10 Jahre „Best of 70th and 80th“

Zum 10. Mal dabei: die Steven Stealer Band (Foto: Rainer Sander)

Zum 10. Mal dabei: die Steven Stealer Band (Foto: Rainer Sander)

Kult-Festival feiert Jubiläum mit Programm-Premiere am 27. Dezember

Fritzlar. Befreundet sind sie – gefühlt – ihr ganzes Leben lang. Der eine, Kalle Paltinat (Bad Wildungen), hat in den siebziger Jahren bereits mit einer Band namens „Airway“ und zeitweise einem Sänger namens Matthias Reim auf der Bühne gestanden, der andere, Walter Mayer (Wabern), hat zu dieser Zeit in Diskotheken, wie dem Club Maribel in Fritzlar oder später dem Las Wegas in Bad Wildungen-Wega als DJ aufgelegt.

 

 

Best of the 70the and 80thMit Musik haben sie seit über 40 Jahren zu tun und es ist genau zehn Jahre her, als die beiden eine Handvoll Musiker 2005 in der Scala in Fritzlar für ein erstes kleines Rockfestival zusammentrommelten. Im Jahr darauf bereits fand das „Best of 70th and 80th bereits zum ersten Mal in der Stadthalle Fritzlar statt und seitdem jedes Jahr.

Das Festival mit dem sympathischen Schreibfehler im Namen (wer findet ihn?) ist – mit oder ohne schlechtem Englisch – inzwischen zu einer Mega-Kultveranstaltung geworden. Stets ausverkauft, immer mit Bands, die alles geben, treuen Fans und festen Ritualen, wie der All-Star-Zugabe „Sweet Home Alabama“ sowie „Knocking On Heavens Door“, ist das Rockfestival zwischen den Jahren in der Stadthalle Fritzlar ein begehrtes Event, für das die Tickets schnell ausverkauft sind. Jedenfalls jedes Jahr früher. Knapp 300 Karten, so Walter Mayer gegenüber Nordhessen-Rundschau, sind auch ohne Werbung bereits verkauft, mehr als 800 dürfen laut Betriebserlaubnis nicht in die Stadthalle. Also beginnt jetzt der Wettlauf um die restlichen 500 Tickets.

Kalle Paltinat, Keyboarder bei Chip’n Steel und San-a-tana ist eine der beiden Organisatoren (Foto: Rainer Sander)

Kalle Paltinat, Keyboarder bei Chip’n Steel und San-a-tana ist eine der beiden Organisatoren (Foto: Rainer Sander)

Best of 70th and 80th Vol. X

Am Samstag, den 27.12.2014, stehen zum Jubiläum die Bands

  • Flashbat in the Roof
  • Chip´n Steel
  • Rockmachine
  • San-a-tana
  • Steven Stealer Band

auf der Bühne. Allein die Steven Stealer Band ist auch zum zehnten Mal dabei. Ein Jahr weniger (krankheitsbedingte Absage 2012) standen Chip´n Steel, bei denen Mitveranstalter Kalle Paltinat das Keyboard spielt, auf der Bühne. Rockmachine aus Kassel (mit dem Borkener Frontmann Ulf Gottschalk) sind erst zum dritten Mal dabei und dennoch schon gesetzt.

Stets hat die Mischung überzeugt und die Spielfreude von jeweils fünf Bands, die fantastisch covern und ein großes Publikum mitreißen können. Wer sich das Line-Up anschaut weiß, hier steht die „crème de la crème“ der nordhessischen Rockmusik immer wieder „zwischen den Jahren“ auf der Bühne und sorgt für einen Rock gegen Jahresausklang. Besser geht kaum und genau das scheinen die Fans zu wissen. Wenn Walter und Kalle so weitermachen, werden die Tickets vermutlich irgendwann „vererbt“…

Kult: die Zugabe mit den Musikern aller Bands (Foto: Rainer Sander)

Kult: die Zugabe mit den Musikern aller Bands (Foto: Rainer Sander)

Tribute to Woodstock – das Programm-Highlight

Es sind vor allem Bands mit Musikern dabei, die das Geburtstagskind seit Bestehen der Veranstaltung geprägt haben. Trotzdem wird es eine Neuerung geben, ohne dass der ritualisierte Ablauf wesentlich aus den Fugen gerät. Zum 45. Jubiläum von Woodstock wird es zwischendurch Musik von Bands geben, die bei Woodstock dabei waren. Also nicht unbedingt die Original-Musik von Woodstock, sondern Musik der Bands, die bei diesem legendären Festival auf der Bühne gestanden haben. Und wer „Paule“ Kersten, den Gitarristen von Stevens Stealer (früher auch Airway) kennt, weiß er spielt wie Jimi Hendrix – und das mächtig gut. Und das Michael Dippel von Chip´n Steel der „wahre Zwillingsbruder“ von Joe Cocker ist, dessen Stern ebenfalls in Woodstock aufging, weiß in Nordhessen bereits jedes Schulkind.

Rockmachine aus Kassel sind zum dritten Mal dabei (Foto: Rainer Sander)

Rockmachine aus Kassel sind zum dritten Mal dabei (Foto: Rainer Sander)

Wer also diesmal eine Karte ergattert, gewinnt damit den Zugang zu einem Stück Rockgeschichte. Das Festival zum Jahresausklang wird diesmal eine neue musikalische Galaxie vordringen, bevor es sich in den nächsten Jahren ganz allmählich weiter entwickeln wird, wie die beiden Macher mutig verkünden.

Es mag neue Großveranstaltungen wie „LakeSound“ am Edersee oder das Sommer-Open-Air „Rock am Stück“ (ebenfalls in Fritzlar) geben, die beide mit wenigstens einem national bedeutsamen Star punkten, und die aufgrund bekannter Namen ihr Publikum gewinnen, aber die Veranstaltung zwischen den Jahren der Stadthalle Fritzlar – mit ihrem schlichten Konzept aber verdammt viel Musikalität und Können aus Nordhessen, vor allem aber Spielfreude und Leidenschaft – wird immer etwas außergewöhnliches bleiben.

Die Karten kosten im Vorverkauf 10 Euro und an der Abendkasse 12 Euro. Vorverkauf gibt es in Fritzlar: Turmschänke, Intersport Theis, Uschis Wollstube und Musikhaus Faupel; in Homberg: Piazza (ehem. Mokkasinn); in Bad Zwesten: Iris Optik; in Wabern: Autohaus Kahl, in Kassel: Farmsound. Einlass am 27. Dezember ist um 19:00 Uhr, die erste Band spielt um 20:00 Uhr. (rs)

 

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