Kassel:Passgenaues Grün an Ampeln für Bus und Bahn



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© NHR H.Jacob

Stadt Kassel und Universität Kassel wollen mit intelligenter Verkehrstechnik den öffentlichen Verkehr effizienter und sicherer machen. Dabei setzen sie auf ein System, mit dem Straßenbahnen und Busse, aber auch Rettungswagen direkt mit Ampeln kommunizieren und dadurch sekundengenau Grün bekommen. Profitieren sollen vom Projekt VERONIKA auch alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium mit rund 2,3 Millionen Euro gefördert. Davon gehen rund 1,0 Million Euro an die Universität und 1,3 Millionen Euro an die Stadt. VERONIKA steht für „Vernetztes Fahren des öffentlichen Nahverkehrs in Kassel“.

Das System wird vom Fachgebiet Verkehrstechnik und Transportlogistik der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Robert Hoyer zusammen mit der Stadt Kassel und zwei Unternehmen aus Kassel und München entwickelt. In der Testphase sollen damit 15 Ampeln sowie zehn Fahrzeuge (Straßenbahnen, Busse und ein Rettungswagen) ausgestattet werden.

„Wir erhoffen uns von dem gemeinsamen Forschungs-Projekt einen konkreten Anwendungsnutzen für unsere Stadt. Wir wollen geeignete Komponenten und Anwendungen finden, die uns dabei helfen, den Verkehr stadtverträglich, umweltfreundlich, sicher und effizient zu gestalten“, erklärt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda.

Im System wird berechnet, wann ein Fahrzeug die Kreuzung erreicht – so dass die Ampel rechtzeitig auf Grün geschaltet wird – im Idealfall sekundengenau. Zwar wird der Verkehr in Kassel bereits heute stark verkehrsabhängig geregelt, die neue Technik soll die Grünphasen aber noch genauer machen. Sie soll damit nicht nur dem öffentlichen Verkehr nützen, sondern auch Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern, die dann kürzer an den Ampeln warten müssen. Auch Abgase werden so vermieden.

Der Datenaustausch erfolgt dabei zwischen einer sogenannten Onboard Unit im Fahrzeug und einer Komponente an der Kreuzung, der Roadside Unit (RSU). Die RSU werden über Datenkabel mit dem Verkehrsmanagementsystem der Stadt verbunden. So ist gewährleistet, dass im Verkehrsmanagementsystem gut abgewogene Entscheidungen für die Ampelsteuerungen getroffen werden, weil auch Informationen benachbarter Ampeln einbezogen werden können.
Das Zusammenspiel zwischen Ampelschaltungen und Fahrzeugen stellt im Detail noch eine gewisse Herausforderung dar, weil das System nicht nur die die genaue Ankunftszeit der Fahrzeuge an der Ampel übermitteln soll, sondern auch die erwarteten Aufenthaltszeiten an Haltestellen oder einen Abbiegewunsch. Auch soll es den Fahrzeugen rückmelden, wann die Ampel auf Grün springt. Das technische System des Projektes VERONIKA wird daher zunächst am Institut für Verkehrswesen der Universität Kassel simuliert und optimiert. Ab Mitte 2018 soll die Technik im laufenden Verkehr auf den beiden Strecken Kassel-Auestadion bis Ständeplatz und Kassel-Waldau bis Platz der Deutschen Einheit getestet werden.

Ein Großteil der Entwicklungsarbeiten, die Durchführung von Verkehrssimulationen und die wissenschaftliche Begleitung sowie die Projektleitung liegen beim Fachgebiet Verkehrstechnik und Transportlogistik der Universität Kassel. Für die Installation und den Betrieb der Technik an der Straße ist das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel zuständig, ebenso wie für alle Anpassungen am Verkehrsmanagementsystem und an den Ampelschaltungen. Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) wird als Anwendungspartner sowohl Fahrzeugkomponenten in Trams einbauen als auch bei der Lösung von technischen Fragestellungen mitwirken. Das Busunternehmen BKW aus Bad Wildungen baut Fahrzeugkomponenten in Busse einer NVV-Linie ein. Der ASB Kassel wird in einem seiner Rettungswagen die neue Technik ebenfalls ausprobieren.

Kooperationspartner sind die Firmen s.a.d. GmbH aus Kassel und TTS GmbH aus München.
Anwendungspartner sind die KVG AG, der NVV mbH, das Busunternehmen BKW GmbH und der ASB e.V. Kassel. Die Projektlaufzeit ist vom 1.1.2017 bis 30.6.2019. VERONIKA ist eines von bisher vier geförderten Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus der Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland“.

Quelle:Prof. Dr. Robert Hoyer Universität Kassel (JH)



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