Premiere von Dieter Wedels HEXENJAGD: ein Riesenerfolg

aDSC_7142klein66. Bad Hersfelder Festspiele

Man stelle sich vor: Einfach mal ein Gerücht in die Welt setzen und beobachten, wie ein Selbstläufer Existenzen und Menschen zerstört. Mitläufer und Menschen,die ihren eigenen Vorteil suchen, manipulieren und wenn es sein muss, neue Unwahrheiten verbreiten. Heute im Zeitalter des anonymen Internets aktuell wie nie. Arthur Miller zeigte dieses Phänomen schon in seinem „Politthriller“ „Hexenjagd“ auf.

Dieter Wedels Fassung des Klassikers von Arthur Miller hatte Premiere in der Stiftsruine. Der Intendant und Regisseur zu seiner Auswahl: „HEXENJAGD ist aktuell, es ist hochbrisant, es ist einer der großen amerikanischen Klassiker, es ist ein gesellschaftskritisches Stück und zugleich ein atemberaubender Thriller.“

Er hat HEXENJAGD für die Bad Hersfelder Festspiele bearbeitet und in die 30er Jahre verlegt: „Ich wollte das Stück nicht wie Arthur Miller im Mittelalter ansiedeln, das ist zu weit weg und zu romantisierend. Deswegen spielt es in meiner Version in den 1930er Jahren.“ Wedel weiter: “Wir zeigen, wie aus unbedeutenden Vorfällen Gerüchte entstehen und diese Gerüchte wiederum eine Lawine auslösen – eine Verfolgungshysterie. Wenn die Herde erst mal in Bewegung geraten ist, trampelt sie besinnungslos alles nieder und ist durch nichts mehr aufzuhalten.“bDSC_7495klein

Zum ersten Mal setzte Dieter Wedel in der Stiftsruine Videotechnik ein. Auf der großen Leinwand wurden Szenen eingespielt, und die Schauspieler im Video interagierten mit den Darstellern auf der Bühne. Eine ganz besondere Rolle hat er dabei Sarah Good, dargestellt von Jasmin Tabatabai, zugedacht: „Ich möchte interessantes Theater machen und mit den Möglichkeiten von Film und Theater neue Erzählformen ausprobieren. Arthur Miller hat später in seinen Tagebüchern bedauert, dass er keinen Erzähler in Hexenjagd eingefügt hat.  Diese Erzählerfigur, Sarah Good sehen wir jetzt auf der Filmleinwand. Sie reagiert unmittelbar auf das Geschehen auf der Bühne. Das beschleunigt noch mal deutlich das Tempo des Stückes.“

Viele aus Film und Theater bekannte Schauspieler standen auf der Bühne.. Dieter Wedels Ensemble ist wieder hochkarätig besetzt: Elisabeth Lanz,
Christian Nickel, Richy Müller, André Hennicke, Horst Janson, Motsi Mabuse, Brigitte Grothum, Bettina Hauenschild, Rudolf Krause, André Eisermann, Hans Diehl, Corinna Pohlmann, Janina Stopper, Helen Woigk, Sybille Kreß, Christian Schmidt, Kim Bormann, Milena Tscharntke – und eben in den Einspielfilmen Jasmin Tabatabai. „Dass es uns jedes Jahr gelingt, eine geglückte Mischung aus besonders bekannten Theater- und Film- und Fernsehschauspielern auf die Bühne zu bringen- das ist das Markenzeichen der Festspiele in Bad Hersfeld. Um all diese großartigen Schauspieler und bekannten Gesichter auf der Bühne zu erleben, muss man sich auf die Reise nach Bad Hersfeld begeben“, so der Intendant über seine Schauspieler.

HEXENJAGD von Arthur Miller, neu gelesen und inszeniert von
Dieter Wedel ist ein spannender Polit-Thriller und zugleich ein beklemmendes, bewegendes menschliches Drama: Junge Mädchen tanzen nachts im Wald. Die Beschwörung soll ihnen zu
 ihrem Liebesglück verhelfen. Pastor Parris wird Zeuge des nächtlichen Spuks.  Eine harmlose Kinderei  ist der Anlass für wuchernde Gerüchte, die allgemeine Verfolgungshysterien anheizen und manche zur eigenen Bereicherung nutzen. Salem wird zu einem Hexenkessel der Beschuldigungen und Unterstellungen – und Salem kann ganz schnell überall sein.

Am Ende der spannenden Aufführung , die mit der Hinrichtung unschuldiger Menschen endete, dauerte es eine kurze Weile bis die Premierengäste die vorherrschende Beklemmung ablegten, um dann um so heftiger zu applaudieren. Standing Ovations für hervorragende schauspielerische Leistungen, tolles Bühnenbild, Licht und Ton! Und natürlich Dieter Wedel, der wieder gezeigt hat, wie „ modernes Theater geht“!

Karten an allen Eventim-Verkaufsstellen, online und vor Ort:
Ticket-Service
Am Markt 1
36251 Bad Hersfeld

Telefon: 06621 640200
ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de
www.bad-hersfelder-festspiele.de

© M.Kittner (MK)

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