Die philosophische „ZERSTÖRUNG“ in der Kunst

Pressebild 2, Katja Hochstein, Ausschnitt,Rien ne va plus, 2013, Kohle auf GipsbetonDie philosophische „ZERSTÖRUNG“ in der Kunst (Theorie & Praxis)

Performance: „UNTITLED“ – Fauxpas 2013

Künstlerin: Katja Hochstein

Daten: 06.12.2013 – 19.00 Uhr (einstündige Aktion)

„Eure falsche Liebe zur Vergangenheit ist ein Raub an der Zukunft“. Zitat: Friedrich Nietzsche

Innerhalb eines performativen Aktes verändert Katja Hochstein die Bedeutungsebene ihres Werkes „Rien ne va plus?“ von 2013 aus der Ausstellungsreihe FAUXPAS von 2013, erstmalig gezeigt in der Galerie Rasch in Kassel. Ebenso die Entstehung dieses Werkes verweisen auf einen direkten Ortsbezug hin, es ist am Ausstellungstag in der Galerie entstanden und wird am 06.12.2013 – ab 19.00 Uhr ebenso an diesem Ort innerhalb einer einstündigen Performance ein „neues Gesicht“ und damit eine andere philosophische Lesart erhalten.

(Text: K. Hochstein 2013)

In dem Moment wo der Künstler bestimmt, wann er eines seiner Werke in einen Pressebild 1, Katja Hochstein, Ausschnitt,Rien ne va plus, 2013, Kohle auf Gipsbeton, Ausstellungsansicht Fauxpas 2013 in der Galerie Raschanderen dialektischen Zusammenhang bringt, bricht er seine „eigenen“ Regeln. Das Kunstwerk hat einen ästhetischen Moment und besitz eine stilistische und philosophische Aura. Dieser Ausgangspunkt genügt für die „Marktfähigkeit“ eines Werkes, aber dies genügt nicht immer dem Anspruch den der Künstler selbst an sein Werk stellt. Ich situiere mich als Künstlerin und Persönlichkeit immer wieder neu in einen verschiedentlichen, reflektierten und gesellschaftlichen Rahmen, warum sollte sich dann nicht auch die Situation eines beendeten Werkes ebenso in eine andere Zustandsordnung verändern dürfen? Diese entstehende Subjektivität zu den Dingen in der Kunst übersteigert erst ein gewisses Niveau, wenn der Künstler den Prozess seines Schaffens als Prämisse erkennt, dass Form und Sinngehalt seines Werkes von emanzipatorischen und manipulativen Qualitätsunterschieden nicht voneinander zu trennen sind.

Nach Emanuel Kant und Friedrich Schillers Auffassungen, ist der subjektive und ästhetische Moment eines Kunstwerkes als dessen einzige „Freiheit“ in der Kunst zu betrachten. Eine Änderung erfährt diese „Haltungen“ des Künstlers zu dem Werk und dessen Ursprungidee erst, bei dessen Analyse über die dialektische Wechselwirkung zu einander. „Das gestaltete Ding, das quasi-subjektivierte Kunst-Werk, verweist auf eine ‚eigentliche‘ Subjektivität jenseits seiner materialen Wirklichkeit (nämlich auf den Autor, mit dem der Betrachter vermittels des Werks psychisch interagiert)“. S. 159, aus Exot der Immanenzebene. Eine Kritik der Akteur-Netzwerk-Theorie als Ideologie, von Wolfgang Bergande.

Ein Werk bestimmt die Autonomie nicht selbstreflektierend, ein Künstler der dieses Werk geschaffen hat wirkt immer selbstreflektierend auf sein Werk und dessen Umfeld ein. Diese ideologische Haltung hatte bereits in der Kunstphilosophie der Popart seinen „Höhepunkt“ erreicht, speziell bei Andy Warhol der die Selbstreflektion zu sich und seinem Werk als eine künstlerische Qualität darstellte, ist der übersteigerte Begriff von „Kunst“ heute eine hoffnungsvolle und zu gleich überdrehte gesellschaftliche Reflektion von „Giganten der Kunst“ geworden. Einzig und allein der Künstler, der Produzent oder der Beobachter hat immer noch die Wahl das Werk und dessen Wertigkeit selbst zu steuern.

GALERIE RASCH
Frankfurter Str. 72
D-34121 Kassel
www.galerie-rasch.de

 

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