Blutige Durchfälle durch EHEC in Hessen – vorerst Entwarnung in Region Kassel

Derzeit grassiert das lebensgefährliche Bakterium EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) in Deutschland und in Hessen. Wie das Gesundheitsamt Region Kassel jetzt bekannt gab, kann nach Rücksprache mit den Krankenhäusern der Region und den Laboratorien, die Stuhlproben untersuchen, für Nordhessen vorerst Entwarnung gegeben werden. Bisher sei kein EHEC-Fall bei uns bekannt geworden, sagte ein Sprecher

In Südhessen mit Schwerpunkt in Frankfurt und Darmstadt haben rund 30 Menschen im Zeitraum vom 11. bis 13. Mai 2011 blutige Durchfälle entwickelt. Dabei ergaben sich zum Teil schwere Verläufe, so dass etliche der Patienten auf Intensivstationen behandelt und/oder an die künstliche Blutwäsche (Dialyse) angeschlossen werden mussten. Als Erreger wurde in einigen Fällen der Keim EHEC nachgewiesen. Es handelt sich hierbei um eine aggressive Variante des zur normalen Darmflora gehörenden Bakteriums e.coli. Im Mittelpunkt des südhessischen Ausbruchsgeschehens stehen zwei Firmen in Frankfurt und Darmstadt, die vom selben Caterer ihr Kantinenessen beziehen. Die meisten Erkrankten haben in einer der beiden Firmen Kantinenessen zu sich genommen.

Wichtig ist, dass Menschen, die blutige Durchfälle entwickeln, sofort ihren Arzt aufsuchen und dieser eine entsprechende Stuhldiagnostik veranlasst. Ärzte müssen wissen, dass bei EHEC Antibiotika nicht ohne weiteres gegeben werden dürfen, da sie den Verlauf verschlimmern können. Unabhängig von einer bestehenden Meldepflicht stuhluntersuchender Laboratorien bittet das Gesundheitsamt um Informationen durch niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser beim Auftreten blutiger Durchfälle.

Der Keim EHEC kann durch Salate, Gemüse, nicht gegarte Fleisch- und Wurstwaren sowie Rohmilch übertragen werden. Das Gesundheitsamt empfiehlt daher dringend, Gemüse und Salate vor der Zubereitung gründlichst zu waschen und rät zumindest besonders gefährdeten Personengruppen wie Kleinkindern und älteren Menschen vom Verzehr von Rohmilch und Rohfleischprodukten ab.

 

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