65. Bad Hersfelder Festspiele

aDSC_3044Bundesweite Aufmerksamkeit für die erste Saison des Intendanten Dieter Wedel in Bad Hersfeld:
Steigendes Zuschauerinteresse – neues Konzept überzeugt
Zum ersten Mal in der Geschichte der Bad Hersfelder Festspiele sind die Einnahmen beim Kartenverkauf auf mehr als drei Millionen Euro gestiegen. Dieser Erfolg konnte bereits vor Beendigung der Spielzeit erzielt werden.

Dieter Wedels persönliches Fazit: Mit der neuen Tribüne in der Stiftsruine, die eine Pause während der Vorstellungen ermöglicht, mit dem FOYER IM GRÜNEN, dem erleuchteten Park und den gastronomischen Angeboten, dem neuen Spielort vor der Ruine, der ausgeklügelten Licht- und Tontechnik, mit den bekannten Schauspielern von Theater und Film, mit der glanzvollen Eröffnung mit vielen Stars auf dem Roten Teppich vor der Stiftsruine scheint es gelungen, an die glorreichen Zeiten der Festspiele wieder anzuknüpfen.

Wedel ist dem Bad Hersfelder Magistrat dankbar, der die von ihm gewünschten Veränderungen mitgetragen und ermöglicht hat. „Die Zuschauer genießen es, dass sie jetzt auf allen Plätzen in der Stiftsruine Beinfreiheit und noch von den letzten Reihen aus ungehinderte Sicht auf das Bühnengeschehen haben. Es hat eine Weile gedauert, so Wedel, bis die Zuschauer uns geglaubt haben, dass der Sitzkomfort sich verbessert, und sich herumgesprochen hat, dass dank der neuen Tontechnik noch von der letzten Reihe die Schauspieler gut zu verstehen sind. Beim Vorverkauf haben wir beobachtet, dass die hinteren Plätze zunächst frei blieben, was sich aber dann durch Mundpropaganda völlig verändert hat. Im Gegenteil, viele Zuschauer haben mir inzwischen gesagt, es wäre für sie ein völlig anderes Erlebnis, die Aufführung aus der Nähe zu erleben, die Mimik der Schauspieler genau zu beobachten und dann das Gesamtbild mit der wunderbaren Stiftsruine von den hinteren Reihen aus sehen zu können. Darum hätten sie die Vorstellung gleich zweimal besucht.“bDSC_2975

Bürgermeister Thomas Fehling, der Dieter Wedel nach Bad Hersfeld holte, sagt: „Dass wir erstmals seit Bestehen der Festspiele beim Umsatz die Marke von drei Millionen Euro überschritten haben, zeigt, dass der neue Intendant auf dem richtigen Weg ist und sein Konzept, die Festspiele konsequent nach vorne zu bringen, aufgeht.“ Das bundesweite Medieninteresse sei beeindruckend gewesen. Bei Firmen und bei den Bürgern ist die Stimmung ausgesprochen positiv“, so Thomas Fehling weiter. Der Werbeeffekt für Bad Hersfeld sei enorm.

Die Vorbereitungszeit für diese erste Saison in Bad Hersfeld war für Dieter Wedel und sein Team außerordentlich kurz. „Die Veränderungen, die ich mir gewünscht habe und der Bad Hersfelder Magistrat erfreulicherweise mitgetragen und ermöglicht hat, sind vom Publikum sehr gut angenommen worden“, zieht Regisseur Dieter Wedel fünf Tage vor Ende der Bad Hersfelder Festspiele sein persönliches Fazit.

Insgesamt hat es während der Festspiele sieben Inszenierungen an vier verschiedenen Spielorten gegeben. Eröffnet wurden sie am 6. Juni mit der KOMÖDIE DER IRRUNGEN nach William Shakespeare in der Inszenierung von Dieter Wedel mit Cosma Shiva Hagen, Christian Schmidt (Hersfeld-Preis 2015), Lars Rudolph, Sonja Kirchberger, Mathieu Carrière, Heinz Hoenig, Robert Joseph Bartl, Markus Majowski, Rudolf Krause, Stefan Reck, Franziska Reichenbacher, Lara Mandoki und vielen anderen.

„Viele Menschen haben zunächst abwartend reagiert, einmal, ob wir unsere Versprechungen einhalten, was die Veränderungen betrifft, zum anderen, was es mit dem den meisten unbekannten Shakespeares-Stück KOMÖDIE DER IRRUNGEN auf sich hat“, sagt Dieter Wedel. Die neue Erzählweise und veränderte Theaterästhetik werde vom Publikum immer besser angenommen. „Nach der Wiederaufnahme der KOMÖDIE DER IRRUNGEN gibt es jeden Abend sehr viel Szenenapplaus, die Menschen trampeln und bejubeln die Schauspieler. Das ist wunderbar, mitzuerleben.“aDSC_4698

Bewährt hat sich auch der neue Spielort an der Stiftsruine. „Ich war von vorneherein der Meinung, dass die Außenfassade der Stiftsruine eine wunderbare Kulisse für Freiluftaufführungen bietet. Joern Hinkel ist es mit den SOMMERNACHTSTRÄUMEREIEN nach William Shakespeare gelungen, die Darbietungen von theaterbegeisterten Hersfeldern nahtlos zu verschmelzen mit der Arbeit renommierter Profis wie André Eisermann, Markus Majowski und Christian Schmidt.“ Die Zuschauer waren so begeistert, dass kurzfristig noch eine Zusatzvorstellung eingeplant werden musste. Auch künftig „wollen wir die Theaterliebe von Menschen jeden Alters fördern und ihnen die Möglichkeit geben, mit Berufsschauspielern zusammen zu arbeiten, um so immer mehr an das Theater herangeführt zu werden und sich an die notwendige Genauigkeit bei den theatralischen Verabredungen zu gewöhnen. Außerdem können wir es uns erlauben, an diesem Spielort Polarisierendes und Experimentelles zu riskieren.“

Der neue Intendant freut sich, dass sein Vorgänger Holk Freytag die von ihm schon im Vorjahr geplante Inszenierung von Kleists ZERBROCHNEM KRUG mit dem von ihm gewünschten Ensemble durchführen konnte. Auch diese Inszenierung mit Nina Petri, Stephan Schad, Andrea Cleven, Marie Therese Futterknecht, Lisa und Laura Quarg (Hersfeld-Preis 2015) und vielen anderen war erfolgreich. „Ich bin erleichtert, dass beide – Holk Freytag und auch der Magistrat – über ihren Schatten gesprungen und aufeinander zugegangen sind“, so Wedel. „Ich hätte ein schlechtes Gefühl gehabt, wenn ich hier inszeniert hätte und um mich herum wäre gestritten worden. Das hätte mich belastet. “aDSC_0593

„Dass sich die über Jahre gewohnte hohe Qualität bei der musikalischen Darbietung und den Inszenierungen rentiert, war schon beim Vorverkauf für das Musical CABARET deutlich zu spüren.“ Gil Mehmert, fraglos einer der besten Musical-Regisseure Deutschlands, sei eine wunderbare Inszenierung gelungen. „Er hat die politische Dimension des Stückes nicht unterschlagen und gerade dadurch Unterhaltung auf höchstem Niveau geboten. Ein atemberaubendes Bühnenbild, grandiose Kostüme, eine exzellente Choreografie von Melissa King, ein hervorragendes Orchester unter der Stabführung von Christoph Wohlleben und große Namen wie Helen Schneider, Bettina Mönch, Judy Winter, Helmut Baumann, Rasmus Borkowski u.a. haben sich ausgezahlt.“ Die Kartennachfrage sei größer als das Angebot gewesen, darum habe man am Nachmittag noch Zusatzveranstaltungen angeboten.

Im Schloss Eichhof wurde die erfolgreiche Komödientradition mit VERFÜHREN SIE DOCH BITTE MEINE FRAU! nach Cervantes von Tobias Goldfarb (u.a mit Hersfeld-Preisträgerin 2014 Viola von der Burg) und dem DATTERICH mit Helmut Markwort und Frank Lehmann fortgesetzt.

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Bei den jüngeren Zuschauern kam das Märchen DIE EULE, für das Franziska Reichenbacher nach einer Erzählung der Gebrüder Grimm eine Bühnenversion geschrieben hat und das im Buchcafé gezeigt wurde, sehr gut an. „Dass wir uns nicht gescheut haben, Kindern einen etwas anspruchsvolleren, literarisch anmutenden Erzähltext zuzumuten, hat sich gelohnt“, so Dieter Wedel. Die großen und kleinen Besucher waren begeistert.

Ministerpräsident Volker Bouffier und der Minister für Erziehung und Kunst, Boris Rhein wollen die Bad Hersfelder Festspiele wieder bundesweit als kulturellen Leuchtturm für Hessen sichtbar machen und unterstützen Dieter Wedel bei seinen Bemühungen, ebenso wie die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, die, statt der vorgesehen Streichung, den Zuschuss für die Hersfelder Festspiele erhöht hat.cDSC_0144

Verständlicherweise können wir genaue Zahlen über Gesamtauslastung, Einnahmen und Ausgaben erst nennen, wenn das Geschäftsjahr abgeschlossen ist. „Viele andere, ob beim Film, beim Fernsehen oder am Theater haben sich mit vorschnellen Vermutungen über Geschäftsergebnisse schon in die Nesseln gesetzt, das möchten wir, der kaufmännische Leiter Stefan Pruschwitz und ich, vermeiden“, betont Dieter Wedel.

© Info: Presse Bad Hersfelder Festspiele

Fotos: M.Kittner

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