MARIA STUART zur Eröffnung



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64. Bad Hersfelder Festspiele

 

 

E33F2069Mit der Premiere MARIA STUART wurden die 64. Bad Hersfelder Festspiele am Freitag, den 13. Juni 2014 um 21:00 Uhr in der historischen Stiftsruine eröffnet.

 

Musste nicht jeder Friedrich Schillers Klassiker in der Schule über sich ergehen lassen? Ich war gespannt darauf, wie Holk Freytag diese an sich „schwere Kost“ auf der Bad Hersfelder Bühne

präsentieren würde. Mit Hilfe der in allen Rollen ausgezeichnet besetzten Schauspielern gelang es ihm, das Premierenpublikum zwei Stunden lang zu fesseln.

Langanhaltender Applaus war der Lohn für bemerkenswerte Leistungen aller Beteiligten.

 

Die schottische Königin Maria Stuart ist zermürbt von der langen Gefangenschaft, der ständigen Angst vor der Hinrichtung. Auch ihr Kostüm zu Beginn von Holk Freytags Inszenierung in der Stiftsruine drückt das aus. In nachlässiger Kleidung verharrt Marie Therese Futterknecht als Maria am Anfang der Vorstellung in ihrem Gefängnis. Aber sie bäumt sich auch auf, ist zornig, wird dann im Business-Kostüm wieder die „Managerin“, die versucht um ihr Leben und ihre Freiheit zu verhandeln. Am Ende „entpuppt“ sie sich, wirkt in ihrem opulenten Kostüm wie ein schöner Schmetterling und agiert gelassen und trotz aller Traurigkeit fast heiter. Sie hat auch im Glauben Kraft gefunden, den Tod akzeptiert und ist damit „Königin über das Leben“, wie Marie Therese Futterknecht selbst zur ihrer Rolle sagt.

Marie Therese Futterknecht liebt die Rolle gerade wegen der Achterbahn an Gefühlen, sagt sie. Zum Beispiel in der Auseinandersetzung mit dem Tod, mit den eigenen Fehlern, der Macht und der Machtlosigkeit und natürlich mit der Rivalin Elisabeth I.. Und immer wieder schöpft sie auch Hoffnung auf Freiheit und Leben.

Gerit Kling spielt nicht minder intensiv die englische Königin. Elisabeth ist ebenfalls im Zwiespalt. Aber sie ist diejenige ,die Macht über Leben und Tod der Maria Stuart hat. Sie ist Staatsfrau, abwägender, oft kühler als ihre Rivalin.E33F1787

 

Intendant und Regisseur Holk Freytag sagt über seine Hauptdarstellerinnen: „Ich bin natürlich befangen, aber mit diesen beiden Damen zu arbeiten, das ist eine absolute Freude.“

 

Schillers MARIA STUART ist ein Stück voller Spannungsverhältnisse. Ein besonderes bilden die Männer, zwischen denen sich die zwei Königinnen befinden: Wilhelm Cecil, der Baron von Burleigh und Großschatzmeister (Markus Gertken), Georg Talbot, der Graf von Shrewsbury (Wolfgang Jaroschka) und Robert Dudley, der Graf von Leicester (Stephan Ullrich). Sie alle markieren unterschiedliche Pole in der Diskussion um die Hinrichtung Maria Stuarts. Sie alle zerren an der englischen Königin oder haben ihre eigenen Interessen im Auge. Burleigh, der Großschatzmeister, kalkuliert machtpolitisch kühl: Er verlangt den Tod der Thronrivalin aus reiner Staatsräson. Graf Shrewsbury bemüht sich um die Verknüpfung von Staatsinteressen und Rechtmäßigkeit – berät die Königin überlegt, ausgewogen und bedacht. Der Graf von Leicester buhlt opportunistisch um die Gunst beider Frauen – am Ende aber lässt er beide im Stich.

 

Die aktuellen Festspiele stehen unter dem Motto MACHT UND MENSCHLICHKEIT. Mit Blick auf die Konflikte und Kriege überall auf der Welt sagt Holk Freytag zu seinem Festspielmotto: „Von jeher war es eine Aufgabe des Theaters, die Utopie der Gewaltlosigkeit auszurufen. Niemand tat dies deutlicher als Friedrich Schiller, dessen Beschreibung der Bühne als „moralische Anstalt“ bis heute Maßstäbe setzt. MARIA STUART liest sich wie ein Kommentar zu allen diplomatischen Konflikten unserer Tage. Beide Königinnen des Stücks sind in einer sich längst verselbstständigten Mechanik der Macht – und beide schaffen es nicht, schlichte Menschlichkeit an die Stelle der Macht zu setzen.“

 

KISS ME KATE │ Premiere am 18. Juni

Sondervorstellung für Schüler am 24.6./ 10:30 Uhr/ Sonderpreis:15 Euro

DIE WANDERHURE │Premiere am 25. Juni

SEKRETÄRINNEN │ Premiere am 9. Juli

DER NAME DER ROSE │ Wiederaufnahme am 18. Juli

DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK │ Wiederaufnahme am 12. Juni

 

Informationen und Tickets

Telefon 06621 640200

Telefax 06621 6402040

kartenzentrale@bad-hersfeld.de oder

www.bad-hersfelder-festspiele.de

 

Text: M.Kittner /Bad Hersfelder Festspiele Fotos: F. Rehberg

 



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