Gut vorbereitet für den Schulstart

 

© Schulkind NHR

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Nach den Sommerferien beginnt für viele Familien ein neuer Lebensabschnitt. Tipps vom Knappschaftsexperten Dr. Leon-hard.

Nach den Sommerferien beginnt für viele Familien ein neuer Lebensab-schnitt. Ende August werden in Hessen mehr als 50000 Kinder einge-schult. Eine ähnlich hohe Zahl von Mädchen und Jungen wechselt auf eine weiterführende Schule mit neuen Anforderungen und einem veränderten Lernumfeld. „Für Eltern und Schulanfänger gibt es in dieser Phase einiges zu beachten“, weiß Dr. med. Torsten Leonhard von der Krankenkasse Knappschaft. Zur richtigen Vorbereitung gehört aber auch eine Portion Gelassenheit“, findet der Gesundheitsexperte.

In jedem Fall sollten Eltern den ersten Schulweg mit ihren Kindern ablaufen, um mögliche Gefahren wie verkehrsreiche Kreuzungen und Straßenüberquerungen zu entschärfen. Leonhard: „Idealerweise werden Fußgängerampeln und Zebrastreifen genutzt.“ Das Eltern-Taxi ist aus seiner Sicht nicht die beste Lösung. „Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren, bleiben fitter“, ergänzt der Knappschaftsexperte. Ein ausgewogenes Frühstück, helle oder reflektierende Kleidung bei Dunkel-heit sowie ein richtig sitzender, nicht zu schwerer Ranzen gehörten zum Rüstzeug für die Schulanfänger.

Zur Einschulungszeit werden manchen Eltern mit der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS-Diagnose konfrontiert. In der Schule fallen Kinder als unaufmerksam und impulsiv auf. Verschiedenen Studien zufolge schätzen Ärzte zwischen zwei und fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen als krankhaft hyperaktiv ein. Die auch als „Zappelphilipp-Syndrom“ bezeichnete Störung schwankt regional. Häufiger betroffen sind Jungen. „Die Diagnose ist komplex ist, da gibt es schon unter Ärzten abweichende Einschätzungen“, gibt Dr. Leonhard zu Bedenken. Jüngere Kinder in den Eingangsklassen hätten zudem eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, ADHS bescheinigt zu bekommen. „Hinter der Impulsivität und Hyperaktivität kann einfach auch noch eine altersgemäße Unreife stecken“, sagt der Knappschaftsexperte. Zappelige Schüler fielen zudem in kleineren Orten oft eher auf als in Großstädten.

Jeder zwölfte Deutsche leidet unter auffälligen Lese-Rechtschreibproblemen oder einer ähnlich gelagerten Rechenschwäche, hat der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie herausgefunden. Dies ist kein Ausdruck von mangelnder Intelligenz, vielmehr spielen genetische Dispositionen eine große Rolle. Die Bildung von Lauten, Silben und Wörtern stellt sich normalerweise mit der Zeit automatisch ein. Betroffene Kinder können die Kombinationen schlechter speichern und vertauschen oft Buchstaben. Mitunter wird Legasthenie nicht gleich entdeckt, weil pädagogische Konzepte lautgetreues Schreiben vor die Rechtschreibregeln setzen oder Kinder ihre Schwächen kompensieren, in dem sie Wörter und Texte auswendig lernen.

5 Tipps von Dr. med. Torsten Leonhard zum Beginn eines neuen Schuljahres

  1. Den neuen Schulweg sollten Eltern mit ihren Kinder einstudieren und mögliche Gefahren aufzeigen. Kleine Umwege können die Sicherheit erhöhen. Das Eltern-Taxi ist nicht immer eine gute Lösung.
  2. Der Ranzen sollte gerade für Schulanfänger nicht zu schwer sein und maximal 15 Prozent der Körpergewichtes betragen. Er sollte straff und eng am Rücken anliegen.
  3. Stecken Sie nicht zu viel Schokolade und Bonbons in die erste Schultüte. Achten Sie darüber hinaus täglich auf ein ausgewogenes Frühstück und gesunde, leckere Pausenbrote.
  4. Bei manchen Kindern, vor allem jüngeren, verbirgt sich hinter einem ADHS-Verdacht vielleicht einfach noch Impulsivität und Unreife. Die Diagnose kann auch stigmatisierend wirken, warnen Experten.
  5. Kinder mit Legasthenie benötigen die Unterstützung der Eltern, die andere Kompetenzen stärken und weniger auf die Defizite schauen sollten. Wichtig ist eine fachgerechte Förderung in jungen Jahren.

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