Staatstheater Kassel: Spielplanvorschau April 2018

TANZPREMIERE

 

morgendämmerung

Tanztheater: Zwei Stücke von Helder Seabra und Johannes Wieland

Choreografie und Inszenierung: Helder Seabra, Johannes Wieland, Bühne: Matthieu Götz, Kostüme: Evelyn Schönwald, Soundediting: Donato Deliano, Dramaturgie: Thorsten Teubl, Proben- und Trainingsleitung: Lauren Rae Mace

Mit Alison Monique Adnet, Cree Barnett Williams, Stephanie Crousillat, Zoe Gyssler, Gotautė Kalmatavičiūtė, Arithani Mertzani, Alessia Ruffolo, Cecilia Wretemark, Luca Ghedini, Jordan Gigout, Niv Melamed, Safet Mistele, Evangelos Poulinas, Juan José Tirado Pulido, Victor Rottier, Shafiki Sseggayi, Sebastian Zuber

Wollen wir nicht alle produktiver, schneller, schöner, einfach besser sein? Was tun wir, wenn gut nicht mehr gut genug ist? Kann der Wunsch perfekt zu sein, physisch und psychisch unser Leben verändern? Selbstoptimierung ist toll, bedeutet aber Produktivitätscontrolling und zum Getriebenen zu werden, alles bis zum Schluss auszukosten, siegen zu lernen, keine Zeit mehr zu verschwenden an Nebensächlichkeiten, überall dabei zu sein – zum Prototyp des modernen Menschen zu werden.

Uraufführung: Samstag, 14. April, 19.30 Uhr, Opernhaus

 

 

KONZERTE

 

  1. Kammerkonzert: Casseler Bläserey

Werke von Lachner, Reinecke und Seiber

Mit Diego Aceña Moreno (Flöte), Sabine Nobis (Oboe), Sabine Neher, Martin Rau (Klarinette), Joachim Pfannschmidt, Markus Brenner (Horn), Klaus-Dieter Ammerbach, Kumiko Maruyama (Fagott)

In Sinfoniekonzerten glänzen die Holzbläser immer wieder mit wunderschönen Satzpartien und Soli – Kammerkonzerte mit reinen Bläserensembles gibt es allerdings selten. Die „Casseler Bläserey“ ändert das. Bereits im Gründungskonzert 2016 zeigte das Ensemble aus Mitgliedern des Staatsorchesters seine Spielfreude und Virtuosität. Nun haben sie erneut ein Programm aus Schmuckstücken der raren Literatur für Bläserkammermusik zusammengestellt: mit romantisch geprägten Oktetten von Franz Lachner (1803–1890) und Carl Reinecke (1824–1910) sowie einer Serenade des ungarisch-britischen Komponisten Mátyás Seiber (1905 – 1960), dessen Stil einerseits vom Jazz, andererseits von der Musik Bartóks und Schönbergs beeinflusst war.

Montag, 23. April, 19.30 Uhr, Opernfoyer

 

  1. Sinfoniekonzert

Hans Werner Henze: Telemanniana in einem Satz

Georg Philipp Telemann: Suite a-Moll für Flöte, Streicher und Basso continuo TWV55:a2

Giuseppe Sammartini: Konzert F-Dur für Flöte, Streicher und Basso continuo

Igor Strawinsky: Pulcinella Suite

Solistin: Lucie Horsch (Blockflöte), Dirigent: Andreas Spering

Ein Orchesterklang zum Dahinschmelzen! Zum 200. Todestag Georg Philipp Telemanns instrumentierte Hans Werner Henze 1967 Telemanns Quartett in e-Moll aus den „Pariser Quartetten“ neu. Heraus kam die „Telemanniana“, eine in vielen Orchesterfarben schimmernde Übertragung mit tänzerischem, grazilem Charakter.

Telemann hinterließ über 3600 Werke und gehört damit zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. In seiner a-Moll Suite für Flöte, Streicher und Basso continuo verbindet er italienisches Drama, französischen Charme und polnische Volksmusik.

Welche Möglichkeiten die Blockflöte jenseits aller Klischees bietet, macht auch das Konzert F-Dur für Flöte, Streicher und Basso Continuo von Giuseppe Sammartini deutlich.

Die 17-jährige Blockflötistin Lucie Horsch räumt mit Vorurteilen gegenüber ihrem Instrument gründlich auf. Sie zählt zu den außergewöhnlichsten Nachwuchsmusikerinnen und ist als Solistin in ihrer Heimat den Niederlanden ebenso gefragt wie auf internationalen Bühnen. 2014 repräsentierte sie die Niederlande beim Eurovision Young Musician Wettbewerb, 2016 gewann Lucie Horsch den renommierten Concertgebouw Young Talent Award.

Die „Pulcinella“-Suite von Igor Strawinsky entstand auf Anregung von Serge Diaghilev, der den Komponisten um die Orchestrierung eines Werks von Pergolesi bat. Dies war der Beginn von Strawinskys leidenschaftlicher Beschäftigung mit den alten Meistern und seiner sogenannten neoklassizistischen Periode.

Gastdirigent Andreas Spering gehört zu den führenden Spezialisten für Alte Musik. Er wurde geprägt vom Studium bei Gerd Zacher in Essen und von Reinhard Goebels Ensemble Musica Antiqua Köln, dem er von 1990 bis 1994 als Cembalist angehörte. 1996 wurde er zum Künstlerischen Leiter der Brühler Schlosskonzerte ernannt. Mit der von ihm gegründeten Capella Augustina stellt er seit 2002 die Werke Joseph Haydns in den Mittelpunkt der Schlosskonzerte und etablierte dadurch das erste und einzige Haydn Festival in Deutschland.

Montag, 30. April, 20 Uhr, Stadthalle (19.15 Uhr Einführung)

 

 

GASTPIELE UND EXTRAS (Auswahl)

 

Ferdinand von Schirach: Prozess gegen Sokrates

Lesung und Vortrag mit Ferdinand von Schirach

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen „großartigen Erzähler“, die New York Times einen „außergewöhnlichen Stilisten“, und der Daily Telegraph schrieb, er sei „eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur“. In Kassel liest Ferdinand von Schirach jetzt aus seinem neuen Buch „Strafe“ und hält einen Vortrag über den Prozess gegen Sokrates. Philosophen, Schriftsteller, Theologen, Historiker – fast jeder glaubt, es handele sich bei dem Prozess gegen Sokrates um den ersten bekannten Justizmord. Der Prozess gegen ihn wird mit dem Prozess gegen Jesus Christus verglichen, hier wie dort sei ein Unschuldiger zum Tode verurteilt worden und das nur, weil er nicht glauben wollte, was er glauben sollte. Die Athener seien Mörder, Sokrates ein Märtyrer für die Demokratie und das freie Denken. Aber stimmt das auch? Und was bedeutet Sokrates’ Tod für uns heute?

Sonntag, 8. April, 18 Uhr, Schauspielhaus                 20 / 15 Euro

 

StreitZeit [3]: Wer unterwirft sich dem Islam?
Mit Prof. Dr. Katajun Amipur (Islamwissenschaftlerin), Prof. Dr. Claus Leggewie (Politikwissenschaftler), Moderation: Wolfram Bremeier
StreitZeit beleuchtet in loser Folge brisante kulturpolitische Themen, die von unserem Spielplan inspiriert sind und zwei Kontrahenten ins Gespräch bringen. Ist Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ überhaupt noch diskussionsbedürftig? Macron hat die Wahl gewonnen und nicht, wie bei Houellebecq, aus Angst vor Marine Le Pen der Muslimbruder Mohammed Ben Abbes. Aber Houellebecq hat eine Analyse der Gesellschaft geliefert, die es in sich hat: Opportunismus der Eliten, Schwäche des Laizismus, Antisemitismus von rechts und durch die zugewanderten Moslems, Identitäre, denen Le Pen zu pöbelhaft ist. Stimmt dieses Bild eines dekadenten Westens? Gründe genug für ein Gespräch.
Montag, 9. April, 19.30 Uhr, Opernfoyer         6,50 Euro

 

Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist …

Eine musikalische Lesung von Shakespeares Sonetten.

Mit Thomas Bockelmann, Christoph Denoth (Gitarre)

Er hat mit Worten komponiert, Reime in Melodien verwandelt, Rhythmus aus Versen gezaubert, seine Sonette schweben über dem Boden und hinterlassen doch tiefe Spuren. Ein Abend gewidmet der rätselhaften Poesie Shakespeares im Dialog mit dem lyrischen Klang der Gitarre, gespielt vom international ausgezeichneten Star-Gitarristen Christoph Denoth.

Samstag, 14. April, 17 Uhr, Schauspielfoyer

Im Anschluss im Schauspielhaus: Shakespeares »Ein Sommernachtstraum«

 

Resonanzboden [135] Die Theaterkritik der HNA – Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Mit Werner Fritsch, Bettina Fraschke (HNA), Moderation: Hansgeorg Kling, Joachim Neher

Welchen Stellenwert haben aus der Sicht einer Regionalzeitung wie der HNA die Theater-Berichterstattung und die Theaterkritik? Welche Kriterien stehen für die Journalisten bei ihrer Urteilsbildung im Vordergrund? Welche Rolle spielt dabei, dass es Auswirkungen hat, wenn eine Theaterproduktion in höchsten Tönen gelobt oder aber „verrissen“ wird? Welche Bedeutung haben aus Sicht der HNA Leserbriefe?

Montag, 16. April, 19.30 Uhr, Opernfoyer

 

Förderverein Kasseler Jazzmusik e.V. präsentiert:

Daniel Erdmann’s Velvet Revolution

Mit Daniel Erdmann (Tenorsaxophon), Theo Ceccaldi (Violine / Viola), Jim Hart (Vibraphon)

Die Musik von Velvet Revolution, dem neuen Trio des Tenorsaxophonisten Daniel Erdmann, der für dieses Projekt den Echo Jazz 2017 und den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten hat, ist ein starkes Statement – kräftig und zugleich sensibel, mit Sinn für Nuancierungen und zugleich auch voller Schwung, gelegentlich gar mit Wucht. Während sich vielerorts wabernde Innerlichkeit und kunstgewerbliche Beflissenheit breitmacht, kommt hier wieder etwas zum Vorschein, was die Triebkraft des Jazz ausmacht: der Drang zur Mitteilung.

Mittwoch, 18. April, 20.15 Uhr, tif                               16 / 13 Euro

Last-Minute-Ticket für Schüler / Studenten: 7,00 Euro, ab 10 Minuten vor Konzertbeginn

 

Schlag mich, tritt mich, verzaubre mich: Ein Traum ist niemals nur ein Traum

Einführungsvortrag zu Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von Prof. Dr. Susanne Bach

Nach einer kurzen Einleitung zum Inhalt und zu den historischen Produktionsbedingungen zu Shakespeares Zeit hält Susanne Bach einen Vortrag über den Traum, über Träumer, über Verliebte, über die Illusion der Bühne, über gelungene Visionen und vermasselte Auftritte, über traumhaften Sex und ätzende Beziehungskisten, über Handwerker und Despoten; also über den ganz normalen Wahnsinn.

Die Anglistik-Professorin ist bekennender Shakespeare-Fan, und „Ein Sommernachtstraum“ gehört zu ihren Lieblingsstücken. Susanne Bach hat schon mehrfach auf Einladung des Staatstheaters Einführungsvorträge gehalten, die dezidiert nicht an Studierende oder Fachleute gerichtet, sondern auf das Theaterpublikum zugeschnitten waren.

Donnerstag, 19. April, 18.30 Uhr, Schauspielfoyer (anschließend „Ein Sommernachtstraum“ im Schauspielhaus)

 

Navid Kermani: „Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan“

Navid Kermani im Gespräch mit Thomas Bockelmann, es liest Stephan Schäfer

Für seine Romane und Essays vielfach ausgezeichnet, genießt Navid Kermani zugleich als Berichterstatter aus den Kriegs- und Krisengebieten hohes Ansehen. In seinem neuen Buch „Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan“ richtet er den Blick auf Osteuropa: Ein immer noch fremd anmutendes, von Kriegen und Katastrophen zerklüftetes Gebiet beginnt östlich von Deutschland und erstreckt sich über Russland bis zum Orient. Navid Kermani ist entlang den Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, der Heimat seiner Eltern.

Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird, und von Menschen, deren Geschichten wahr sind und sich doch widersprechen.

Navid Kermani erhielt für seine Romane, Essays und Reportagen zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Kleist-Preis, den Joseph- Breitbach-Preis, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie zuletzt den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Freitag, 20. April, 19.30 Uhr, Opernfoyer

 

Spätschicht [2]: Rohstoff

Mit Mitgliedern des Schauspielensembles

Leitung: Philipp Rosendahl, Tassilo Greger, Petra Schiller

Drei Stücke. Vier Schauspieler. Zehn Requisiten. Die Zuschauer entscheiden an diesem Abend, welches Stück sie sehen wollen. Die Schauspieler spielen. Alles entsteht hier und jetzt. Ohne Proben. Ohne Unterbrechung. Ohne Einschränkung. Näher dran geht nicht.

Freitag, 20. April, 23 Uhr, tif-Foyer                  6,50 Euro

PM: Juliane Clobes  (HJ)



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