Das war knapp: KSV Hessen Kassel – VfB Ginsheim 2:2 (1:2)

KSV Hessen Kassel – VfB Ginsheim 2:2 (1:2)

Merle rettet Löwen einen Punkt

Ein Freistoß von Ingmar Merle drei Minuten vor Spielende rettete dem KSV Hessen am Samstagnachmittag einen Punkt gegen den VfB Ginsheim. Vor 1.100 Zuschauern im Auestadion brachten Maximilian Thomasberger (11.) und Jörg Finger (44.) die Gäste in der ersten Halbzeit zweimal in Führung, Marco Dawid (21.) glich zwischenzeitlich aus.

Lange hat Löwen-Trainer Tobias Cramer die Hand schützend über seine Spieler gehalten. Auch eher emotionsfreie Auftritte seiner Mannschaft, wie zuletzt bei der 1:2-Derby-Pleite in Baunatal, kommentierte der Fußball-Lehrer in der Öffentlichkeit staatsmännisch. Die Reaktion der Elf, mit zwei ansprechenden Vorstellungen in Alzenau und beim Pokalspiel in Neu-Isenburg, schienen Cramer recht zu geben. Nach dem ernüchternden 2:2-Unentschieden gegen den VfB Ginsheim war jedoch Schluss mit dem öffentlichen Kuschelkurs. „Ich habe keine Lust, im Mittelmaß der Hessenliga zu versinken“, kritisierte Cramer. „Einige haben unsere Gegner-Analyse nicht ernst genommen. Ich bin es leid, die Mannschaft in Schutz zu nehmen.“ Ausdrücklich klammerte Cramer die jungen Spieler von dieser Kritik aus und nahm die ehemaligen Regionalliga-Akteure in die Pflicht, von denen sich einige im erschreckendem Tempo dem Hessenliga-Niveau angepasst haben.
Eine hohe Fehlerquote, schwaches Zweikampfverhalten und eine pomadige Spielweise verhinderten gegen einen gut kämpfenden, aber durchaus limitierten Gegner den so nötigen „Dreier“. Dabei begannen die Löwen gar nicht mal schlecht, gegen am Anfang zu respektvoll auftretende Ginsheimer. Durchaus überraschend das 0:1 durch Maximilian Thomasberger in der elften Minute, nachdem die Löwen Probleme hatten, den Ball aus der Gefahrenzone zu bekommen und der Ginsheimer Innenverteidiger am schnellsten reagierte und Niklas Hartmann keine Chance ließ. Die schnelle Antwort durch Marco Dawid, der in der 21. Minute frei vor VfB-Torwart Lukas Langenstein einnetze, erwies sich rasch als Placebo für den KSV. Selbstzufrieden durch die eigenen Ballbesitzanteile fehlte zum wiederholten Mal die nötige Galligkeit, um einen durchschnittlichen Hessenliga-Gegner frühzeitig aus dem Spiel zu nehmen. „Der Spieler mit Ball war heute die ärmste Sau“, urteilte Cramer über die nur wenig ausgeprägte Laufbereitschaft seiner Mannschaft. Der Schuss ging nach hinten los: Kurz vor dem Pausenpfiff wurde Ginsheim wieder nicht energisch genug attakiert und kam so zur Führung durch Jörg Finger.
Im zweiten Durchgang brachte Cramer Maik Baumgarten ins Spiel und ersetzte den ausgewechselten Janik Ziegler durch Nael Najjar, der nun die defensive rechte Außenbahn bearbeiten durfte. Tim Brandner, der zuvor auf der rechten Seite spielte, wechselte nach links. Chancen gab es für die Löwen durchaus: Gleich nach Wiederbeginn klärte ein Ginsheimer Abwehrbein vor dem frei stehenden Basti Schmeer, kurz danach verzog Marco Dawid wenige Meter vor dem Tor aus spitzem Winkel und einge Zeit später traf Adrian Bravo Sanchez nur die Oberkante der Querlatte. Der KSV erhöhte den Druck, doch der letzte Ball kam zu selten an, viele Fehler im Spielaufbau blockierten eine wirkungsvolle Schlussoffensive. Glück für die Löwen, das Ginsheim seine Konter nicht konsequent genutzt hat. So wie in der 84. Minute, als Nils Fischer, von der Strafraumkante aus, knapp am linken Torpfosten vorbei zielte. Für das Happy-End sorgte dann Ingmar Merle drei Minuten vor Schluss. Der Mann, der – so sagen Mannschaftskameraden – mit seinem Schuss ein Pferd töten kann, schnippelte einen Freistoß aus etwa 18 Metern gefühlvoll und für Langenstein unhaltbar in die linke obere Torecke. Immerhin also ein Punkt für den KSV! Insgesamt aber viel zu wenig für eine Mannschaft, die in der vergangenen Rückrunde eines der stabilsten Regionalliga-Teams stellte.
Am kommenden Freitag (19.30 Uhr) müssen die Löwen beim FV Bad Vilbel antreten, das nächste Heimspiel findet am 3. Oktober (14 Uhr) gegen Viktoria Griesheim statt.
O. Zehe / M.Kittner

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