Wie ein Bild von Dali – Alices Wunderland in Lohfelden

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Alice im Kartenspiel (Foto: Rainer Sander)

Koproduktion von Montessori Theaterschule Kassel und Ballettschule Harleshausen

Lohfelden. Wenn man jemanden fragt, wie die Geschichte von Alice im Wunderland denn so geht, dann sieht man entweder leuchtende Augen und bekommt eine ziemlich lange Geschichte erzählt oder erhält diese „Ein-Wort-Antworten“: „Toll“, „Bizarr“, „Märchenhaft“. Es scheint tatsächlich fast unmöglich, die Geschichte von Alice und ihren skurrilen Erlebnissen im Wunderland kurz zu erzählen? Genauso schwer war vermutlich es für Petra Sturm-Thomas, die Leiterin der Kasseler Montessori Theaterschule, aus dem Märchen eine Musikshow in einem überschaubaren Zeitrahmen zu entwickeln. Mit „Wunderland-Markt“, Live-Musik auf einer Nebenbühne und 20 Minuten Pause mussten die Lohfeldener Frauen viereinhalb Stunden Zeit in das Bürgerhaus nach Lohfelden mitbringen.

Das Schlussbild – Skurril wie Dali (Foto: Rainer Sander)

Das Schlussbild – Skurril wie Dali (Foto: Rainer Sander)

„For Women Only“

Lohfeldener Frauen? Ja: Willkommen zum Auftakt des Kulturfrühlings in Lohfelden, willkommen zum Weltfrauentag (mit leichter Verspätung) und willkommen in Alices Wunderland. Schon die Dekoration war zauberhaft romantisch, leise Musik von Black Sun (Miguel & Marcel aus Kassel) erklang vor der Veranstaltung und ein kleiner Markt präsentierte sich im Seitenflügel des Bürgerhauses. Es gab Sektempfang zu Beginn, „For Woman Only“ stand am Eingang… Trotzdem wurden Männer nicht ausgeschlossen, wenigstens dann nicht, wenn sie eine Kamera in der Hand und einen Schreibblock auf den Knien haben…

Ein bisschen war die Geschichte – musikalisch erzählt – so etwas wie ein lebendig gewordenes Dali-Bild. Wer einmal durch dessen Museum in Figueras geschlendert ist, weiß was gemeint ist. Surrealistisches und Expressionistisches hinterfragt man nicht, man lässt es wirken…

105 Jahre Frauentag – 156 Jahre Alice

In Kooperation zwischen der Frauenbeauftragten der Gemeinde Lohfelden, Frau Karin Schnell, dem Kulturamt der Gemeinde Lohfelden, Frau Heike Klein und Frau Katharina Schaub, haben die Montessori Theater Schule Kassel sowie die Sport und Ballettschule Kassel-Harleshausen „Alice im Wunderland“ am 11. März 2016 als Musical aufgeführt. Seit dem Jahr 1911, also seit 105 Jahren, gibt es den Internationalen Frauentag, seit 1865 aber bereits das Kinderbuch des britischen Schriftstellers Lewis Carroll, der mit seiner Geschichte in eine Welt voller Verrücktheiten entführt.

50 Darstellerinnen und Darsteller standen auf der großen Bühne, deren Dekoration alles übertraf, was die Theaterschule bei ihren alljährlichen Gastspielen in Lohfelden bisher aufgeboten hat. Sie wollten den Frauen, wie es in der Ankündigung der Gemeinde Lohfelden hieß, das  „Wunderland“ zu Füßen legen.

 Verträumte Bilder aus dem Wunderland (Foto: Rainer Sander)

Verträumte Bilder aus dem Wunderland (Foto: Rainer Sander)

Zu Füßen oder auf Augenhöhe?

Die Formulierung der Regisseurin und Schöpferin des Spektakels, Frau Petra Sturm-Thomas, sprach aber von einer Begegnung auf Augenhöhe. Sie hat dafür – in der von ihr gerne zelebrierten Weise – bekannte Musiktitel zu einem Gesamtkunstwerk mit Texten aus der Buchvorlage und eigenen Wortschöpfungen zusammengefügt. Verdreht und bizarr, reihten sich Lieder vom Babysitter-Blues bis Abba, von Sarah Connor bis Paul McCartney und Michael Jackson aneinander. Dass es ein Kunstwerk wurde, daran hatten die Darsteller mit teils phantastischen Leistungen ihren Anteil.

„Wie kalt war ihre Welt, da erfand sie, was ihr gefällt“, so eines der vielen Resümees dieses Abends. „Leb‘ Deine Träume, mal Dir was aus“ oder „sei dem Himmel nah, bis die Sterne greifbar sind“. Sich frei fühlen, wie der Wind, die Devise, auch wenn die Länge des Abends eine echte Herausforderung an Konzentration und Durchhaltevermögen war.

Wie steigert man das?

Eine solch riskante, zugleich monumentale Leistung, die in den nächsten Jahren schwer zu toppen ist, liefert man meist ab, wenn es der Höhepunkt des Schaffens sein soll. Eine Frage, die nur Frau Petra Sturm-Thomas beantworten kann… (rs)

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