Abendliche Wanderung

Mal eben für ein Stündchen nach Wilhelmshöhe, um aus den vier Wänden herauszukommen? Keine schlechte Idee, und das sogar ganz ohne Pokémon! Doch seit das Parken im Bergpark Geld kostet, muss man sich das gut überlegen. Ob ich sieben Euro für einen früher kostenlosen Parkplatz aufwenden will, ist schon so eine Frage. Warum sollte ich?

Löwenburg mit Brunnen

Löwenburg (Foto: Sehfahrer)

„Sicher“ werden Sie nun sagen, „Sie könnten ja auch mit den Öffentlichen nach Wilhelmshöhe fahren“. Stimmt, technisch gesehen jedenfalls. Doch wie gesagt, meine Idee war nur, eine Stunde im Freien zuzubringen, bevor ich mich mit Freunden treffe. Die Zeit war noch da, vielleicht auch anderthalb Stunden, mehr aber nicht. Also gut, rechnen wir mal. Mit dem Auto von Harleshausen über die Rasenallee zum Parkplatz unterhalb des Schlosses, das dauert vielleicht zehn bis fünfzehn Minuten. Danach bin ich mitten im Grünen, die Auszeit beginnt quasi direkt mit dem Aussteigen.

Die Anreise mit den „Öffis“ dauert deutlich länger. Erstmal muss ich zur Bushaltestelle laufen (5′) und auf den Bus warten (im Schnitt vielleicht 10′). Dann geht es mit der Linie 24 bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe (10′), wieder warten, diesmal auf die  Straßenbahn (nochmal 10′), mit der Linie 1 bis zur Endstation Wilhelmshöhe (10′). Mach summa summarum plusminus schätzungsweise 45 Minuten. Ein Unterschied, oder? Und die Kosten sind auch keineswegs Null. So eine Fahrkarte hin und zurück kostet mich auch 5,40  € (Basis: 5er-Ticket). Also 3/4 der Kosten bei dreifachem Zeiteinsatz! Ist das der Grund für die hohen Parkgebühren?

Ich habe sie nicht bezahlt. Statt dessen habe ich mich freundlich von der Dame verabschiedet (was sie mitnichten ebenso freundlich erwidert hat) und bin probeweise zum Mulang gefahren, sozusagen der anderen Seite der Wilhelmshöhe. Im Bereich der Ayurveda-Klinik waren bereits alle erlaubten Parkplätze besetzt. Weiter oben in Höhe Hugo-Preuss- und Kurhausstraße bestand fast durchgängig absolutes Haltverbot, vermutlich wegen der Bautätigkeit in dem Bereich; ärgerlich, aber nachvollziehbar. Überall also Parkverbot? Nein, nicht überall! Ein kleiner Straßenzug leistet erfolgreich Widerstand und bietet — oh Wunder —  sogar noch freie und erlaubte Parkplätze an.

So kam ich doch noch zu meinem Spaziergang durch die Wilhelmshöhe, habe mein neues GPS-Gerät ausprobiert und nebenbei auf einer Parkbank am Hügel gegenüber der Löwenburg noch diesen Artikel geschrieben. Das einzige, was dort jetzt noch fehlt, ist ein Biergarten. (Sf)

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