Politik und die Wasserstraßen



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Die Fulda in Kassel. Links im Bild das Rondell und die Schlagd mit der Karl-Branner-Brücke.

Das Hessische Verkehrsministerium gab soeben die Gründung eines neuen Verbandes bekannt. Der ÖWNV wird sich, so Obmann Markus Feucht, im Schwerpunkt um den Ausbau des Wasserstraßennetzes in Nordhessen kümmern. Aktuell befinde man sich in Verhandlungen mit verschiedenen Anbietern, um ein möglichst breites Angebot auf die Beine stellen zu können.

Der Öffentliche Wasserstraßen-Nahverkehrs-Verbund (ÖWNV) sei eine längst überfällige Gründung, führte der designierte Verbandspräsident Feucht aus. Lange sei darüber nachgedacht worden, aber keiner habe sich so recht getraut, die Idee in die Tat umzusetzen. Das habe überwiegend mit dem großen Beharrungsvermögen in solchen Gremien zu tun. Getreu dem Motto, „was damals gut war, ist auch heute richtig“ sei das Wagnis wohl einfach zu groß gewesen.

Wie Geschäftsführer Meyer von der Personenschifffahrt Edersee versichert, werde kein Anbieter außen vor gelassen. Nicht nur der NVV, auch kleine Wassertaxibetriebe sowie Fährverbindungen würden in das neue Konzept integriert, so dass ein Fahrgast lückenlos von A nach B kommen könne. Auch die Anbindung des niedersächsischen Hann.-Münden steht zur Diskussion, was den neuen Verband auch überregional aufwerten und in der traditionell unbeweglichen Verkehrsbranche neue Maßstäbe setzen würde.

„Hessen hat Anschluss an die Bundeswasserstraßen Rhein, Main, Lahn, Fulda, Werra und Weser. Für den Güterverkehr bedeutend sind Rhein und Main, die anderen Wasserstraßen werden für Freizeit- bzw. Ausflugsverkehr genutzt.“ (Mobilitätsbroschüre, PDF). Dieses Potential solle in Zukunft erheblich besser genutzt werden, so Hessens Verkehrsminister Al-Wazir. Dazu sei es notwendig, neue Wege zu gehen, seien sie auch noch so feucht. Apropos feucht: Hoffentlich wird auch die Kasseler Stadtschleuse in die Überlegungen einbezogen, sonst haben wir alsbald in Nordhessen ein zweigeteiltes System, da die Fulda dann mitten in Kassel in einen Nord- und einen Südabschnitt aufgeteilt bliebe.

Ein möglicher Anleger des ÖWNV in Hann.-Münden

Die Idee, so Feucht, gehe bereits auf die Bundesgartenschau 1981 zurück. Damals hatten private Firmen den Betrieb für den Nahverkehr auf dem Buga-Gelände übernommen und mit Bahn und Schiff ein Gesamtangebot auf die Beine gestellt, das zwar regional sehr begrenzt, aber in Nordhessen bislang einmalig war. Mit einem Ticket konnte der Besucher beide Verkehrsmittel nutzen und sparte sich so die langen Schlangen an den Kassenhäuschen. Auch Großstädte wie Zürich und Stockholm bieten längst ein ähnliches Konzept an, in dem alle öffentlichen Verkehrsmittel in ein Abrechnungssystem integriert sind. Da will Nordhessen natürlich nicht zurückstehen.

Noch ist aber das letzte Wort in dieser Angelegenheit nicht gesprochen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob es wirklich eine gute Idee ist, oder wieder nur „Heiße Luft aus Wiesbaden“, denn „vor der Wahl ist nach der Wahl“.

Vielleicht herrscht bald mehr Verkehr auf der Fulda



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