Injas dogumenta 10

Heute erzähle ich euch von einem sehr schönen und auffälligen Kunstwerk der documenta. Von Weitem sieht es aus wie eine Baustelle am Friedrichsplatz vor der Documenta-Halle. Hier kann man herumgehen und es gibt viel zu sehen, zu schnuppern und zu entdecken.
Zwanzig ockerfarbene Abwasserrohre hat der kurdisch-irakische Künstler Hiwa K in einem Block über- und nebeneinander gestapelt. Zu beiden Seiten sind sie offen und gestatten den Durchblick. Wenn man näher ran geht, sieht man, dass die Abwasserrohre gemütlich eingerichtet sind: mit Betten, Büchern, Grünpflanzen und Kaffeekochern. Kasseler Design- und Architekturstudenten haben die Rohre innen individuell ausgestaltet. Gemütliche Miniaturwohnungen mit Bad, Bibliothek, Schlafzimmer und sogar Bar.

Hiwa K hatte sogar vor, einzelne Röhren während der documenta über AirBnB zu vermieten. Da hätte Kassel dann jeden Abend eine Performance haben können. Aber so was erlauben deutsche Behörden natürlich nicht.
„When We Were Exhaling Images“ (engl., „Als wir Bilder ausatmeten“) heißt die Kunstinstallation. Angeblich finden in Griechenland viele Flüchtlinge Unterschlupf in solchen Abwasserrohren. Auch Hiwa K soll sich auf seiner Flucht aus dem Irak vor vielen Jahren in ähnlichen Rohren versteckt haben.
Leider konnten wir unseren Plan, ein Foto von mir in einem der Rohre zu machen , nicht realisieren. Von der Pressestelle erfuhren wir, dass der Künstler eine solche Aktion nicht wünsche. Ob er wirklich von der Anfrage erfahren hat weiß ich nicht. Ich hätte bestimmt nichts kaputt gemacht. Gerne wäre ich ein Teil eines documenta-Kunstwerks geworden.

  • Besuchen Sie Inja bei Facebook unter „Injas dogumenta“.

© M.Kittner  Fotos: M.Kittner

 

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