner Leistung von 21 MW ebenfalls rund 15.000 Haushalte, die dazu gehörige PV-Anlage in Niestetal weitere 200 Haushalte. Der umweltfreundlich erzeugte Strom des Windparks Söhrewald wird in das Kasseler Netz eingespeist.

Darüber hinaus planen die Städtischen Werke einen weiteren Windpark im Stiftswald mit bis zu neun Anlagen. Auf dem Kreuzstein entsteht ein Windpark unter Federführung der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN), ein Zusammenschluss von sechs nordhessischen Stadtwerken, darunter Kassel, mit neun Anlagen. Stiftswald und Kreuzstein werden der Prognose zufolge zusammen etwa 48.000 Haushalte mit Strom versorgen können.

Obgleich die Städtische Werke AG oder die SUN GmbH die Windparks projektieren und die Planung sowie den Bau finanzieren, setzen sie strikt auf Beteiligung: Nach Fertigstellung geht jeder Windpark bis zu 74,9 Prozent in die Hände von lokalen Bürgerenergiegenossenschaften (BEG) und umliegenden Gemeinden oder Städten. Der Projektierer bleibt mit mindestens 25,1 Prozent beteiligt. Am Windpark Söhrewald/Niestetal sind die Bürger Energie Kassel & Söhre eG, die EnergieGenossenschaft KaufungerWald EG, die Bürger-Energiegenossenschaft Niestetal DEiN, das Gemeindewerk Lohfelden und weitere Stadtwerke der SUN mit 52 Prozent der Mehrheits-Eigner. Davon sind 22 Prozent echtes „Bürgerkapital“ von etwa 1000 Mitgliedern.

Quelle: Städtische Werke AG

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