Seit 50 Jahren fliegt Kassel mit dem Kranich

Die aktuelle „Kassel“ der Lufthansa – ein Airbus A320. Dieser fliegt seit 1990 mit dem Namen und dem Wappen der Stadt Kassel zu Zielen in ganz Europa. Foto: Deutsche Lufthansa AG

Die aktuelle „Kassel“ der Lufthansa – ein Airbus A320. Dieser fliegt seit 1990 mit dem Namen und dem Wappen der Stadt Kassel zu Zielen in ganz Europa. Foto: Deutsche Lufthansa AG

Lufthansa-Flugzeuge sind als „fliegende Botschafter“ in ganz Europa unterwegs. Seit 1966 trägt eine Maschine den Namen der Stadt Kassel. Getauft wurde sie am 12. September 1966 in Frankfurt. Aktuell trägt ein Airbus A320 den Namen „Kassel“.
Vor 50 Jahren ging Kassel in die Luft: Am 12. September 1966 wurde eine Lufthansa-Boeing 727-030 mit dem Kennzeichen D-ABIV auf den Namen der Stadt Kassel getauft. Die feierliche Taufzeremonie fand auf dem Flughafen Frankfurt statt. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Dr. Karl Branner, begoss die Flugzeugnase des dreistrahligen „Europa-Jets“ mit Sekt und besiegelte damit die Patenschaft zwischen Lufthansa und der Stadt Kassel. Nach der Zeremonie gab es für die geladenen Gäste einen Rundflug mit dem frischgetauften Patenflugzeug, der von Frankfurt aus nach Nordhessen und auch über Kassel führte. Dabei flog die Maschine über den Herkules im Habichtswald und das Stadtgebiet, bevor sie eine Viertelstunde später wieder in Frankfurt aufsetzte. Aufgrund der niedrigen Flughöhe staunten die Kasseler Bürger nicht schlecht über das große Flugzeug. Andere waren besorgt und glaubten an einen Notfall – dies ließ sich zum Glück mit dem Hinweis auf den frisch getauften fliegenden Botschafter aufklären.

Kassels Oberbürgermeister Dr. Karl Branner tauft am 12. September 1966 in der Lufthansa-Wartungshalle in Frankfurt den Lufthansa-Europa-Jet auf den Namen „Kassel“. Rechts Lufthansa-Vorstandsmitglied Hans Süssenguth. Foto: Stadtarchiv Kassel / E1J Lufthansa Nr. 4 / Foto Heinz Pauly

Kassels Oberbürgermeister Dr. Karl Branner tauft am 12. September 1966 in der Lufthansa-Wartungshalle in Frankfurt den Lufthansa-Europa-Jet auf den Namen „Kassel“. Rechts Lufthansa-Vorstandsmitglied Hans Süssenguth. Foto: Stadtarchiv Kassel / E1J Lufthansa Nr. 4 / Foto Heinz Pauly

„Wir freuen uns, dass wir seit fünf Jahrzehnten über eine Flugzeug-Patenschaft mit Kassel verbunden sind. Die Maschinen sind stets fliegende Botschafter ihrer Heimat und

tragen den Namen buchstäblich durch ganz Europa“, so Florian Gränzdörffer, Lufthansa-Konzernsprecher. „Die Patenschaft signalisiert unsere Verbundenheit mit Kassel und der nordhessischen Region, woher auch viele Lufthansa-Passagiere kommen. Wir wünschen der „Kassel“ noch „many happy landings!“

„Kassel hat eine lange Luftfahrtgeschichte“, erklärt Oberbürgermeister Bertram Hilgen. So band die 1926 gegründete „Luft Hansa“ den Flugplatz Kassel-Waldau in ihr Strecknetz ein. Mit Prag und Amsterdam gab es damals sogar zwei internationale Verbindungen. Und auch heute sei Kassel eng mit der Luftfahrt verbunden. Zum einen durch den Kassel Airport. „Die Wirtschaftsregion Kassel verfügt aber auch über eine Vielzahl erstklassiger luft- und raumfahrttechnischer Akteure, die mehr als 3000 Menschen beschäftigen“, erklärt Hilgen. Und das Competence Center Aerospace (CCA) unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Region Kassel bietet ein regionales Netzwerk für die Luft- und Raumfahrt-Branche. „Dass inzwischen ein Lufthansa-Airbus den Namen der Stadt Kassel trägt ist ein Sinnbild für diese besondere Verbindung zwischen unserer Stadt und der Luftfahrt“, sagte Hilgen.

Die Flug- und Kabinenbesatzung vor der Lufthansa-Maschine „Kassel“ am 12. September 1966. Foto: Stadtarchiv Kassel / E1J Lufthansa Nr. 8 / Foto Heinz Pauly

Die Flug- und Kabinenbesatzung vor der Lufthansa-Maschine „Kassel“ am 12. September 1966. Foto: Stadtarchiv Kassel / E1J Lufthansa Nr. 8 / Foto Heinz Pauly

Lufthansa war der europäische Erstkunde der Boeing 727, die eine Zeitlang lang das meistgebauten Düsenverkehrsflugzeuge der Welt war, bevor sie später von der Boeing 737 abgelöst wurde. Maschinen wie die „Kassel“ verfügten damals über eine seitliche Frachtluke. Beförderten die Jets tagsüber Passagiere, so flogen sie nachts Luftpost und Fracht. Die Umrüstung vom Passagier- zum Frachtflieger nahm dabei rund zwei Stunden in Anspruch. Die „Kassel“ schied im Januar 1975 aus der Lufthansa-Flotte aus. Im glei-chen Monat ging die Flugzeug-Patenschaft auf eine Boeing 727-230 mit dem Kennzeichen „D-ABKG“ über.

PM: Stad Kassel/Deutsche Lufthansa AG (JH)

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