Einfach mal auf die Pelle rücken: Kleine Motive ganz groß

© 2017 Jacob Design

CHIP FOTO-VIDEO lüftet das große Einmaleins der Makrofotografie

München, 3. Mai 2017 – Klein, aber oho: Makrofotografie erfordert Wissen, Präzision und Geduld. CHIP FOTO-VIDEO erläutert die wichtigsten Grundlagen, um kleine Motive ganz groß rauszubringen.

1. Das richtige Objektiv
Makroobjektive gibt es mit verschiedenen Brennweiten und sie erreichen einen Abbildungsmaßstab von 1:1 – sofern dies in der Praxis wirklich der Fall ist. Hersteller bezeichnen einige Modelle gerne als Makros, obwohl sie maximal einen Maßstab von 1:2 oder weniger erfüllen. Und auch das nur bei ausgefahrenem Zoom. Richtige Makrolinsen lassen sich außerdem daran erkennen, dass es fast immer Festbrennweiten sind.

2. Die verkehrte Welt
Wer das Objektiv verkehrt herum an der Kamera montiert, erreicht einen höheren Abbildungsmaßstab. Damit das Objektiv aufs Bajonett passt, benötigen Fotografen einen Umkehr- bzw. Retroring. Dann gibt es keinen Kontakt mehr zwischen Linse und Body, und sie können Blende und Fokus nur noch bei manuellen Objektiven verändern. Kabellose Varianten sind günstig erhältlich und liefern brauchbare Resultate.

3. Das ausreichende natürliche Licht
Wer Blumen und Insekten im Freien ablichten möchte, hat mit der Sonne immer eine natürliche Lichtquelle. Doch je nach Sonnenstand und Bewölkung wirkt das Licht härter oder weicher. Dann ist Kreativität gefragt, um in der jeweiligen Situation die beste Lösung zu finden. Eine Möglichkeit: Bei Floralem den Aufnahmepunkt so wählen, dass das Motiv zwischen Mensch und Sonne liegt. Das Licht scheint auf diese Weise durch die Blüten. Während Sonnenauf- und -untergang verleiht die warme Farbtemperatur den blättrigen Modellen das gewisse Etwas. Bei praller Sonne schafft ein weißer Durchlichtschirm Abhilfe.

4. Das scharfe Bild

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Einstellschlitten sind Schienen zur Montage auf Stativköpfen. Per Drehregler lässt sich die darauf fixierte Kamera stufenlos nach vorne und hinten bewegen. Der Fokuspunkt rückt somit an die richtige Stelle. Wer einen Einstellschlitten mit einer L-förmigen Klemmplatte kombiniert, kann vom Quer- zum Hochformat wechseln, ohne den Schlitten zu verstellen. Wer Stativ und Bildstabilisator im Einsatz hat, sollte letzteren allerdings abschalten. Das Gerät versucht ansonsten Bewegungen auszugleichen, die überhaupt nicht vorhanden sind.

5. Der manuelle Fokus
Ein Autofokus ist bequem und liefert in der Regel gute Resultate, zumal er bei Makroobjektiven auf den Nahbereich begrenzt werden kann. Doch die Technologie hat Grenzen, weil die Automatik auf den vorderen Teil des Motivs fokussiert. Dadurch geht die Hälfte der Schärfentiefe im leeren Raum zwischen Motiv und Kamera verloren. Bei kleinen Blüten ist im Zweifelsfall nicht der Stempel, sondern der vordere Blätterrand scharf. „Fokussieren Sie sich also im wahrsten Sinne des Wortes manuell“, rät Florian Schuster, Chefredakteur CHIP FOTO-VIDEO. „Das führt zu besseren Ergebnissen und richtet die Schärfe gezielt auf das gewünschte Element.“

Noch mehr Praxistipps für die perfekte Makrofotografie finden Sie in der kommenden Ausgabe der CHIP FOTO-VIDEO (6/2017). Das Magazin ist ab sofort im Handel sowie im CHIP Kiosk erhältlich.

PM: CHIP FOTO-VIDEO  (JH)

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