QueenMania „räumen im Bürgerhaus ab“

Ähnlich bis auf den Überbiss: Sonny Ensabella (Foto: Rainer Sander)

Ähnlich bis auf den Überbiss: Sonny Ensabella (Foto: Rainer Sander)

Forever Queen begeistert beim Kulturfrühling in Lohfelden
Lohfelden. Ein Problem, dass jede Queen-Cover-Band hat, ist, dass sie immer irgendwelche Hits nicht spielen kann. Nicht, weil es am Können fehlt, sondern weil die Abende zu kurz sind für diese Menge an Welterfolgen. So erging es auch QueenMania am vergangenen Freitagabend mit ihrer Show Forever Queen im Bürgerhaus Lohfelden. Fast drei Stunden Pause ging die Show und bot (fast) alles, was Queen und Freddie Mercury auf die Mühlen der Welt zauberten. Was fehlte, waren die ersten Queen-Jahre, als auf den Schallplattenhüllen noch der stolze Satz stand, „and no one played synthesizer!“ Alles andere war zu hören.

Queen Mania auf der Bühne in Lohfelden (Foto: Rainer Sander)

Queen Mania auf der Bühne in Lohfelden (Foto: Rainer Sander)

Cover- oder Tribute-Band?
Das Maß aller Dinge ist für jeden, der Queen in irgendeiner Weise „nachspielt“, ist „Bohemian Rhapsody“. Auch für die Forever-Queen Show, die sich mit reichlich Einspielungen ordentlich über die Runden half. Dennoch: die Band, die sich gerne als italienische „Combo“ präsentiert, während alle Musiker aber besser englisch als italienisch sprechen, ist handwerklich unheimlich gut und produziert einen fantastischen Queen-Sound. Selbst wenn die Gitarre von Tiziano Giampieri nicht wie das Original von Brian May aus einem verkohlten Balken handgeschnitzt wurde, ist der May-typische Sound da.

Mehr als loben kann man auch Sänger Sonny Ensabella nicht. Seine Stimme hat er geschenkt bekommen und obwohl jeder weiß, dass die Stimme von Freddie Mercury einmalig ist, hier ist einer – bis auf die ganz hohen Töne – ganz schön nah dran. Da mag man ihm das bisschen Perfektionismus verzeihen, dass ja auch Freddie ausgezeichnet hat, aus dem heraus er sich eine Reihe schiefer Schneidezähne einsetzt, um auch den berühmten Mercury-Überbiss zu kopieren. Selbst Freddie war davon überzeugt, dass die schiefen Zähne für seine Stimme mitverantwortlich waren. Doch auch sonst sah der Leadsänger seinem Vorbild verblüffend ähnlich.

Nicht aus einem verkohlten Eichenbalken, aber nah am Original: Gitarrist Tiziano Giampieri (Foto: Rainer Sander)

Nicht aus einem verkohlten Eichenbalken, aber nah am Original: Gitarrist Tiziano Giampieri (Foto: Rainer Sander

Highlight auf Highlight
Nach dem Intro von „Flash“ startete die Band mit „Tie Your Mother Down“ und dann ging es Schlag auf Schlag mit „Killer Queen“, „Bicycle Race“, „I Want It All“ oder „Under Pressure“, wenn auch ohne David Bowie. „I Want To Break Free“ wurde mit Schrubber und Besen interpretiert. „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ waren die Zugaben und Highlights für ein ausgelassenes Publikum, das am Ende trotz Bestuhlung in der Halle mittanzte. Musikalische Höhepunkte waren gan sicher „Who Wants To Live Forever“ und „Barcelona“ mit der deutschen Sopran-Sängerin Kathrin Schlenstedt, die in Weimar ihre Ausbildung genoss und aus zahlreichen Produktionen und Fernsehauftritten bekannt ist.

Inzwischen gilt es als abwertend, wenn man Bands, die originalgetreu spielen, als Cover-Bands bezeichnet. Sie nennen sich selbst zumeist Tribute-Bands. So auch Forever Queen. Eines muss man den Musikern tatsächlich lassen, dafür, dass es Dinge gibt, die tatsächlich einmalig sind und es für die Ewigkeit bleiben werden, sei der Begriff hervorragende Cover-Band an dieser Stelle benutzt. Tribute für Freddie Mercury? Es gibt Dinge, die gehen eben nicht. Dem Publikum war das zu Recht völlig egal, denn eine ganze Menge vom Queen-Gefühl kam rüber und so hat das Konzert ganz gewiss mehr Spaß bereitet, als die meisten anderen Konzerte in der Region in diesem Jahr! Schön war’s!

 

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