70 Jahre und kein bisschen leise: Konstantin Wecker

Ein volles Haus ( besser: Kulturzelt) in Wolfhagen feierte den 70- Jährigen der anscheinend nicht älter wird. Fast drei Stunden unterhält er seine Fans mit erzählten Geschichten, kurzen Lesungen aus seinen Büchern und natürlich mit seinen alten und neuen Liedern.
Eine Reise durch Weckers musikalisches, poetisches und politisches Leben. Sehr schön, wie er die eine oder andere „Jugendsünde aus seiner Sturm- und Drangzeit“ beschreibt und sich selbst über sein damaliges übertriebenes Verhalten lustig macht.

Wecker lässt uns wissen, dass er fast 50 Jahre gewartet hat, bis er 70 Jahre alt wurde. Erst als im Alter von 50 Jahren sein erstes Kind unterwegs war, entschloss er sich, erwachsen zu werden. So ganz ist es ihm noch nicht gelungen. Aber er arbeitet daran!

Klassiker wie „Genug ist nicht genug“, „Sage nein“, „Absurdistan“ oder „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ stehen für das Liedgut des energiegeladenen, charismatischen Wecker.

Den Aufruf zum Engagement, zum „Empört euch!“ könnte man wie diese gesamte Wecker-Rückschau angestaubt finden. Aber wer so entschlossen wie Wecker seine Klassiker mit wieselflinken Fingern in die Tasten haut, seine Stimme zeitresistent stark und stets bereit, der entwickelt eine Überzeugungskraft, dass man gar mit dem ganzen Zelt einstimmt, wenn Wecker „Die Gedanken sind frei“ singt.
Konstantin Wecker hat das Leben und die Liebe besungen, gekämpft und zur Revolte aufgerufen und er tut es immer noch!
Ein wunderschöner Abend im Wolfhager Kulturzelt auf hohem Niveau geht nach einigen Zugaben zu Ende.
© M.Kittner                                                  Fotos: M.Kittner

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