Literarisch-musikalische Zeitreise in die 60er



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Kultur im Kino

Viele Gäste im ausverkauften Kino (Foto: Rainer Sander)

Viele Gäste im ausverkauften Kino (Foto: Rainer Sander)

Baunatal. Das Motto, „Proteste – Liebe – und nie wieder Krieg“, war symbolisch für die Zeit der sechziger Jahre, 15 bis 25 Jahre nach dem Krieg, mitten im Wirtschaftswunder und mindestens 20 Jahre vor der Wiedervereinigung.

Sabine Wackernagel und Lisa Sommerfeld zeichneten ein musikalisches und literarisches Bild einer Zeit, die auf ihre Weise einzigartig war.

Sie lösten den einen oder anderen Widerspruch auf. So waren es einerseits noch „verklemmte“ Jahre und mit dem Schmerz über die Nachwehen des Krieges dennoch auch sehr emotionale Jahre.
Stadtrat Hans Moulliet hatte die Gäste im ausverkauften Cineplex Baunatal begrüßt. Mit der Veranstaltung wurde wahr, was bei der Planung des Kinos versprochen wurde: dass es nicht nur ein modernes Kino, sondern auch ein Kulturzentrum ist.

„Wir freuen uns sehr, dass neben den Vereinen auch die Städtischen Einrichtungen, hier die Stadtbücherei in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Kassel, tolle Veranstaltungen zum Stadtgeburtstag auf die Beine stellen“, lobte Moulliet die Initiatoren dieses Events.

 
Sonntägliche Badetage

Sabine Wackernagel (Foto: Rainer Sander)

Sabine Wackernagel (Foto: Rainer Sander)

Der Auftritt der bekannten Schauspielerin Sabine Wackernagel und der Pianistin Lisa Sommerfeld wurde mit viel Applaus begleitet.

Sabine Wackernagels Erzählungen begannen im Jahr 1960.

Es ging beispielsweise um die gemeinsamen Abende ohne Fernseher, „denn so etwas hatten nur die wenigsten“.

Es gab noch Sonntägliche Badetage und es roch nach Blumenkohl.

Toiletten hatten sich in den Häusern noch nicht durchgängig durchgesetzt – die „indische Toilette“ „jenseits des Ganges“ war noch Standard.
Ihre Erzählungen ergänzte die Schauspielerin immer wieder mit unterhaltsamen Liedern.

Dazu gehörten die Kinderhymne von Bert Brecht und Hanns Eisler oder der Universal Soldier von Donovan.

Aber auch die Beatles mit Penny Lane oder – mit Blick nach Frankreich – France Gall mit zwei Apfelsinen im Haar…
Düstere Vorurteile gegen Ausländer – damals Gastarbeiter – gab es auch in den sechziger Jahren schon, als der Millionste von ihnen begrüßt wurde.
In den Geschichten aus den sechziger Jahren gab es im Publikum einige Gäste, die die erzählten Situationen aus ihrem eigenen Leben wiedererkannten und immer wieder über die Veränderungen zur heutigen Zeit schmunzeln mussten. (rs|pm)



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