Das RP rät: Keine Angst vor heimischen Schlangen!

Dieses Exemplar fand sich übrigens am heimischen Gartenteich

Durch die endlich angestiegenen sommerlichen Temperaturen können in diesen Wochen häufiger heimische Schlangen beobachtet werden. Das belegen auch  Anrufe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern bei der Polizei, den Naturschutz- und Veterinärbehörden. Es besteht aber kein Grund zur Sorge, wie Gerhard Hof von der  Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel versichert. Er rät: „Freuen Sie sich darüber, dass Sie das Glück haben, ein so scheues und durchaus seltenes Tier beobachten zu können.“

Die Obere Naturschutzbehörde empfiehlt daher, bei einer Begegnung mit einer heimischen Schlange Ruhe zu bewahren, und  das Tier aus gebührendem Abstand zu beobachten, bis es sich entfernt hat. Beim Anblick von Schlangen, die gerade ihr Sonnenbad genießen,  sollte man sich selbst ruhig und langsam zurückziehen. Haustiere, wie Hunde und Katzen, sollten unbedingt daran gehindert werden, die Schlange zu stören.

Die häufigste in unserer Region vorkommende Art ist die Ringelnatter. Sie ist, wie die anderen in Mitteleuropa vorkommenden Natternarten, für den  Menschen vollkommen ungefährlich.

Die Ringelnatter ist leicht an den zwei gelben, manchmal auch weißen oder orangen Hinterkopfflecken zu erkennen. Der Rücken ist meist grau, olivgrau, bräunlich grau, seltener auch schwarz, und er weist bei den nicht schwarzen Exemplaren  vielfach  vier bis sechs Reihen  kleiner schwarzer Flecken auf. Männliche Tiere werden 60-80 Zentimeter weibliche 80 – 120 Zentimeter lang.

Die tagaktive Schlange lebt  in Gewässernähe. Man findet sie aber auch in Parken und Gärten, wo sie gerne in Laub- und Komposthaufen ihre  Eier ablegt, aus denen dann ab Ende Juli die Jungen schlüpfen. Hier kommt es oft zu Begegnungen mit  Menschen.

Neben der Ringelnatter kommt in Nordhessen noch die kleinere Schling- oder Glattnatter vor. Sie bevorzugt  trockene und sonnige Plätze, wie zum Bespiel Steinbrüche, Bahndämme und ähnliche Umgebungen. Sie wird allerdings oft mit der giftigen Kreuzotter verwechselt, weil sie eine auf den ersten Blick ähnliche Rückenzeichnung hat. Die Kreuzotter hat jedoch senkrecht schlitzförmige Pupillen. Die ungiftigen Nattern dagegen runde Pupillen  Die Kreuzotter kommt in Nordhessen leider nur noch sehr vereinzelt vor. Daher werden Begegnungen mit ihr sehr selten bleiben. Allerdings: Im sehr seltenen Fall  eines  Kreuzotterbisses sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Schutzstatus: Alle drei hier beschriebenen Schlangen sind durch Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders, die Schlingnatter sogar streng geschützt. Es ist deshalb verboten sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Dieser Schutz bezieht sich auch auf die Fortpflanzungs- und Ruhestätten.

 

PM Regierungspräsidium

(CB)

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