Die Kassel Huskies und ihre Leistung in der Saison 18/19

Die Kassel Huskies befinden sich auf schwierigem Gelände. Nach 14 Spielen in dieser Saison liegen sie auf einem enttäuschenden Tabellenplatz zehn in der 2. Eishockey-Liga.

Mit 19 Punkten trennen sie 13 Punkte vom Tabellenführer, den Ravensburg Towerstars, die zudem erst 13 Spiele absolviert haben. Allerdings wird der direkte Auf- und Abstieg zwischen der erstklassigen Deutschen Eishockey-Liga und der DEL2 erst ab der Saison 2020/2021 wieder eingeführt. Zuletzt war das 2006 der Fall, und seitdem konnten Clubs nur aufsteigen, wenn durch das Ausscheiden eines Vereins ein Platz frei geworden war. Derzeitiger Favorit auf den Meistertitel in der DEL ist laut Betway der EHC Red Bull Munich mit einer Quote von 2 zu 1, gefolgt von den Eisbären Berlin mit einer Quote von 3 zu 1. In der DEL 2 sind die Löwen Frankfurt die größten Konkurrenten für die Towerstars.

Von der Tabellenspitze können die Kassel Huskies zurzeit nur träumen. Seit wenigen Tagen ist der neue Trainer Bobby Carpenter im Amt, doch schon in seinem Einstandspiel gegen die Lausitzer Füchse musste der US-Amerikaner auf Toni Ritter und Adriano Carciola verzichten, die wegen Krankheit beziehungsweise Verletzung ausfielen. Zwar wurde Huskies-Stürmer Michael Christ zum Schluss zum besten Spieler gewählt, aber der Sieg ging mit 1:4 an die Füchse.

Deutlich knapper fiel das Hessenderby gegen den EC Bad Nauheim zwei Tage später aus, doch auch dort gingen in Huskies in der eigenen Halle schließlich mit 2:3 geschlagen vom Eis.

Am Freitag treffen die Kasseler Eishockeyspieler auf den Tabellenzweiten, die Löwen Frankfurt. Wenn auch die Fans von dem neuen Trainer, der Rico Rossi überraschend abgelöst hatte, keine Wunder über Nacht erwarten, so ist doch die Stimmung insgesamt weiter positiv. Mehr Präsenz vor dem Tor, einfache, aber effektive Pässe und eine klare Struktur sollen möglichst den Umschwung bringen.

Die Kassel Huskies haben im Lauf ihrer eisigen Geschichte schon so manches Auf und Ab erlebt. Der erste Eishockeyverein wurde in der Hessen-Stadt 1977 als ESG Kassel gegründet, elf Jahre nach der Einrichtung einer Eisfläche, die im Winter für Eislaufen und Eishockey genutzt wurde. Die ESG Kassel fand ihre Heimat in einer neu eröffneten Eissporthalle und ging bereits im ersten Jahr in der Regionalliga West an den Start. Rund 900 Zuschauer fanden sich beim ersten Heimspiel ein. Zwar unterlag die ESG Kassel dem SV Brackwede am 30. Oktober 1977 mit 2:5, aber die Kasseler fanden bald Erfolg auf den Kufen. In der Saison 1979/1980 wurden sie zunächst Meister in der Regionalliga West. In der folgenden Aufstiegsrunde landeten sie auf Platz drei und sicherten sich damit den Aufstieg in die Oberliga.

Zehn Jahre nach der Gründung wurde der Verein 1987 in EC Kassel umbenannt. Den Namen behielt er bis 1994, als aus dem Club die Kassel Huskies wurden. Die Huskies hatten ihren bislang größten Erfolg 1997, als sie Vizemeister der Deutschen Eishockeyliga wurden. Die DEL hatte erst 1994/1995 die 37 Jahre alte Bundesliga ersetzt und ist seitdem als selbstverwaltete Profiliga nach nordamerikanischem Vorbild aktiv.

Die Huskies gehörten zu den Gründungsmitgliedern der DEL und landeten in der ersten Saison auf einem beachtlichen siebten Platz. 1996/1997 gingen sie schließlich als Vizemeister in die Sommerpause. 2005/2006 kam der Abstieg in die 2. Bundesliga, in der sie zwei Jahre später den Meistertitel holten.

Der große Rückschlag für die Huskies kam 2010, als der Club von einem neuen Eigner übernommen und kurz darauf insolvent erklärt wurde. Aufgrund des Insolvenzverfahrens wurde dem Verein nach juristischen Streitereien acht Tage vor dem Beginn der neuen Saison die DEL-Lizenz entzogen – die Zeit der Profi-Eishockeyspieler war vorbei. Stattdessen wurde die Amateurmannschaft des Stammvereins Eishockey Jugend Kassel e.V. zum neugegründeten Club Kassel Huskies, und der Neubeginn wurde in der Hessenliga angetreten. Bereits in der gleichen Saison wurden die Eishockeyspieler Meister in der Hessenliga, und nur drei Jahre später glückte ihnen der Aufstieg in die DEL 2. Im Jahr 2016 wurden sie dort Meister.

Drei Kasseler Trainer, Bernhard Englbrecht, Axel Kammerer und Hans Zach, sind aufgrund ihrer Leistungen in die Hall of Fame Deutschland aufgenommen worden, genau wie Ex-Kassel-Spieler Duanne Moser, der aktuell Co-Trainer und Teammanager der Augsburg Panthers ist, und Jürgen Rumrich, der außer seiner Zeit als Spieler bei den Huskies von 2013 bis 2014 auch deren Cheftrainer war.

Bei einer derart wechselvollen Geschichte lassen sich Spieler und Fans auch von ein paar Niederlagen nicht unterkriegen. Den Siegeswillen haben sie jedenfalls bisher noch nie verloren.

 

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