Clickbaits — Werbung durch Neugier

Es gibt ja die absurdesten Ideen. Eine davon ist mir heute wieder mal begegnet, und das wahrhaftig nicht zum ersten mal. Immer wieder lese ich Texte, die solche Aussagen beinhalten, und ich bin verwundert. Niemand glaubt mir, dass es so was gibt. Und es machen immer mehr Leute.

Haben Sie verstanden, was ich damit sagen wollte? Nein? Dann geht es Ihnen wie mir, wenn ich solche Texte lese. Daher wiederhole ich den Absatz gern noch einmal, diesmal aber mit ein paar Zusatzinformationen (kursiv):

Es gibt ja die absurdesten Werbeideen. Eine davon ist mir heute wieder mal bei Facebook begegnet, und das erlebe ich wahrhaftig nicht zum ersten mal. Immer wieder lese ich Texte, die solche inhaltsleeren Aussagen beinhalten, und ich bin verwundert. Was will mir der Autor damit sagen? Niemand glaubt mir, dass es solche Texte gibt. Und doch versuchen immer mehr Leute, damit die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Na, wird es ein wenig klarer? Hier das Original:

Ich trinke das jetzt seit dreieinhalb Wochen und meine Freunde können mich kaum wiedererkennen! Sie hören nicht auf zu fragen, wie ich das geschafft habe. Sie glauben mir nicht, wenn ich ihnen empfehle, diese beiden Inhaltsstoffe einfach in ihr Lieblingsgetränke zu mischen. Meine ganze Familie liebt es!

Einzig das Wort „Lieblingsgetränke“ gibt einen winzigen Hinweis auf den Kontext. Das lenkt die Aufmerksamkeit in Richtung „Lebensmittel“, und in Verbindung mit dem Stolz und Bewunderung ausdrückenden „wie ich das geschafft habe“ und der Tatsache, dass es sich um eine Frau handelt, die das geschrieben hat, wird sofort das Prinzip „trink dich schlank“ getriggert. Der Effekt ist klar: Man soll den Link anklicken.

Bei mir hat dies schon lange nicht mehr geklappt. Ich gehe nach dem Motto vor „wer etwas zu sagen hat, der sage es“. Wer folglich nichtssagende Texte postet, trägt bestenfalls dazu bei, dass ich mal wieder einen Artikel schreiben kann. Sicher auch eine positive Wirkung, aber wohl kaum im ursprünglichen Sinne des Schreibers.

Vielleicht ist es aber auch nur eine neue Kunstform 🙂

 
Der Artikel erschien zuerst im Dezember 2016 auf Sehfahrten.de.

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