Der Geist von Irland

Live gesungen von Liosa Murphy (Foto: Rainer Sander)

Live gesungen von Liosa Murphy (Foto: Rainer Sander)

„The Spirit Of Ireland“ gastierten im Bürgerhaus Lohfelden

Lohfelden. Das hat gepasst: genau einen Tag nach dem St. Patrick‘s Day, spielte und tanzte die Gruppe „The Spirit Of Ireland“ in Lohfelden. Der Tag, an dem der Heilige Patrick den irischen Kelten anhand eines Kleeblattes die Dreifaltigkeit erklärte. Allgegenwärtiges Grün, Frömmigkeit und das Kleeblatt sind neben der Harfe die Symbole, die die ganze Welt mit Irland verbinden. Der Sankt Patricks Tag wird von den Iren weltweit gefeiert, auch von denen, die nach der großen Hungersnot, in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderten. Aber es gehört vielmehr dazu, die irische Seele zu verstehen: Die Musik aus den Pubs und der Tanz beispielsweise. Vor allem der Stepptanz! Auch wenn viele glauben, dass Fred Astaire den Stepptanz erfunden habe, es waren die Iren, die ihn nach Amerika mitbrachten.

Das Besondere des Konzertes und der Show am Freitagabend war, dass das 14-köpfige Ensemble mit handgemachter Live-Musik in Lohfelden auftrat. Irische Tanz-Shows kann man viele – und für sehr teures Geld – in den großen Veranstaltungshallen bewundern. Aber live gespielt, offenbart sich die irische Seele erst richtig. Die Tänze – mal stürmisch, mal anmutig – wechselten sich ab mit Instrumentalmusik und Liedern, ausgesprochen gefühlvoll gesungen von Liosa Murphy, ganz im sanften gälischen Stil. Traditionelle irische Musik, so wie sie in den Pubs zu Hause ist und authentisch choreografierte Tänze, gab es zu sehen und zu hören.

Annäherung im klassischen Folkloretanz… (Foto: Rainer Sander)

Annäherung im klassischen Folkloretanz… (Foto: Rainer Sander)

Fesselnde Tanzperfektion

„Rasant, temporeich, pulsierend und sexy!“ So beschreibt das Ensemble selbst seine Show, die ursprünglich-keltische Livemusik mit energiegeladenen Tänzen kombiniert. Der erfolgreiche Produzent Michael Carr ist für diese Produktion von The Spirit Of Ireland verantwortlich. Die live getanzte Show vereint die besten irischen Stepptänzer, herausragende Musiker und erstklassigen Gesang. Es ist fast unmöglich, sich der Faszination aus Körperbeherrschung und synchroner Tanzperfektion zu entziehen. Besonders deutlich wurde dies, als Christopher McSorley bei seinem „Hornpipe“-Solotanz nicht nur über die Bühne wirbelte, sondern in der Luft die „heels“ (Fersen), fünf Mal hintereinander unter Applaus zusammenklickte.

Die Schnelligkeit ist gelegentlich für das menschliche Auge kaum nachvollziehbar. Manche Figuren erinnerten tatsächlich an den deutschen Volkstanz, wenn Paare im Kreis oder im Quadrat nach festgelegten Figuren tanzen. Hier, wie in Irland dienten solche Tänze der vorsichtigen Annäherung von Jungen und Mädchen auf traditionellen Volksfesten. Während allerdings in Deutschland gemütlich unterm Bänderbaum die Plätze getauscht werden, scheinen die irischen Tänzer fliegen zu können. Bei jedem Schritt befindet sich das gesamte Ensemble in der Luft, um anschließend atemlos durcheinander zu wirbeln.

Irische Lebensfreude (Foto: Rainer Sander)

Irische Lebensfreude (Foto: Rainer Sander)

Traditionelles und Modernes

Neben Piano und Gitarre, die in der traditionellen, keltisch geprägten, irisch-schottischen Musik noch keinen Platz hatten, gehörten auch die ursprünglichen Instrumente Flöte, Akkordeon, Bodhran und Geige dazu.

Die Münchener Konzertagentur von Wolfgang Bäumler hat die Tournee durch Deutschland organisiert. Am 18. März in Lohfelden waren rund 500 begeisterte Zuhörer und Zuschauer aus ganz Nordhessen in das Bürgerhaus geströmt, die nach einer erklatschten Zugabe zufrieden nach Hause fuhren. Im Frühjahr 2017 wird das Ensemble erneut nach Deutschland kommen. In Nordhessen steht bisher unter anderem Frielendorf auf dem Tourneeplan. (rs)

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