„Der Mohnanbau ist sehr anspruchsvoll“



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WP_20160610_10_27_42_ProEinzigartiges Naturschauspiel: Mitte Juni beginnt die Meißner Mohnblüte
Nur noch wenige Wochen, dann ist es soweit: Voraussichtlich Mitte Juni beginnt in Meißner-Germerode die Mohnblüte. Auf mehreren Feldern entsteht dann ein insgesamt 15 Hektar großes Meer aus pinken Blüten – ein bezauberndes Naturschauspiel, das jedes Jahr tausende Besucher anlockt.
Was die Besucher nicht sehen: Hinter der Meißner Mohnblüte steckt viel Arbeit. Mieszko heißt der Mohn, den Landwirt Björn Sippel seit sieben Jahren am Fuße des Hohen Meißners anbaut. Es ist eine besonders morphinarme Sorte, trotzdem ist für den Anbau eine Genehmigung der Bundesopiumstelle nötig. „Der Mohn ist ackerbaulich sehr anspruchsvoll“, sagt Sippel. Nach der Aussaat im Frühjahr darf es beispielsweise keinen Frost geben. In den folgenden acht Wochen können dann vor allem Schneckenfraß und starker Regen den jungen Pflänzchen zusetzen. Und sobald der Mohn blüht, sollte es keine allzu große Hitze geben – denn hohe Temperaturen beschleunigen die Blüte. Bleibt die Witterung hingegen mild, hält das Naturschauspiel länger an.
Rund um die Mohnblüte haben der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald und Mohnbauer Björn Sippel ein vielfältiges Programm entwickelt. Dazu gehören geführte Wanderungen mit Naturparkführern, ein Foto- und ein Gedichtwettbewerb sowie Planwagenfahrten mit der „Mohnschnecke“. Es gibt einen drei Kilometer langen Mohnwanderweg und die Gastronomen in Germerode und den umliegenden Orten bieten Gerichte mit Mohn an – vom klassischen Mohnkuchen bis hin zu Wildgerichten mit Mohnbeilage, Lachs-Blätterteig-Röllchen mit Mohn oder Mohn-Pasta.
Der Leiter des Naturparks, Marco Lenarduzzi, hatte die Idee zum Mohnanbau am Hohen Meißner, als er bei einem Vortrag davon hörte, dass im österreichischen Waldviertel Mohn angebaut wird. Lenarduzzi dachte sich: „Das wäre doch auch was für uns“. Mit Björn Sippel fand er den geeigneten Partner, um die Idee umzusetzen. Das Programm der Meißner Mohnblüte ist inzwischen preisgekrönt: 2015 gab es dafür sowohl den Hessischen Tourismuspreis als auch den Tourismuspreis der GrimmHeimat NordHessen. „Das Programm rund um die Meißner Mohnblüte hat überregional großen Anklang gefunden. Hier zeigt sich: Es zahlt sich aus, mit kreativen Ideen um Gäste zu werben“, sagt Ute Schulte, Leitung Tourismus GrimmHeimat NordHessen.

WP_20160610_10_24_33_ProDer Mohnanbau in Meißner-Germerode dient aber nicht allein dazu, Besucher zur Mohnblüte in den Naturpark zu locken. Vielmehr findet der angebaute Mohn auf vielfältige Weise Verwertung. Pro Hektar Anbaufläche erntet Landwirt Björn Sippel etwa 500 Kilogramm Mohn, den er unter anderem an Direktvermarkter und Handwerksbetriebe aus der Region vertreibt. Zu den Abnehmern des „Meißner Mohns“ zählen Bäcker, Metzger und Gastronomen. Björn Sippel verarbeitet selbst auch einen Teil der Ernte: Auf seinem Hof, der seit 100 Jahren in Familienbesitz ist, gibt es eine Ölmühle. Früher wurde hier vor allem Rapsöl hergestellt, jetzt produziert der Meißnerhof auch Mohnöl. Der gelernte Koch verwendet den Mohn außerdem für Mohngerichte, die er für die Gäste seines Landhotels Meißnerhof zubereitet. „Durch meinen Beruf fällt es mir leicht, mir immer wieder eine neue Verwertung für den Mohn zu überlegen“, sagt der 44-Jährige. Seine jüngste Idee: Ein Mohnbier. Er will es gemeinsam mit Schinkels Brauhaus, einer handwerklichen Kleinbrauerei in Witzenhausen, in diesem Jahr auf den Markt bringen.
Ab Mai informiert das Mohntelefon unter Tel.: (05602) 935617 tagesaktuell über den Stand der Blüte. Vor Mitte Juni ist nicht mit dem Beginn der Blüte zu rechnen. Die Mohntenne, die sich direkt an den Feldern befindet und verschiedenen Mohnspezialitäten anbietet, öffnet ab Anfang Juni auf Anfrage. Außerdem ist sie am Wochenende, 18. und 19. Juni, geöffnet sowie ab Blühbeginn täglich.
Ab Montag, 20. Juni, sind Mohnspezialitäten mit Meißner Mohn übrigens im Online-Shop der Jausenstation Weißenbach unter http://derurgeschmack.com/ erhältlich.
Weitere Informationen zur Mohnblüte gibt es unter www.mohnbluete-meissner.de

PM Regionalmanagement NordHessen GmbH

(CB)


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