Bitter: Löwen verlieren in der Nachspielzeit

So bitter kann Fußball sein: Bis in die Nachspielzeit hielt der KSV ein nicht einmal unverdientes 1:1-Unentschieden gegen den Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken, bevor den Gästen mit einem Kopfball von Patrick Schmidt doch noch der Siegtreffer gelang. Marco Dawid brachte den KSV zuvor in Führung (30.), Marco Holz traf vor 1.500 Zuschauern im Auestadion zum zwischenzeitlichen Ausgleich (51.).
Es läuft die dritte Minute der Nachspielzeit im Kasseler Auestadion. Noch ein Eckball für den Tabellenführer 1. FC Saarbrücken. Es steht 1:1-Unentschieden in einem mitreißenden Kampfspiel. Der Tabellenletzte ist drauf und dran, dem Spitzenreiter ein Pünktchen zu klauen. Und den haben sich die jungen Löwen, die um jeden Ball kämpfen und rackern redlich verdient. Sicherlich: Die Gäste sind spieltechnisch stärker, haben ein Chancenplus. Doch in diesem Spiel mit Pokalcharakter hat sich der Außenseiter mit viel Herz und Leidenschaft das Unentschieden erarbeitet. Doch dann kommt der Eckball von der rechten Seite in die Mitte, im Fünfmeterraum springt Patrick Schmidt hoch und köpft den Ball zum 1:2 in die Maschen. Danach ist Schluss. Nichts ist es mit dem Punkt gegen das wohl derzeit beste Team in der Regionalliga Südwest.
Doch der Reihe nach: Beim KSV fehlen Tim Brandner, Ingmar Merle, Sergej Evljuskin und Niklas Künzel. Auch Basti Schmeer ist aufgrund eines Trauerfalls in der Familie nicht mit dabei. In den ersten Minuten kann einem bei ständigem Nieselregen Angst und Bange um die Löwen werden. Saarbrücken tritt im Stile einer Heimmannschaft auf, lässt dem KSV kaum Luft zum Atmen. In der vierten Minute zieht Marco Holz aus zwölf Metern ab, Niklas Hartmann lenkt den Ball mit den Fingerspitzen um den Torpfosten. Drei Minuten später versucht es Markus Mendler – sein Ball zischt haarscharf an Hartmanns Gehäuse vorbei ins Toraus. Es dauert bis zur 25. Minute, bis der KSV sich aus der Umklammerung befreien kann. Und mit dem ersten guten Angriff geht der Außenseiter in Führung: Ein langer Ball landet bei Marco Dawid im Fünfmeterraum, der Daniel Batz im Saarbrücker Tor überrascht und das 1:0 erzielt. Wenige Augenblicke später ein Aufreger: Sebastian Szimayer läuft nach einem Saarbrücker Abwehrfehler etwa zehn Meter in der Gäste-Hälfte los und wird von Kapitän Marco Kehl-Gomez gefoult. Viele Zuschauer fordern Rot, doch Schiedsrichter Manuel Bergmann belässt es bei Gelb. „Eine korrekte Entscheidung“, klärt KSV-Trainer Tobias Cramer später auf. Zwei Saarbrücker Spieler standen noch in der Nähe, also keine Notbremse. Die Löwen halten die knappe Führung bis zum Pausenpfiff, auch wenn die Angriffe der Saarländer noch einmal wütender werden.
Die zweite Halbzeit beginnt mit dem frühen Ausgleich der Gäste: Marco Holz zieht aus 18 Metern ab, zwischen dem linken Torpfosten und dem Handschuh von Niklas Hartmann passt keine Stadionzeitung. Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel ist die schöne Führung der Löwen dahin. Was folgt, ist ein rassiges Kampfspiel. Die Löwen fighten im Kasseler Morast um jeden Ball, die technisch starken Gäste halten körperlich voll dagegen. Saarbrücken hat weiter die besseren Chancen, doch auch der KSV nutzt zunehmend seine Räume für gefährliche Angriffe. Tobias Jänicke hat die beste Gelegenheit für die Gäste, doch sein Schuss geht freistehend aus sechs Metern am Tor vorbei (72.). Zuvor musste der starke Hartmann bereits aus kurzer Distanz gegen Schmidt (53.) und Jänicke retten (63.). Alles deutet auf ein Unentschieden hin. Bis es ist der dritten Minute der Nachspielzeit Eckball für Saarbrücken gibt.
Am nächsten Samstag geht es für die Löwen beim VfB Stuttgart II weiter. „Wir fahren nicht dahin, um das Spiel abzuschenken“, gibt sich Tobias Cramer kämpferisch.
© Info: O.Zehe/ M.Kittner                      Foto: M.Kittner

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