Der böse Bruder des Placebos

NHR-Gesundheit-500
Wie uns der Nocebo-Effekt krank macht und was wir dagegen tun können

Baierbrunn (ots) – Einbildung kann nicht nur heilen, sondern auch krank machen. Wie das Placebo basiert auch der Nocebo-Effekt auf der Erfüllung einer Erwartung, wie das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ berichtet. Beim Nocebo kann das Studieren des Beipackzettels krank machen, man hat Schmerzen ohne Ursache, Arzneien wirken schlechter oder gar nicht. Einen erheblichen Einfluss auf die Erwartungshaltung der Patienten können Ärzte und Pflegekräfte haben. „Einer der häufigsten Fehler sind Verneinungen“, sagt Dr. Winfried Häuser, Leiter des Schwerpunkts Psychosomatik am Klinikum Saarbrücken.

Sätze wie „Sie brauchen keine Angst zu haben“ könnten erst Recht Befürchtungen auslösen. Aber auch die Patienten selbst können den Nocebo-Effekt eindämmen, etwa im Hinblick auf die Nebenwirkungen von Medikamenten. „Beipackzettel werden nicht gemacht, um die Patienten angemessen zu informieren, sondern um möglichen Schadensersatzansprüchen der Patienten vorzubeugen“, so Häuser. Wenn sich Patienten vom verschreibenden Arzt gut über die wesentlichen Nebenwirkungen informiert fühlten, sei es eine sinnvolle Strategie, den Absatz „Nebenwirkungen“ im Beipackzettel nicht so gründlich oder gar nicht zu lesen.

Quelle: Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 6/2016 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

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