GSV-Eintracht: Vier-Länder-Turnier der Junioren in Nordhessen

4-Länder-Turnier-NordhessenNoch etwa sechs Monate trennen die deutsche Junioren-Nationalmannschaft von ihrem nächsten großen internationalen Wettkampf. Vom 24. Juli bis zum 3. August diesen Jahres findet in Österreich die U20-Europameisterschaft statt. Durch den Triumph 2012 sind die jungen Talente als Titelverteidiger bereits gesetzt und können sich daher ganz entspannt auf dieses Großereignis vorbereiten.

Die nächste Zwischenstation auf dem Weg dorthin ist das an diesem Wochenende in Nordhessen statt findende Vier-Länder-Turnier. Nach lediglich einigen gemeinsamen Lehrgängen ist es für Markus Baur und Axel Kromer, die die Truppe seit September betreuen, die Premiere an der Seitenlinie. Ihre Schützlinge hingegen haben da schon einen deutlichen Vorsprung, der Großteil hat bereits besagten EM-Titel 2012 und WM-Bronze 2013 auf dem gemeinsamen Konto. Entsprechend homogen und eingeschworen werden sie auch an diesen drei Spieltagen wieder auftreten. Dennoch darf und wird der nötige Ernst nicht fehlen. Zum Auftakt stehen sich am Freitagabend (18 Uhr) Frankreich und Spanien gegenüber, ehe in der Baunataler Rundsporthalle das deutsche Team auf Portugal trifft (20.15 Uhr).

„Zuallererst sind wir froh, dass wir den Druck der Qualifikation durch den Titel unter Pitti Petersen entkommen sind. Dadurch fehlen uns natürlich auch einige Wettspiele unter Druck, sodass wir um so mehr solche hochklassigen Gegner nutzen müssen“, betont der Co-Trainer Axel Kromer. „Die Jungs sind begeisterte Handballer, die nicht nur durch ihr gegebenes Talent, sondern vor allem durch ihr begeistertes und akribisches Arbeiten handballerisch schon wirklich weit entwickelt sind. Es ist absolut erfrischend, wie motiviert sie allzeit zu Werke gehen.“ Der direkte Vergleich auf dem Spielfeld reizt auch Lars Spieß schon im Vorhinein. „Es wird sicher sehr interessant sein zu sehen, wo wir inzwischen stehen.“ Für den Rückraum-Rechten ist an einen Mangel an Motivation, obwohl es bei diesem Turnier ’um nichts geht’, natürlich gar nicht zu denken. „Es sind zwar ‚nur’ Freundschaftsspiele trotzdem ist jedes Länderspiel etwas Besonderes und es ist Motivation genug, für sein Land spielen zu dürfen.“

Bundestrainer Markus Baur (selbst Weltmeister 2007) möchte den Wettbewerb auch als aktuelle Standortbestimmung mit dem einen oder anderen Testlauf nutzen: „Es sind unsere ersten Länderspiele. Dadurch werden wir in einigen Bereichen zum ersten Mal das bisher trainierte testen. Für die Jungs ist es außerdem eine große Chance, sich auf der internationalen Bühne zu zeigen und sich für weitere Maßnahmen zu empfehlen. Wir werden auf jeden Fall einen sehr schnellen Handball spielen und es unseren Gegner so schwer wie möglich machen gegen uns zu bestehen.“

Neben Deutschland sind Spanien, Portugal und Frankreich ebenfalls am Start. Der Torwart Jonas Maier erinnert sich: „Die Spanier kennen wir ja schon bestens von der EM 2012 und WM 2013. Die jeweiligen Aufeinandertreffen konnten wir zwar immer für uns entscheiden, dennoch werden die Spanier auf Revanche aus sein und alles daran setzen, uns zu schlagen. Sie haben eine Mannschaft mit sehr schnellen und wendigen Spielern. Die Franzosen sind traditionell sehr athletisch und daher ebenfalls ein sehr unangenehmer Gegner, sodass es auch mal sehr weh tun kann. Die Portugiesen habe ich persönlich in diesem Jahrgang noch nicht gesehen, auf diese Mannschaft bin ich sehr gespannt.“ Gespannt dürfte auch das Publikum sein, bekommt man ja nicht alle Tage die Profis von morgen präsentiert.

Einen, den gerade die Baunataler Handball-Fans zumindest jede Woche in Aktion sehen können, wird ebenfalls vor Ort sein und das Geschehen auf der Platte aufmerksam beobachten. Drei Jahre spielte er mit Maier und Baumgärtner in einer Mannschaft und teilte sich mit Engels sogar das Zimmer des Kronauer Handballinternats. Außerdem gehörte er bis zum Sommer 2012 noch selbst der DHB-Auswahl an: Andreas Bornemann. Aktuell ist er beim Drittligisten und Gastgeber des Turniers, dem GSV Eintracht Baunatal, am Ball. Entsprechend gut kennt der gebürtige Hesse sowohl die Spielstätte als auch seine ehemaligen Mitstreiter. „Klar freue ich mich auf meine alten Mitspieler! Bei manchen ist es schon eine längere Zeit her, dass man sich gesehen hat. So kann man auch sehen, wie sich die anderen entwickelt haben. Nach dem Spiel wird man sich bestimmt viel zu erzählen haben.“ Gerne würde er selbst auch das schwarz-weisse Trikot überstreifen und für den DHB zur harzigen Lederkugel greifen. Doch der Glaube an sich selbst und eine mögliche Rückkehr ist ungebrochen: „Klar ist ein wenig Wehmut dabei, aber das heißt für mich weiter Gas geben und zeigen, dass ich es ebenfalls verdient habe, den Adler wieder auf der Brust tragen zu dürfen.“

„Wir haben einen breiten Kader, sind auf jeder Position doppelt gut besetzt und außerdem sehr nervenstark“, fasst der quirlige Rechtsaußen Timo Kastening die Stärken des eigenen Teams zusammen und Maier ergänzt: „Wir sind ein echtes Team, das hat uns schon immer ausgezeichnet. Demnach ist die mannschaftliche Geschlossenheit eine unserer größten Stärken. Auf dem Spielfeld kämpft jeder für jeden! Zudem hat die Mannschaft durch neue Gesichter noch zusätzlich an Qualität dazu gewonnen. Wir haben im individuellen Bereich sehr gute Spieler, sodass wir unberechenbar geworden sind.“

Es verspricht also ein anspruchsvoller Wettbewerb zu werden. Der allen Beteiligten natürlich gleich doppelt so viel Spaß macht, wenn die Organisation reibungslos von Statten geht und die Tribünen gut gefüllt sind. „Der Vorverkauf läuft super und aktuell ist mit etwa 700 Zuschauern je Standort zu rechnen“, so Jens Reinhold. Der Geschäftsführer des Veranstalters Eintracht Baunatal ist guter Dinge: „Nachdem wir für den DHB bereits mehrfach größere Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt haben, kam Anfang Dezember die Anfrage für das 4-Länder Turnier durch den DHB Manager Harald Wallbaum. Gerne haben wir dies übernommen und wollen zusammen mit der SHG Hofgeismar/Grebenstein und dem TSV Korbach den Mannschaften aus vier Nationen gute Gastgeber sein.“ Auch oder gerade junge Handballer haben in der Region rund um Kassel einen hohen Stellenwert: „Es gibt eine ganze Reihe „kleinerer“ Vereine, welche sich um den Nachwuchs bemühen und ihnen die Chance bieten, Handball zu entdecken und zu lernen. Bei uns in Baunatal gibt es aktuell alleine ca. 70 Minis und Super-Minnis, das Interesse ist sehr groß. Ich glaube auch, dass die sehr große Handball Familie hier in Nordhessen zahlreich die Spiele besuchen wird.“

Dürfen wir uns denn möglicher Weise in naher Zukunft auch auf Talente aus den eigenen Reihen auf internationalem Parkett freuen? „Wenn wir es schaffen, unseren aktuellen Weg weiter konsequent zu verfolgen, werden es auch Talente von der Eintracht Baunatal in den Stamm der DHB-Auswahl Teams schaffen. Mit Cornelius Feuring und Niklas Willrich zählen schon einmal zwei zum erweiterten Kreis der DHB Auswahl und auch Andreas Bornemann kann sich bei uns für Aufgaben im Junioren-Bereich empfehlen.“ Letzterer ist auch im Hinblick auf die nahe Zukunft seiner ehemaligen Mitstreiter guten Mutes: „Wenn sie diesen Zusammenhalt dieses Wochenende wieder auf die Platte bringen, bin ich mir sicher, dass sie das heimische Turnier gewinnen werden. Das Team wird sicherlich auch als Favorit zur EM fahren. Und wenn man als Spieler auf ein solches Turnier fährt, hat man das Ziel, es zu gewinnen und alles dafür zu geben.“ Und Kromer schlägt in die selbe Kerbe: „Neben ihrer Ausgeglichenheit macht sie auch die kameradschaftliche Geschlossenheit für jeden Gegner sehr unangenehm. Aufgeben gibt es für dieses Team nicht!“

„Wir werden wie immer alles daran setzen, unsere beste Leistung abzurufen und wollen vor allem als Mannschaft überzeugen sowie die guten Leistungen der vergangenen zwei Jahre bestätigen“, bestätigt Spieß und Bornemann freut sich auf eine volle Hütte: „Es wird bestimmt einiges los sein. Die Fans hier in Nordhessen sind sehr Handball verbunden. Deshalb können die Teams am Freitag eine sehr gute und volle Rundsporthalle erwarten.“ Nicht zuletzt ist der Co-Trainer im Hinblick auf die Tribünen ebenfalls guter Dinge: „Nordhessen hat eine große Handballtradition. Ich freue mich auf die Tage hier! Und die Zuschauer dürfen sich auf begeisterte und talentierte Handballspieler freuen, von denen sie hoffentlich in einigen wenigen Jahren schon mehrere wieder im A-Team sehen werden.“

Bleibt nur noch, diesen Vorausblick mit der Einladung von Jens Reinhold abzuschließen und sich auf den ersten Anpfiff am Freitag um 18 Uhr in der Baunataler Rundsporthalle zu freuen: „Ich möchte allen Sport interessierten Menschen in Nordhessen, Südniedersachsen und Ostwestfalen dieses Turnier ans Herz legen. Sie werden begeistert sein von der Sportart Handball und die Region kann zeigen, dass Handball auf Top-Niveau in unsere Region gehört. Auf geht’s Freitag Baunatal, Samstag Hofgeismar und Sonntag Korbach!“

Eintrittskarten sind an der Tageskasse erhältlich. Die Kassen öffnen an allen drei Standorten jeweils 90 Minuten vor dem ersten Spiel.

Quelle:PM GSV Eintracht

 

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