Uni Kassel Gastgeber und Begleiter der documenta 14

Der Standort Holländischer Platz der Universität Kassel befindet sich im Norden der Stadt. Die documenta 14 wendet sich diesem Stadtteil in besonderem Maße zu und zeigt Kunstwerke auch auf dem Campus. Foto: Tobias Schneider/BARLO Fotografik.

Mit einer Vielzahl von Projekten und Veranstaltungen unterstützt und begleitet die Universität Kassel die documenta 14, die in Kürze in Kassel beginnt. An einigen documenta-Kunstwerken sind Studierende, Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler der Universität direkt beteiligt. Zudem ist die Weltkunstschau mit mehreren Ausstellungsorten an der Hochschule zu Gast. Die kommende Ausgabe des Uni-Magazins publik informiert über alle Projekte und Verbindungen.

Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, heißt Gäste aus aller Welt willkommen auf dem Campus: „Die Universität ist zugleich Gastgeber und Partner, und darüber freuen wir uns sehr. Partner sind wir, weil viele Projekte die documenta 14 begleiten, ergänzen, unterstützen. Gastgeber sind wir, weil die documenta 14 gleich mit mehreren Ausstellungsorten an den verschiedenen Standorten der Universität vertreten ist. Gerne stellen wir dafür Gebäude zur Verfügung, die nicht nur für die erfolgreiche Gegenwart der Universität stehen, sondern zugleich viel über die wechselvolle Geschichte der Stadt erzählen.“

So hat die Universität der documenta und Museum Fridericianum gGmbH das historische Gießhaus überlassen, eine ehemalige Produktionsstätte der Firma Henschel, das die Hochschule für Veranstaltungen nutzt. Dort wird ein Werk der Video-Künstlerin Angela Melitopoulos gezeigt. Noch nicht bekannt ist, was in der sogenannten Zuschneiderei in der Gottschalkstraße gezeigt wird, einem Zweckbau der ehemaligen Firma Gottschalk aus den 1970er Jahren. Auch an der Kunsthochschule Kassel, die zur Universität gehört, wird documenta-Kunst zu sehen sein: Die d14 nimmt einige experimentelle Bauten des emeritierten Architektur-Professors Gernot Minke, die am Südende des Campus stehen, in die Ausstellung auf. Zudem ist im Umfeld des Kunsthochschul-Baus eine Arbeit von David Harding geplant.

Analyse aus linguistischer Perspektive
Direkt eingebunden in die Kunstwerke ist die Universität auch über das Projekt „The Parthenon of Books“ der Argentinierin Marta Minujín, die eine Nachbildung des Athener Parthenon mit Zehntausenden verbotener oder einst verbotener Bücher behängt. Studierende um die Kasseler Germanisten Prof. Dr. Nikola Roßbach und Prof. Dr. Florian Gassner haben dafür die weltweit umfassendste Liste von Büchern erstellt, die einst irgendwo auf der Welt verboten waren oder es noch sind. Die Studierenden übernehmen auch das Validieren der gespendeten Bände; Materialwissenschaftler der Universität haben darüber hinaus die Kunststoff-Hülle getestet, mit der die Bücher gegen das Wetter geschützt werden.

Mit rund zwei Dutzend Projekten und Veranstaltungsreihen begleitet die Universität die documenta 14. So analysieren Sprachwissenschaftler um Prof. Dr. Andreas Gardt Äußerungen über die d14 aus linguistischer Perspektive. Die Reihe „Umlernen von Athen“ knüpft direkt an den d14-Arbeitstitel „Von Athen lernen“ an und bespricht Krisen und Krisen-Folgen in Griechenland aus politikwissenschaftlicher Perspektive. Ein „KrisenKonter-Kiosk“ auf dem Campus Holländischer Platz bietet zwischen Hochbeeten und Pflanzsäulen einen Raum für Diskurs über Formen der Ernährung und Lebensmittelproduktion. Die Kunsthochschule bespielt im Sommer ihren Ausstellungsort Interim am Kulturbahnhof ebenfalls durchgängig mit documenta-bezogenen Veranstaltungen. Schließlich bezieht auch das jährliche Campusfest (29. Juni) documenta-Aspekte ein. Einen Überblick über das Veranstaltungs- und Kulturprogramm bieten die kommende Ausgabe des Uni-Magazins publik, die am 1. Juni erscheint, sowie der Terminkalender auf der Uni-Website:
http://www.uni-kassel.de/go/termine

Quelle: Stadt Kassel (JH)

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