Indien: eine wunderbare Premiere bei den Bad Hersfelder Festspielen

Derber Humor und menschliche Tragik , die Verwandlung von absoluter Abneigung in besorgte Zuneigung, wunderbar gespielt von Bartel und Znidarec garantieren einen sehr unterhaltsamen Abend.

Zwei liebenswerte Restaurant-Tester servieren herzhafte Kost

Irrwitz, Galgenhumor und der Traum von einem bunteren Leben: INDIEN mit Robert Joseph Bartl und Mathias Znidarec feiert im Schloss Eichhof Premiere.

INDIEN ist die Erfolgs-Komödie über zwei „Grantler“, die sich mühsam während einer Wirtshaus-Odyssee zusammenraufen, über Träume von einem besseren Leben, von Exotik und Abenteuer (in Indien!), über Genuss und Sex, über Frauen und vor allem über eine späte, aber anrührende Freundschaft zwischen den beiden Hauptfiguren.

INDIEN ist die kurze aber tiefe Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Männer: Kurt Fellner
(Robert Joseph Bartl) und Heinz Bösel (Mathias Znidarec). Doch bevor sie Freunde werden, bevor das Schicksal sie zusammenschweißt, müsse sie einige Hürden nehmen.
Denn erst einmal hassen sie sich, und müssen trotzdem zusammen reisen und arbeiten: Bösel und Fellner überprüfen im Auftrag des Fremdenverkehrsamtes in der tiefsten bayerischen Provinz die Einhaltung der Hygienevorschriften und kämpfen sich täglich vom labbrigen Schweinsbraten bis zur schimmeligen Dusche vor. Der wortkarge, verbitterte Bösel frisst (in Form von panierten Schnitzeln) alles in sich rein, während Fellner am liebsten aus der Haut fahren würde: ein hoffnungsloser Spießer, der auf der Yoga-Welle reitet und glaubt, sein Glück dereinst in Indien zu finden. „Das Indien, von dem er träumt, steht für einen fernen Ort, wo alles besser und schöner ist.“ so Regisseur Joern Hinkel zu den Sehnsüchten.

Die beiden Protagonisten lassen keine Gelegenheit aus, einander auf die irrwitzigste Weise auf die Nerven zu gehen und zu schikanieren, bis Fellner aus heiterem Himmel von seiner Freundin (durch eine Nachricht auf der Mobilbox) verlassen wird.

Bösel zeigt (vermutlich seit Jahren) das erste mal wieder menschliche Regungen, es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden Unverbesserlichen, die in einer der hinreißendsten Liebeserklärungen der Theatergeschichte gipfelt: auf der Gemeinschaftstoilette eines vollkommen heruntergekommenen Landgasthofs.

Brachial komisch und tieftraurig, derb und zärtlich – für das Erfolgs-Stück, das als Vorlage für den gleichnamigen Film mit Josef Hader und Alfred Dorfer diente, entsteht eine skurrile Wirtshaus-Landschaft im Schloss Eichhof. Zugespitzt hat Regisseur Joern Hinkel die Tragikomödie, indem er in Süddeutschland einen Bayern auf einen Österreicher treffen lässt. „Das ist eine regelrechte Hassliebe“, meint er augenzwinkernd.

Die Live-Musik von Matthias Trippner (Schlagzeug/ Percussion) und Leo Gmelch (Tuba/Posaune) schlägt sowohl bayerische als auch indische Töne an. „Leo Gmelch spielt nicht nur Tuba und Posaune, sondern auch einen Wirt, einen Arzt und einen Priester.“ sagt Regisseur und Intendant Joern Hinkel. Außerdem stehen auf der Bühne in verschiedenen Rollen: Anna Veit, Peter Englert, Bernd Schill und Zeeshan Ilyas.

Lang anhaltender Applaus und zufriedenes Lächeln in den Gesichtern der Darsteller, Mitarbeiter und Besucher.

Ein Besuch lohnt sich!

Info: Pressedienst BH-Festspiele / M.Kittner                         © Fotos: M.Kittner

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