Ganz schön alt, dieses Besse… Aber wie alt? Edermünder Ortsteil feiert 1200 Jahre in 2017

1-Logo1200BesseEdermünde. Wer vom Bilstein, dem Besser Hausberg auf den heutigen Ort herabsieht, hat zugleich einen wunderbaren Blick über das Land der Chatten und mitten im alten Ringwall aus der Vorzeit – dort oben in den Langenbergen – kann man erahnen, wie schon vor Christi Geburt Germanen und Kelten über die Höhen marschiert sind und römische Legionen auf dem Weg nach Hedemünden ins dortige Römerlager oder zu Drusus Zeiten bei den Feldzügen bis an die Elbe, begonnen hatten die Ebenen zu erschließen. Und auch zu dieser Zeit werden irgendwo bei Besse Menschen gelebt haben. Aber sie konnten zu dieser Zeit nicht schreiben und schon gar keine Urkunden ausstellen.
Als nach Bonifatius Mönche Klöster errichteten und als die wenigen Schriftkundigen Kaufverträge oder Schenkungsurkunden erstellten und archivierten, tauchten die ersten Ortsnamen und Flurbezeichnungen in Dokumenten auf. Die meisten von Ihnen sind irgendwann in das Hessische Staatsarchiv nach Marburg gekommen, aber noch längst sind nicht alle Schriftstücke dort ausgewertet. So taucht immer mal wieder ein Überraschung auf, die einem Ort in Hessen ein neues Alter attestiert – oder „beurkundet“.

 

Das letzte Jubiläum von Besse im Jahre 1950 ist auf alten Postkarten dokumentiert (Foto: Svoboda|nh)

Das letzte Jubiläum von Besse im Jahre 1950 ist auf alten Postkarten dokumentiert (Foto: Svoboda|nh)

Vor 65 Jahren 1100 Jahre Besse und jetzt 1200 Jahre?
Dass Besse im Jahr 1950 (siehe Postkartenbild aus dem Gemeindearchiv) 1100 Jahre Jubiläum zelebriert hat und 67 Jahre später 100 Jahre mehr, nämlich 1200 Jahre feiert, liegt daran, dass im Staatsarchiv inzwischen eine noch ältere Urkunde aufgetaucht ist.

Danach fand die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 817 statt, gerade mal 94 Jahre nach dem Fällen der Donareiche in Geismar.

 

Sie gehören zum Festausschuss: Jutta Grasmeder, Sabine Blaschek, Irmgard Cnyrim und Kristof Weisheit (Foto: Rainer Sander)

Sie gehören zum Festausschuss: Jutta Grasmeder, Sabine Blaschek, Irmgard Cnyrim und Kristof Weisheit (Foto: Rainer Sander)

Zwei Jahre vor dem Jubiläum hat sich ein Festausschuss gegründet. Mit dabei sind Altbügermeister Karl-Heinz Färber, Jutta Grasmeder, Sabine Blaschek, Irmgard Cnyrim und Kristof Weisheit. Mitglieder von Vereinen, Organisationen und der Kirche haben mit der Planung begonnen und jetzt könnte nur noch eines die Jubiläumsvorbereitungen stoppen: Eine noch ältere Urkunde, die irgendwo auftaucht.
Ein ganzes Jahr lang wird gefeiert
100 Vereine gibt es in Besse und sie alle sind aufgefordert, sich zu beteiligen. Der Anfang für die Planung ist gemacht, die ersten Daten stehen fest. 2017 werden traditionelle Ereignisse in Besse, wie der Neujahrsempfang der Gemeinde Edermünde in der Bilsteinhalle sowie der Karneval schon zu Jahresbeginn das Thema aufgreifen. Vom Konzert der Bilsteinmusikanten im März, einer Veranstaltung von Chor und Volkstanzgruppe über die Sportvereinsolympiade im Mai, gehen die Veranstaltungen weiter.
Festwoche im Juni

Besse vom Bilstein herab (Archivfoto: Rainer Sander)

Besse vom Bilstein herab (Archivfoto: Rainer Sander)

Im Juni wird dann richtig gefeiert. Vom 14. Bis 18. Juni steht das Festzelt und in den Höfen, den Scheunen, sowie auf den Straßen wird das Leben in Besse aus 1.200 Jahren noch einmal lebendig. Eine Art stehender Festzug wird an alte Zeiten, Sitten und Gebräuche erinnern. Auf den Festakt am 14. Juni (Mittwoch) folgt der Familientag am 15. und der Seniorennachmittag am 16. Ebenfalls am Freitag findet ein Rockkonzert für die jungen Besser statt. Samstag und Sonntag wird dann ganztägig im gesamten Ort gefeiert.
Abe auch nach der Festwoche ist noch nicht alles zu Ende. Die Tour de Chattengau wird das Jubiläum integrieren, ebenso die Kirchengemeinde zum Reformationsjubiläum (500 Jahre) sowie zum gleichzeitigen Kirchenjubiläum (300 Jahre). Die Theatergruppe wird ebenfalls einbezogen und den Schlusspunkt bildet dann der Weihnachtsmarkt am 1. Advent.
Chronik entsteht
So, wie die Mönche einst die Ereignisse notierten, sind auch heute einige geschichtsbewanderte Besser mit einer Chronik beschäftigt. In zwei Jahren soll auch sie fertig sein und den Rückblick auf 1.200 Jahre Besse für die Zukunft dokumentieren.
Noch ist nicht alles durchgeplant und es bleibt Raum für viele Anregungen und Ideen. Außerdem werden ganz viele Helfer gesucht. Wer etwas zum Besser Jubiläum beitragen oder beisteuern kann, findet in Frau Blaschek im Rathaus eine Ansprechpartnerin. (rs)

 

[sam id=56 codes=’allow‘]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.