Spielplanvorschau September 2016 des Staatstheaters Kassel

StaatstheaterDieses Jahr schon deutlich früher erfolgt die Bekanntgabe des Spielplanes für den Monat September.

Der Grund ist recht einfach und pragmatisch zu erklären:  S O M M E R F E R  I E N !

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PREMIEREN

Götterspeise - Caroline DietrichGötterspeise
von Noah Haidle
Inszenierung: Thomas Bockelmann, Bühne: Etienne Pluss, Kostüme: Ulrike Obermüller, Sounddesign: Heiko Schnurpel, Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Mit Caroline Dietrich (Constant) sowie Michaela Klamminger, Christina Weiser, Marius Bistritzky, Bernd Hölscher und Artur Spannagel
„Selig sind die, die reinen Herzens sind“, verheißt die Bergpredigt, jenes Herzstück christlicher Ethik – an dessen Praxistauglichkeit schon die Kirche des Mittelalters gelinde Zweifel hegte (zum Gebrauch nur für Heilige und Mönche, der gemeine Gläubige benutze bitte nur die Zehn Gebote). Tatsächlich darf man fragen, wie man in unserer recht unfrommen Welt mit der extrem frommen Position zu Rande kommen kann. Kannst du die Welt zu einem besseren Ort machen, wenn du dich ethisch einwandfrei verhältst? Wenn du niemals den Zweck die Mittel heiligen lässt? Quasi nur, wie ein Politiker ironisch anmerkte, mit dem Grundgesetz unterm Arm herumläufst? Constant sagt ja! Sie will instinktiv genau das sein, eine Heilige. „Made by compassion“, wie Noah Haidle sie charakterisiert, geradezu gemacht aus reinstem Mitgefühl. Und sie kocht vor Mitgefühl, beziehungsweise aus Mitgefühl. Der Genuss des Essens ist ihre höchste ethische Instanz. Ihr kategorischer Imperativ ist das perfekte Menü. Ihr irdisches Jammertal sind die Kantinen, das Böse, die Lieblosigkeit des Fastfoods, das Menschen zu seelenlosen Vielfraßen erniedrigt. Ihr geht es um Trüffelblüten, japanisches Rind, den perfekten Garpunkt eines Yorkshire-Puddings.
Aber die Welt ist nicht immer der Ort für (im moralischen Sinne) gutes Essen. Die Systemgastronomie eines Flughafen-Diners dealt mit Glutamat, schnell, seriell, billig. Und da kommt es zum Kampf. Die heilige Constant will sich nicht ergeben. Haidle entfaltet eine bitterböse, schwarze Komödie über eine Köchin reinen Herzens, über die absurden (und mörderischen) Folgen der besten Absichten, wenn sie kompromisslos in die Tat umgesetzt werden …
Kostprobe: Mittwoch, 21. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Premiere: Freitag, 23. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Bühnenskizze Saffran und Krump (c) Michael LindnerSaffran & Krump
von Pamela Dürr, ab 6 Jahren
Inszenierung: Janis Knorr, Bühne und Kostüme: Michael Lindner, Dramaturgie: Thomas Hof
Mit Eva-Maria Keller (Krump) und Thomas Sprekelsen (Saffran)
Auf der Suche nach einer neuen Bleibe entdeckt eines Nachmittags Saffran vom Stamm der Filousen auf einer Anhöhe einen gut versteckten Schütthügel, den er als neues Zuhause für sich erklärt. Prompt richtet er sich häuslich ein. Problematisch ist, dass an genau diesem Ort schon ein anderes Wesen haust: Krump. Vom Stamm der Waldschratteln. Es lebt schon, seit es denken kann, unter seinem Erdbuckel im heimischen Wald und ist alles andere als begeistert von diesem neuen Gast: So entbrennt ein erbitterter Kampf um die (neue) Heimat: „Es kannuainen geben.“ Dafür scheinen alle Mittel recht, bis – tja, bis man schließlich im Anderen etwas entdeckt, das man dann doch nicht mehr missen möchte. In „Saffran & Krump“ lässt die Autorin Pamela Dürr ihre zwei Phantasiewesen schon durch ihre absurde Sprachartistik mitreißend komisch das durchspielen, was in der realen Welt schnell in Kämpfe mündet – ob zwischen Kindern, Nachbarn oder Staaten.
Lehrersichtprobe: Freitag, 23. September, 19 Uhr, tif – Theater im Fridericianum
Premiere: Sonntag, 25. September, 15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum

MajiMajiFlava1 (c) Sabine Schründer_Maji Maji Flava
Eine Kooperation mit Flinn Works
Künstlerische Leitung:  Konradin Kunze / Lisa Stepf / Sophia Stepf, Inszenierung:  Sophia Stepf, musikalische Leitung: Jan S. Beyer, Choreografie:  Isack Peter Abeneko, Bühne und Kostüme: Brigitte Schima, Produktionleitung:  ehrliche arbeit  – freies kulturbüro
Mit Sabrina Cessay, Lisa Stepf, Isack Peter Abeneko, Jan S. Beyer, Konradin Kunze, Shabani Mugado
Maji Maji Flava ist eine deutsch-tansanische Stückentwicklung und handelt von der Magie des Wassers, unverständlichen Verträgen, von musikalischen Kommunikations-Codes, Rassismus und Entwicklungshilfe und nicht zuletzt davon, wie man den Maji-Maji-Krieg (1905-1907) im Nachhinein glorifizieren oder unter den Teppich kehren kann. Die Performer*innen bilden eine Band: aus treibenden tansanischen Rhythmen und Liedern der deutschen kaiserlichen Schutztruppe entsteht eine musikalische Theater- und Tanzperformance. Deutsch wechselt dabei mit Kisuaheli und Englisch, traditionelle Tänze treffen auf geopolitische Satire und Performance-Theater mischt sich mit dem neuesten Sound von Bongo Flava.
Kostprobe: Dienstag, 27. September, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum
Uraufführung: Freitag, 30. September, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum
Eine Flinn Works Produktion in Koproduktion mit Asedeva (Daressalam) und in Kooperation mit dem Staatstheater Kassel | Das Projekt wird gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes. | Mit freundlicher Unterstützung durch das Goethe-Institut Daressalam, die Vijana Vipaji Foundation und das Kulturamt der Stadt Kassel

Klamms Krieg
Klassenzimmerstück von Kai Hensel ab 14 Jahren
Junges Staatstheater MOBIL
Mit Matthias Fuchs, Inszenierung: Thomas Hof
Sascha hat aufgrund einer schlechten Note seinen Schulabschluss nicht bestanden. »Mein Schüler, richtig. Deutsch-Kurs, ein Jahr über Ihnen, der letzte Jahrgang. Ein schlechter Schüler! Obwohl ich wusste, dass sechs Punkte nötig gewesen wären, um ihn bestehen zu lassen, habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.«
Die Klasse erklärt ihrem Lehrer Klamm den Krieg durch totale Verweigerung. Denn Sascha hat sich umgebracht. So redet Klamm gegen eine Mauer des Schweigens an, argumentiert und verteidigt, versucht es mit Hohn und mit Drohungen. Immer mehr entpuppt er sich als gestörte Persönlichkeit, zerrieben von Ehrgeiz, blindem Hass und einsamer Verzweiflung. »Klamms Krieg« ist ein kluges, witziges und böses, brandaktuelles Psychogramm, das den Ursachen von Abhängigkeit und Unterdrückung im System Schule auf den Grund geht.
Premiere: Freitag, 30. September, 11 Uhr, Carl-Schomburg-Schule
Die Vorstellungen sind auf Anfrage buchbar, beim der Theaterpädagogik des Staatstheaters kassel, E-Mail: theaterpaedagogik@staatstheater-kassel.de, Tel. 0561.1094-400

KONZERTE

Swing in Concert

Swing in Concert

Swing in Concert – The Reunion
The Pack: Nigel Casey, Henrik Wager, Andreas Wolfram, Ladies: Katja Friedenberg, Tabea Henkelmann, Judith Lefeber, Host: Insa Pijanka, Bandleader: Patrik Ringborg
Endlich steht das Rat Pack wieder auf der Bühne des Staatstheaters! Im Gepäck: neue Songs, schöne Frauen, ganz viel Stil und beste Unterhaltung. „Swing in Concert – The Reunion“ führt uns zurück in das Vegas der 50er und 60er Jahre – Eldorado der Glücksritter und der Mafia, Paradies und Sündenpfuhl in einem … und vor allem DAS Unterhaltungsmekka schlechthin.
Perfekt gekleidet, immer ein Whiskyglas und eine Zigarette in der Hand, dazu einen lockeren Spruch auf den Lippen und natürlich großartige Stimmen – das waren die Markenzeichen von Frank, Sammy und Dean. Das legendäre Sands Hotel war die Lieblingslocation der drei, deren Auftritte gerne flapsig angekündigt wurden: „Tonight: Frank Sinatra. Maybe: Dean Martin. Maybe: Sammy Davis Jr.“ … Den Namen „Rat Pack“ verdankten die Herren angeblich der Schauspielerin Lauren Bacall, Ehefrau von Humphrey Bogart, die ihren Gatten und seine Freunde nach einer durchzechten Nacht begrüßt haben soll: „You look like a goddam rat pack“.
Premiere: Sonntag, 25. September, 19.30 Uhr, Opernhaus

1. Kammerkonzert
Trio AbatonTrio Abaton: »μοίρα – Schicksal«
Mit Maike Schmersahl (Violine), Johannes Raab (Violoncello), Ricarda Schmersahl (Klavier), Enrique Keil (Lesung), Insa Pijanka (Konzeption)
Robert Schumann: Klaviertrio Nr. 3 op. 110 g-Moll, Ludwig van Beethoven: Klaviertrio op. 1 Nr. 3 c-Moll, Sergej Rachmaninow: Trio élégiaque Nr.2 op. 9 d-Moll
Schumann, Beethoven und Rachmaninow in einem Konzert zu kombinieren, liegt aus musikgeschichtlicher oder biographischer Sicht nicht unbedingt nahe. Doch was, wenn man die drei Klaviertrios rein emotional, nach subjektivem Höreindruck betrachtet? Die Klaviertrios von Schumann, Beethoven und Rachmaninow verbindet etwas, dem man sich nicht entziehen kann. Es kommt in unterschiedlicher Gestalt daher; ist aber omnipräsent, unaufhaltsam, unbekannt; etwas, das Schaudern macht. Das Schicksal.
Schumann erkennt und hadert mit dem Schicksal. Mal melancholisch, mal mit Selbstmitleid, mal mit Galgenhumor begegnet er ihm. Beethoven hingegen scheint das Schicksal selbst als Thema zu wählen, sich ihm geradezu entgegen zu werfen, und greift auf beeindruckende Weise seiner späteren Schicksalssinfonie um zehn Jahre voraus. Rachmaninow schließlich beschäftigt sich mit dem Schicksal eines jeden von uns: mit dem Tod.
Der Musik werden im Konzert Texte der Weltliteratur zur Seite gestellt, welche die Thematik des Schicksalhaften auf ihre ganz eigene Weise behandeln.
Montag, 26. September, 19.30 Uhr, Opernfoyer
EXTRAS

TheaterfestGroßes Theaterfest für die ganze Familie
Auf den Bühnen und in den Foyers bietet das Staatstheater zum Saisonauftakt wieder ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie, von der Technikshow bis zum Tanztheater. Das Musiktheater wird wieder ein großes Programm im Opernfoyer zu Gehör bringen und auch im Schauspielhaus wird viel geboten. Dort kann man sich unter anderem auf die legendäre Kostümversteigerung freuen! Kleine Besucher können sich schminken lassen, kostenlose Runden auf dem wunderschönen Karussell vor dem Opernhaus drehen und vieles mehr. Höhepunkt und Abschluss sind um 16 Uhr im Schauspielhaus die Schauspiel-Revue mit dem Schauspiel- und dem Tanzensemble und um 18 Uhr im Opernhaus das Opernkonzert »Preludio - Vorspiel«, die beide einen Ausblick auf die neue Saison bieten.
Beginn: 11 Uhr, Staatstheater, Eintritt frei

Le nozze di Figaro - Patrik Ringborg (c) N. KlingerVorgestellt! Einführungsmatinee zu „Le nozze di Figaro“
Mit Herbert Murauer, Patrik Ringborg, Tobias Theorell, Solisten der Produktion, Moderation: Jürgen Otten
Zur Einstimmung auf Mozarts opera buffa „Le nozze di Figaro“, die am 24. September Premiere feiert, lädt das Staatstheater zu einer Matinee ins Opernfoyer ein. Die Beteiligten sind wahre Mozart-Experten: GMD Patrik Ringborg, Regisseur Tobias Theorell und Bühnenbildner Herbert Murauer. Und selbstverständlich gibt es auch musikalische Kostproben durch die Solisten. Moderiert wird die Matinee von Jürgen Otten.
Sonntag, 18. September, 11 Uhr, Opernfoyer

Tanztheater: Tanz mit!
Proben- und Trainingsleiterin Lauren Rae Mace bietet ein einfaches Tanztraining für alle zum Mitmachen an. Treffpunkt Bühneneingang, begrenzte Teilnehmerzahl. Karten an der Theaterkasse für 2,50 Euro erhältlich.
Montag, 19. September 17–18 Uhr, Studio

Tanztheater: Offenes Training
Einblicke in den Trainingsalltag des Tanztheaters gewährt der Besuch des Offenen Trainings zum Zuschauen. Treffpunkt Bühneneingang, begrenzte Teilnehmerzahl. Um Anmeldung wird gebeten: 0561.1094-125, Eintritt frei
Mittwoch, 21. September, 10–11.15 Uhr, Studio

Boxenstop Schlagzeug
von 4 bis 6 Jahren
Mit Constanze Betzl (Konzertpädagogin) und Schlagzeugern des Staatsorchesters Kassel
Was »spielen« alles bedeutet und wie jedes Kind Musik machen kann, erfährt unser jüngstes Publikum in diesem Boxenstop-Konzert. Die Schlagzeuger des Staatsorchesters präsentieren Werke auf ganz verschiedenen Instrumenten – da wird sogar auf Kochtöpfen gespielt und alle können mitsingen und tanzen! Treffpunkt: Opernfoyer, Dauer: Eine Stunde
Mittwoch, 21. September, 14 Uhr, und Mittwoch, 28. September, 9.30 und 11 Uhr, Orchesterprobensaal

Preisverleihung: Das Glas der Vernunft
Nachdem unter anderem Joachim Gauck, Ai Weiwei, Royston Maldoom und Jürgen Habermas den Kasseler Bürgerpreis erhalten haben, wird der Preis nun zum 26. Mal verliehen. In diesem Jahr wird Edward Snowden geehrt, der mutig eine Gewissensentscheidung getroffen und dabei sein bisheriges Leben und seine Sicherheit für eine größere Sache aufs Spiel gesetzt hat.
Sonntag, 25. September, 11.30 Uhr, Opernhaus

PM des Staaststheaters Kassel

(CB)

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